CoreWeave und Nebius fordern die großen Cloud-KI-Giganten heraus
Zwei Neocloud-Newcomer wachsen rasant und bieten Anlegern eine riskante, aber chancenreiche Alternative zu AWS, Azure und Google Cloud.

Investitionen in Cloud-Computing-Unternehmen gelten als einer der direktesten Wege, um am Megatrend der künstlichen Intelligenz (KI) zu partizipieren. Die meisten Unternehmen verfügen weder über die Ressourcen noch das Fachwissen, um eigene KI-zentrierte Rechenzentren aufzubauen. Stattdessen mieten sie Rechenleistung von etablierten Anbietern wie Amazon Web Services (AWS), Microsoft Azure und Alphabets Google Cloud – den drei dominierenden Giganten der Branche.
Doch zwei relative Neulinge mischen den Markt auf: CoreWeave (CRWV) und Nebius (NBIS). Beide sind sogenannte „Neocloud"-Unternehmen – Cloud-Computing-Spezialisten mit einem klaren Fokus auf KI. Sie wachsen deutlich schneller als die etablierten Anbieter, was zum Teil auf ihre noch geringe Größe zurückzuführen ist. Die entscheidende Frage für Anleger lautet: Welche Gruppe bietet das bessere Investment?
Die etablierten Giganten: Profitabel und weiter auf Wachstumskurs
AWS ist der weltweit größte Anbieter von Cloud-Infrastruktur und das Gewinnzentrum von Amazon. Im ersten Quartal entfielen 59 Prozent des operativen Ergebnisses von Amazon auf AWS, der Umsatz wuchs mit einer Rate von 28 Prozent – das schnellste Wachstum seit fast vier Jahren. Microsoft gibt weniger Details zu Azure preis, veröffentlicht jedoch die Wachstumsrate des Segments: Diese lag im jüngsten Quartal bei beeindruckenden 40 Prozent.
Google Cloud übertrifft beide mit einer Wachstumsrate von 63 Prozent. Alphabet profitierte dabei besonders von seinen Tensor Processing Units (TPUs) – leistungsstarken Recheneinheiten, die bei speziellen Arbeitslasten für Deep Learning und Matrix-Mathematik kosteneffizienter sein können als herkömmliche GPUs. Alphabet beginnt nun, diese proprietären KI-Chips auch direkt an andere Unternehmen zu verkaufen, anstatt nur deren Rechenleistung zu vermieten. Dadurch wird es etwas schwieriger zu beurteilen, wie gut das reine Infrastrukturgeschäft allein abschneidet.
Alle drei etablierten Anbieter verdienen mit ihren Cloud-Sparten erhebliche Gewinne. Dies belegt, dass Cloud-Computing ein tragfähiges, eigenständiges Geschäftsmodell ist – eine wichtige Grundlage für die Bewertung der Newcomer.
Neocloud-Newcomer: Explosives Wachstum ohne Gewinne
CoreWeave und Nebius verfolgen unterschiedliche Geschäftsmodelle, haben jedoch beide namhafte Tech-Konzerne wie Microsoft und Meta Platforms als Kunden gewonnen. Diese Großkunden schätzen es, schnell zusätzliche Rechenleistung beziehen zu können, ohne selbst in teure Infrastruktur investieren zu müssen.
Die Wachstumszahlen der beiden Neulinge sind spektakulär: Im ersten Quartal stieg der Umsatz von CoreWeave im Jahresvergleich um 112 Prozent, während Nebius sogar ein Wachstum von 684 Prozent verzeichnete. Auch die Prognosen der Wall Street fallen äußerst optimistisch aus. Für CoreWeave erwarten Analysten für 2026 ein Umsatzwachstum von 147 Prozent und für 2027 von 97 Prozent. Bei Nebius sind die Schätzungen noch ambitionierter: Für 2026 wird ein Wachstum von rund 551 Prozent erwartet, für 2027 von 224 Prozent.
Der entscheidende Haken: Beide Unternehmen sind nicht profitabel und investieren jeden erwirtschafteten Cent in den weiteren Ausbau ihrer Cloud-Kapazitäten. Niemand erwartet kurzfristig schwarze Zahlen. Dies ist eines der zentralen Risiken für Anleger, die in diese Titel investieren.
Fazit: Etablierte Sicherheit oder spekulatives Wachstumspotenzial?
Für Anleger ergibt sich damit eine klare Abwägung. Die etablierten Cloud-Unternehmen AWS, Azure und Google Cloud sind profitable, wachstumsstarke Investments mit bewährten Geschäftsmodellen – geeignet für risikobewusste Anleger, die am KI-Trend teilhaben möchten.
CoreWeave und Nebius hingegen bieten ein deutlich größeres langfristiges Aufwärtspotenzial, gehen aber mit erheblich höheren Risiken einher. Wer bereit ist, auf die Profitabilität dieser Neocloud-Anbieter zu warten und kurzfristige Volatilität auszuhalten, findet hier spekulative, aber potenziell lukrative Optionen im KI-Sektor.
CoreWeave (CRWV):
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Zur AktienanalyseUmsatzwachstum Q1 +112%, Prognose 2026: +147%, Prognose 2027: +97%
Nebius (NBIS):
Umsatzwachstum Q1 +684%, Prognose 2026: +551%, Prognose 2027: +224%
AWS:
Umsatzwachstum Q1 +28%, 59% von Amazons operativem Ergebnis
Microsoft Azure:
Wachstumsrate Q1 +40%
Google Cloud:
Wachstumsrate Q1 +63%


