CoreWeave-Aktie unter Druck: Google-Blackstone-Deal erschüttert KI-Cloud-Markt
Ein milliardenschweres Joint Venture von Google und Blackstone sowie eine kritische Analystenneueinstufung lassen CoreWeave-Aktien deutlich fallen.

Die Aktien von CoreWeave gaben am Montag im morgendlichen Handel um 4,5 Prozent auf 99,14 US-Dollar nach. Auslöser war die Ankündigung eines bedeutenden Joint Ventures zwischen Google und dem Finanzinvestor Blackstone für KI-Cloud-Infrastruktur – ein Schritt, den der Markt unmittelbar als wettbewerbsrelevante Herausforderung für GPU-fokussierte Anbieter wie CoreWeave wertete.
Das neue Gemeinschaftsunternehmen wird durch eine Eigenkapitalzusage von Blackstone in Höhe von 5 Milliarden US-Dollar unterstützt. Bis 2027 soll eine KI-Cloud-Kapazität von 500 Megawatt in Betrieb genommen werden. Google stellt dabei TPUs (Tensor Processing Units), Software und Cloud-Dienste bereit, um Kunden eine Alternative zu Google Cloud anzubieten.
Wettbewerbsdruck durch Hyperscaler wächst
Die Partnerschaft warf an der Wall Street umgehend Fragen auf, wie sich der verstärkte Wettbewerb auf Unternehmen wie CoreWeave auswirken könnte. CoreWeave ist auf die Vermietung von KI-Rechenkapazitäten über sogenannte GPU-as-a-Service-Plattformen spezialisiert – ein Geschäftsmodell, das nun von deutlich kapitalstärkeren Akteuren herausgefordert wird.
Bernstein-Analystin Madison Rezaei räumte zwar ein, dass die geplanten 500 Megawatt Kapazität für CoreWeave „nicht unmittelbar problematisch" seien. Gleichzeitig warnte sie jedoch, dass der Deal „den Beginn eines ernsthafteren Angriffs der Hyperscaler auf den Markt darstellt". Rezaei betonte zudem, dass die Kooperation von Google und Blackstone Vorteile bei den Kapitalkosten, dem langfristigen Margenpotenzial und dem Zugang zu Energie haben könnte.
Analysten senken Kursziel deutlich
Unabhängig von der Google-Blackstone-Meldung nahm D. A. Davidson die Beobachtung von CoreWeave mit einer Einstufung auf „Neutral" auf und senkte das Kursziel von 175 auf 100 US-Dollar – ein Niveau nahe dem aktuellen Handelspreis. Als Begründung nannten die Analysten Bedenken hinsichtlich der Gewinnmargen, der starken Abhängigkeit von Fremdfinanzierung sowie Insiderverkäufe.
Auch die Aktien der Nebius Group gaben im Zuge der Marktbewegungen nach, während Investoren die Auswirkungen des neuen Joint Ventures auf den gesamten Sektor der KI-Neoclouds bewerteten. Der breitere Markt bot CoreWeave dabei kaum Rückhalt: Der S&P 500 verlor 0,5 Prozent, der Dow Jones gab um 0,6 Prozent nach und der Nasdaq sank ebenfalls um 0,6 Prozent.
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Zur AktienanalyseMehrere Belastungsfaktoren treffen zusammen
Der heutige Kursrückgang ist das Ergebnis eines Zusammenspiels mehrerer negativer Faktoren. Ein hochkarätiger neuer Wettbewerber, der von zwei der weltweit größten Kapitalallokatoren unterstützt wird, trifft auf eine vorsichtige Analystenneueinstufung mit einem Kursziel nahe dem aktuellen Handelsniveau. Hinzu kommt, dass die CoreWeave-Aktie bereits seit einem Ausverkauf nach den Quartalszahlen Anfang des Monats unter Druck steht.
Analysten gehen zunehmend davon aus, dass sich der Wettbewerb im Bereich der KI-Cloud-Infrastruktur weiter verschärfen wird. Hyperscale-Cloud-Unternehmen, Chiphersteller und Private-Equity-Firmen investieren massiv in diesen Sektor – und machen damit den Markt, in dem CoreWeave bislang als Pionier galt, deutlich umkämpfter.


