Continental erwartet stabile Reifen-Umsätze und Margen für 2026
Trotz volatiler Märkte und Branchendruck prognostiziert der DAX-Konzern für sein Kerngeschäft weitgehend konstante Ergebnisse.

Continental hat für das Geschäftsjahr 2026 einen Umsatz im Reifengeschäft zwischen 13,2 Milliarden und 14,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt. Zum Vergleich: Im Jahr 2025 erzielte die Kernsparte einen Umsatz von 13,8 Milliarden Euro. Der Mittelpunkt der Prognose liegt damit leicht unter der durchschnittlichen Analystenerwartung von 14,0 Milliarden Euro.
Bei der bereinigten operativen Gewinnmarge rechnet Continental mit einem Wert zwischen 13,0 und 14,5 Prozent. Im Vorjahr lag diese Kennzahl bei 13,6 Prozent, Analysten hatten im Schnitt 14,0 Prozent erwartet. Die Prognose signalisiert damit eine weitgehend stabile, wenn auch leicht unter den Erwartungen liegende Profitabilität.
Schwieriges Umfeld für deutsche Automobilzulieferer
Die gesamte Branche steht unter erheblichem Druck. Deutsche Automobilhersteller und ihre Zulieferer kämpfen derzeit mit mehreren Belastungsfaktoren gleichzeitig: US-Importzölle, eine schwächere Nachfrage, verschärfter Wettbewerb aus China, negative Währungseffekte sowie strukturelle Veränderungen in den Lieferketten belasten die Margen und schaffen Planungsunsicherheit.
Für die weltweite Nachfrage nach Pkw-Ersatzreifen erwartet Continental 2026 eine Entwicklung zwischen einem Rückgang von einem Prozent und einem Anstieg von zwei Prozent. Die Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen schätzt der Konzern als stabil oder mit einem Rückgang von bis zu zwei Prozent ein. Der Ausblick berücksichtigt dabei keine möglichen Auswirkungen des eskalierenden Konflikts im Nahen Osten.
Umbau zum reinen Reifenhersteller schreitet voran
Lesen Sie alles zur aktuellen Aktie der Stunde
Erfahren Sie, worum es geht und warum sich ein genauer Blick jetzt lohnt.
Zur AktienanalyseContinental befindet sich derzeit in einer umfassenden Umstrukturierung. Der Konzern strebt eine Transformation zum reinen Reifenhersteller an und hat diesen Weg im Februar mit dem Abschluss des Verkaufs der Sparte Original Equipment Solutions weiter konkretisiert. Die Trennung von Nicht-Kerngeschäften soll die Fokussierung auf das margenstarke Reifengeschäft stärken.
Für Anleger bleibt die Frage, ob Continental in einem anhaltend herausfordernden Marktumfeld die prognostizierten Margen tatsächlich verteidigen kann. Die breite Prognosespanne von 1,0 Milliarden Euro beim Umsatz verdeutlicht, wie groß die Unsicherheiten für das laufende Jahr noch sind.


