ANZEIGEDie kleine Aktie ist aktuell gnadenlos unterbewertet. So profitieren deutsche Anleger…

Continental verkauft ContiTech für vier Milliarden Euro an Lone Star

Der Reifenkonzern trennt sich von seiner Kunststofftechniksparte – die Gewerkschaft IGBCE kündigt Widerstand gegen weiteren Stellenabbau an.

Continental verkauft ContiTech für vier Milliarden Euro an Lone Star

Continental hat den Verkauf seiner Kunststofftechniksparte ContiTech an den Finanzinvestor Lone Star Funds besiegelt. Der unterzeichnete Kaufvertrag sieht einen Unternehmenswert von vier Milliarden Euro vor. Vorbehaltlich behördlicher Genehmigungen soll die Transaktion noch bis Ende des laufenden Jahres abgeschlossen werden.

Mit dem Vollzug des Deals wird Continental zu einem reinen Reifenhersteller. Die Sparte ContiTech liefert unter anderem Schläuche, Antriebsriemen und Förderbänder für die Industrie. Zuletzt beschäftigte das Unternehmen weltweit mehr als 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon rund 7.700 allein in Deutschland.

Gewerkschaft kündigt entschiedenen Widerstand an

Die Industriegewerkschaft IGBCE reagiert auf den Verkauf mit einer klaren Warnung. Man setze zwar auf den Dialog mit dem neuen Eigentümer, doch sollten Pläne für einen Stellenabbau über die bereits beschlossene Größenordnung hinaus bekannt werden, werde das auf „entschiedenen Widerstand" stoßen. Das erklärte Francesco Grioli, Mitglied des Continental-Aufsichtsrats und des geschäftsführenden Hauptvorstands der IGBCE.

Hintergrund: Continental hatte bereits im Mai angekündigt, bei ContiTech weltweit 3.000 Stellen zu streichen – davon 1.600 in Deutschland. Die IGBCE teilte damals mit, dass betriebsbedingte Kündigungen bis mindestens Ende 2030 ausgeschlossen sein sollen. Diese Vereinbarung bildet nun die Grundlage für die Verhandlungen mit Lone Star.

Käufer verpflichtet sich zu Investitionen und Ausbildungsplätzen

Für Beschäftigte gibt es zumindest vertragliche Absicherungen. Ein Eckpunktepapier verpflichte den Käufer zu Investitionen, Arbeitsplatzsicherung sowie der Bereitstellung von Ausbildungsplätzen in Deutschland, erklärte Hasan Allak, stellvertretender Continental-Aufsichtsratsvorsitzender und Konzernbetriebsratschef. Lone Star habe zudem zugesichert, Perspektiven für Arbeitsplätze in Deutschland zu schaffen.

Für Anleger ist der Deal ein weiterer Schritt in der strategischen Neuausrichtung des DAX-Konzerns. Continental hatte den Spartenverkauf bereits vor längerer Zeit angekündigt und zuvor schon die Autozuliefersparte Aumovio abgespalten. Der Konzern fokussiert sich damit konsequent auf sein Kerngeschäft mit Reifen und gibt kapitalintensive Industriesparten ab.

Finanzinvestoren wie Lone Star sind bekannt dafür, erworbene Unternehmen operativ zu restrukturieren und mittelfristig wieder zu veräußern. Genau das dürfte die Sorgen der Gewerkschaft befeuern – auch wenn der Kaufvertrag zunächst Schutzklauseln für die Belegschaft enthält. Ob diese im Ernstfall greifen, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.

ContinentalContitechLone Star FundsStellenabbauIGBCEReifenherstellerUnternehmensverkauf

Disclaimer