ConocoPhillips erwartet nur Monate Verzögerung bei Katar-LNG-Projekten
Trotz Schäden an Anlagen in Ras Laffan nach Angriffen im März sieht ConocoPhillips die Lage bei seinen Katar-Projekten vergleichsweise günstig.

ConocoPhillips rechnet bei seinen Flüssigerdgas-Projekten in Katar mit Verzögerungen von Monaten – nicht von Jahren. Das erklärte Jonathan Burgess, President for Europe Gas bei ConocoPhillips, auf der Flame-Konferenz für Gas und LNG in Amsterdam. Die Aussage gibt Entwarnung gegenüber deutlich pessimistischeren Einschätzungen, die zuvor im Markt kursierten.
Das US-Energieunternehmen kooperiert mit dem staatlichen katarischen Energiekonzern QatarEnergy in zwei zentralen Joint Ventures: North Field East und North Field South. Beide Projekte befinden sich laut Burgess derzeit im laufenden Betrieb. „Die Joint Ventures North Field East und North Field South laufen derzeit, und obwohl wir mit gewissen Verzögerungen rechnen müssen, werden diese voraussichtlich eher in Monaten als in Jahren gemessen", sagte Burgess während der Podiumsdiskussion in Amsterdam.
Hintergrund: Angriffe auf Ras Laffan im März
Auslöser der Unsicherheit waren Angriffe vom 19. März auf Anlagen in Ras Laffan – einem zentralen Industriestandort an der Küste Katars. Die Angriffe erfolgten nur wenige Wochen nach Beginn des Iran-Krieges und beschädigten Onshore-Anlagen, die Teil des gemeinsamen LNG-Projekts von ConocoPhillips und QatarEnergy sind. Das Projekt umfasst sowohl Offshore-Anlagen im North Field als auch die betroffenen Onshore-Einrichtungen in Ras Laffan.
QatarEnergy hatte in der Folge angedeutet, dass Gaslieferungen an wichtige Abnehmer wie China, Südkorea, Belgien und Italien mit Unterbrechungen konfrontiert sein könnten, die möglicherweise Jahre andauern. Diese Einschätzung hatte an den Energiemärkten für erhebliche Beunruhigung gesorgt, da Katar zu den weltweit größten LNG-Exporteuren zählt und für die europäische Energieversorgung eine bedeutende Rolle spielt.
Ehrgeizige Kapazitätsziele bleiben bestehen
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Zur AktienanalyseTrotz der aktuellen Störungen halten ConocoPhillips und QatarEnergy an ihren langfristigen Expansionsplänen fest. Ziel der Projekte North Field East und North Field South ist es, die LNG-Produktionskapazität Katars von derzeit 77 Millionen Tonnen pro Jahr auf 126 Millionen Tonnen pro Jahr (MTPA) zu steigern. Das entspricht einem Kapazitätszuwachs von rund 64 Prozent und würde Katars Position als globaler LNG-Lieferant weiter festigen.
Für deutsche und europäische Energieversorger sind diese Entwicklungen von besonderer Relevanz. Europa hat seit dem russischen Angriff auf die Ukraine seinen Bedarf an LNG-Importen deutlich erhöht und ist auf stabile Lieferketten aus dem Nahen Osten angewiesen. Verzögerungen von Monaten sind dabei deutlich besser zu verkraften als die ursprünglich befürchteten jahrelangen Ausfälle. Die Aussagen von Burgess auf der Flame-Konferenz dürften daher auch bei europäischen Energieunternehmen und Importeuren für eine gewisse Erleichterung sorgen.


