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Commerzbank kritisiert UniCredit-Übernahme: Bedenken über Andienungsverhalten

Die Commerzbank zweifelt an der Legitimität des UniCredit-Angebots und empfiehlt Aktionären weiterhin die Ablehnung.

Commerzbank kritisiert UniCredit-Übernahme: Bedenken über Andienungsverhalten

Die Commerzbank hat am Mittwoch erneut schwerwiegende Bedenken gegenüber dem Übernahmeangebot der italienischen UniCredit geäußert. Im Mittelpunkt der Kritik steht ein ungewöhnliches Andienungsverhalten, das die deutsche Großbank als intransparent und wirtschaftlich nicht nachvollziehbar einstuft. Der Vorstand bekräftigte seine Empfehlung an die Aktionäre, das Angebot abzulehnen.

UniCredit hatte am Dienstag mitgeteilt, dass die Marktakzeptanz ihres Übernahmeangebots für die Commerzbank 10,9 Prozent erreicht habe. Die Commerzbank stellt diese Zahl jedoch in einem anderen Licht dar: Die angedienten Aktien stammten fast ausschließlich von Banken und mit UniCredit verbundenen Parteien, die vor dem Übernahmeangebot keine wesentlichen Beteiligungen an der Commerzbank gehalten hätten.

Kein einziger unabhängiger institutioneller Investor identifiziert

Besonders brisant ist ein weiterer Befund der Commerzbank: Laut eigenen Daten zur Aktionärsstruktur konnte kein einziger institutioneller Investor identifiziert werden, der Aktien im Rahmen des Angebots angedient hat. Die Bank wertet dies als klares Indiz dafür, dass die Offenlegungen von UniCredit nicht als Beleg für eine unabhängige Unterstützung des Angebots durch die Aktionäre gewertet werden können.

Darüber hinaus stellte die Commerzbank einen deutlichen Anstieg der Wertpapierleihgeschäfte seit der Ankündigung des Übernahmeangebots fest. UniCredit und die mit ihr verbundenen Parteien hätten dem Markt bislang keine klärenden Informationen über die wirtschaftlichen Anreize geliefert, die dem Andienungsverhalten zugrunde liegen. Die Commerzbank kritisiert, dass das erforderliche Transparenzniveau damit klar unterschritten werde.

Ein weiteres Argument gegen die Annahme des Angebots liefert der aktuelle Aktienkurs: Die Commerzbank-Aktie notiert durchweg über dem impliziten Angebotspreis von UniCredit – zuletzt um rund 6 Prozent oder 2,30 Euro pro Aktie. Die Bank betont, dass die Annahme des Angebots angesichts dieser Preisdifferenz jeder wirtschaftlichen Logik entbehre. Für Aktionäre, die ihre Anteile zum Marktpreis verkaufen könnten, wäre die Andienung an UniCredit schlicht nachteilig.

Commerzbank informiert BaFin laufend

Um die Markttransparenz für ihre Aktionäre zu erhöhen, stellt die Commerzbank der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fortlaufend Daten und Erkenntnisse zur Verfügung. Damit signalisiert die Bank, dass sie den Vorgang nicht nur öffentlich kommentiert, sondern auch die zuständige Aufsichtsbehörde aktiv einbindet.

Der Übernahmeversuch von UniCredit gehört zu den meistbeachteten Transaktionen im europäischen Bankensektor. Die Commerzbank, eines der bedeutendsten deutschen Geldinstitute, wehrt sich seit Monaten gegen die Avancen der Mailänder Großbank. Der Konflikt beleuchtet grundlegende Fragen zur Konsolidierung des europäischen Bankensektors sowie zu den Rechten und dem Schutz von Minderheitsaktionären bei feindlichen Übernahmen.

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