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Corning-Aktie steigt 4% nach Milliarden-Deal mit Amazon

Amazon zahlt Corning Milliarden für Glasfaserkabel zur Vernetzung seiner schnell wachsenden KI-Rechenzentren in den USA.

Corning-Aktie steigt 4% nach Milliarden-Deal mit Amazon

Amazon und Corning haben einen milliardenschweren Liefervertrag für Glasfaserkabel abgeschlossen. Die am Montag bekannt gegebene Vereinbarung läuft über mehrere Jahre und soll die schnell expandierenden US-Rechenzentren von Amazon mit moderner Netzwerkinfrastruktur versorgen. Die Corning-Aktie reagierte prompt und legte am selben Tag um 4 Prozent zu, während die Amazon-Aktie kaum verändert blieb.

Im Zentrum des Deals steht die Glasfaser- und Netzwerktechnologie von Corning, die schnelle Verbindungen zwischen Rechenzentren sowie zwischen den darin untergebrachten Racks und Chips ermöglicht. Damit wird Corning zu einem wesentlichen Baustein der KI-Infrastruktur von Amazon Web Services. Matt Garman, CEO von Amazon Web Services, betonte in der Pressemitteilung, dass die Investitionen des Unternehmens im Bundesstaat North Carolina bereits über 26.000 Arbeitsplätze geschaffen haben.

Der neue Deal schafft zusätzlich 1.000 Arbeitsplätze in den Corning-Fabriken in North Carolina und erweitert zudem ein bestehendes Ausbildungsprogramm für Glasfasertechniker in dem Bundesstaat. Amazon hatte sich bereits im vergangenen Jahr verpflichtet, 10 Milliarden US-Dollar für neue Rechenzentren in North Carolina auszugeben.

Corning im Zentrum des KI-Booms

Für das 175 Jahre alte Unternehmen Corning bedeutet die rasant steigende Nachfrage durch künstliche Intelligenz eine bemerkenswerte Wiederbelebung des Kerngeschäfts. Hyperscaler und KI-Labore kämpfen weltweit darum, ihren explodierenden Rechenbedarf zu decken – und benötigen dafür massenhaft Glasfaserkabel. Seit der Erfindung der Glasfaser für die Fernkommunikation im Jahr 1970 hat Corning Millionen von Kilometern an Kabeln geliefert.

Die Aktien von Corning haben sich in diesem Jahr bereits mehr als verdoppelt und sind seit Ende 2023 fast um das Sechsfache gestiegen. Dieser Kursanstieg spiegelt die wachsende strategische Bedeutung des Unternehmens für die globale KI-Infrastruktur wider. CEO Wendell Weeks erklärte gegenüber CNBC Anfang des Jahres: „Nächstes Jahr werden die Hyperscaler unsere größten Kunden sein."

Der Amazon-Deal ist dabei nicht der erste Megadeal dieser Art für Corning. Im Mai verpflichtete sich Nvidia, bis zu 3,2 Milliarden US-Dollar in Corning zu investieren – als Teil einer Vereinbarung, bei der das Glasunternehmen drei neue, hochmoderne Produktionsanlagen baut, die ausschließlich dem Chiphersteller gewidmet sind. Im Januar erklärte Meta, bis zu 6 Milliarden US-Dollar auszugeben, um als Hauptkunde den Ausbau von Cornings Glasfaserkabelwerk in Hickory, North Carolina, zu unterstützen – eine Erweiterung, die ebenfalls rund 1.000 Arbeitsplätze schaffen soll.

Inlandsfertigung als politisches Signal

Neben der wirtschaftlichen Dimension hat der Deal auch eine politische Komponente. Die Trump-Administration hat Big-Tech-Unternehmen dazu aufgerufen, so viele Schritte der KI-Lieferkette wie möglich ins Inland zu verlagern. Corning trägt mit seinen US-Produktionsstandorten dazu bei, diesen Bedarf zu decken.

Obwohl der Großteil des Corning-Geschäfts im Ausland stattfindet – was CEO Weeks als strukturell unveränderlich bezeichnete –, profitiert das Unternehmen stark von der Nachfrage amerikanischer Technologieriesen nach inländisch produzierter Infrastruktur. Neben dem Glasfasergeschäft ist Corning auch bekannt als Hersteller des Displayglases für das iPhone von Apple. Die optische Kommunikation bleibt jedoch das größte und am schnellsten wachsende Geschäftsfeld des Unternehmens.

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