Continental schreibt Verlust durch Umbau
Abspaltung und Verkauf von Sparten belasten Ergebnis, Fokus liegt künftig auf Reifengeschäft

Continental hat im dritten Quartal des Jahres infolge von Sonderkosten im Zusammenhang mit dem laufenden Konzernumbau einen deutlichen Verlust verzeichnet. Wie das DAX-Unternehmen mitteilte, belasteten die Abspaltung der Automobilsparte Aumovio und der Verkauf eines Teils des Kunststofftechnikgeschäfts das Ergebnis vor Zinsen und Steuern um 1,1 Milliarden Euro. Unter dem Strich ergab sich dadurch ein Verlust von 756 Millionen Euro. Die bereits zuvor veröffentlichten operativen Kennzahlen hatten auf diese Entwicklung hingedeutet, sodass der Markt kaum überrascht reagierte. Die Aktie bewegte sich am Donnerstagvormittag kaum und notierte bei rund 66,66 Euro.
Laut Citigroup-Analyst Ross MacDonald fielen die neuen Zahlen im Rahmen der Erwartungen aus. Besonders stark sei der positive Einfluss von Preis- und Absatzmix im Reifensegment gewesen, der sich voraussichtlich auch im kommenden Jahr fortsetzen dürfte. Etwas schwächer als erwartet habe dagegen die Kunststofftechniksparte Contitech abgeschnitten. Finanzvorstand Roland Welzbacher betonte, dass es sich bei den Belastungen um buchhalterische Sondereffekte handle, die nicht aus dem operativen Geschäft stammen und bei der Dividendenausschüttung unberücksichtigt bleiben sollen.
Mit dem laufenden Geschäft zeigte sich Continental zufrieden. Das Unternehmen profitierte von einem gut gestarteten Winterreifengeschäft sowie einer stabilen Nachfrage im Ersatzgeschäft für Pkw-Reifen in Nordamerika und Asien. Trotz Wechselkurseffekten und US-Zöllen blieb der Quartalsumsatz mit 5,0 Milliarden Euro auf Vorjahresniveau. Das bereinigte operative Ergebnis sank um knapp 15 Prozent auf 565 Millionen Euro, nachdem im Vorjahr eine Sonderzahlung der ehemaligen Antriebstochter Vitesco das Ergebnis gestützt hatte.
Das Reifengeschäft blieb der wichtigste Ertragsbringer, mit einer bereinigten operativen Marge von 14,3 Prozent – mehr als zwei Prozentpunkte über dem Vorquartal. Contitech trug rund 30 Prozent zum Konzernumsatz bei und erzielte eine Umsatzrendite von 6,6 Prozent. Die neuen US-Zölle belasten laut Welzbacher das Unternehmen im Reifensegment mit einem niedrigen dreistelligen Millionenbetrag, da etwa die Hälfte der in den USA verkauften Reifen importiert wird. Continental will die lokale Produktion ausbauen, um die Zollfolgen langfristig zu verringern.
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Zur AktienanalyseDer Konzern verfolgt das Ziel, bis 2026 zum reinen Reifenhersteller zu werden. Nach der Abspaltung von Aumovio im September soll nun der Verkauf der Sparte Contitech folgen. Laut Welzbacher sei das Interesse potenzieller Käufer groß, der Verkaufsprozess soll Anfang 2026 beginnen und bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Damit würde Continental künftig vollständig auf das margenstarke Reifengeschäft fokussiert sein.


