Commerzbank schüttet 2,7 Milliarden Euro aus – Gewinnziel klar übertroffen
Frankfurter Dax-Konzern überrascht mit Rekordergebnis trotz hoher Restrukturierungskosten und kündigt massive Kapitalrückgabe an.

Die Commerzbank hat im Geschäftsjahr 2025 ein Nettoergebnis von 2,63 Milliarden Euro erwirtschaftet und damit die eigene Prognose von rund 2,5 Milliarden Euro deutlich übertroffen. Das gab Deutschlands zweitgrößte Privatbank überraschend einen Tag vor der offiziellen Bilanzvorlage bekannt. Ohne die einmaligen Aufwendungen für den laufenden Stellenabbau hätte der Gewinn sogar die Rekordmarke von 3 Milliarden Euro erreicht.
Vorstandschefin Bettina Orlopp kündigte an, die Aktionäre großzügig am Erfolg teilhaben zu lassen. Insgesamt will das Frankfurter Institut 2,7 Milliarden Euro an Kapital zurückgeben – mehr als ursprünglich versprochen. Die Dividende soll von 65 Cent auf 1,10 Euro je Aktie steigen, ein Plus von knapp 70 Prozent. Zusätzlich plant die Bank einen weiteren Aktienrückkauf im Volumen von bis zu 540 Millionen Euro.
Restrukturierung belastet Ergebnis mit 700 Millionen Euro
Die positive Entwicklung erfolgt vor dem Hintergrund eines umfassenden Umbaus. Bis Ende 2027 will die Commerzbank etwa 3.900 Vollzeitstellen abbauen, davon 3.300 in Deutschland. Die dafür veranschlagten einmaligen Kosten von 700 Millionen Euro schmälerten das Jahresergebnis erheblich. Ohne diese Belastung hätte die Bank ihr bisheriges Rekordergebnis aus 2024 von knapp 2,7 Milliarden Euro sogar übertroffen.
Die Strategie ist eine direkte Reaktion auf die Übernahmeambitionen der italienischen Unicredit. Mit ehrgeizigen Renditezielen und höheren Ausschüttungen will der Vorstand die Attraktivität für die eigenen Aktionäre steigern und gleichzeitig die Abwehr gegen die unerwünschte Annäherung aus Italien stärken.
Unicredit bleibt größter Aktionär – Übernahme weiter offen
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Zur AktienanalyseDie Unicredit hält mittlerweile gut 26 Prozent der Commerzbank-Anteile und kontrolliert über Finanzinstrumente weitere drei Prozent. Damit ist die italienische Großbank der mit Abstand größte Anteilseigner. Unicredit-Chef Andrea Orcel schreckt jedoch vor einem förmlichen Übernahmeangebot zurück, das ab der 30-Prozent-Schwelle verpflichtend wäre. Der aktuelle Aktienkurs macht eine solche Transaktion aus seiner Sicht zu teuer.
Der Bund, der noch rund 12 Prozent der Anteile hält, lehnt eine Übernahme kategorisch ab und will seine Beteiligung nicht verkaufen. In einem CNBC-Interview äußerte sich Orcel zurückhaltend: „Wenn der richtige Zeitpunkt kommt und die Konditionen stimmen, dann wird es auf die richtige Weise passieren. Falls nicht, haben wir genügend andere Themen, die wir vorantreiben können.


