ANZEIGE

Commerzbank: Folgen des Gasmangels für Deutschland "unabsehbar"

Kreditgeber warnt vor "schwerer Rezession", wenn Lieferungen ausbleiben

•• 3 Min
Commerzbank: Folgen des Gasmangels für Deutschland "unabsehbar"

Eine ernsthafte Verknappung der Erdgaslieferungen könnte eine "Kettenreaktion mit unvorhersehbaren Folgen" für die deutsche Wirtschaft auslösen, so die Commerzbank, einer der größten Unternehmenskreditgeber des Landes.

Die deutsche Bank warnte am Mittwoch vor einer "schweren Rezession" im Land, wenn Russland die Gaslieferungen unterbricht, und sagte, dies könne eine Wirtschaftskrise auslösen, "die mit der nach der Finanzkrise im Jahr 2009 vergleichbar ist".

Die Commerzbank fügte hinzu, dass die Rationierung von Gas dann "wahrscheinlich unausweichlich" sei.

Die deutschen Banken sind besonders von dem enormen Anstieg der Gaspreise betroffen, der durch die drastische Kürzung der russischen Gaslieferungen im vergangenen Monat ausgelöst wurde. Vor Moskaus Einmarsch in der Ukraine importierte Deutschland 55 Prozent seines Erdgases aus Russland, aber die Lieferungen über die Nord Stream 1-Pipeline sind auf ein Fünftel ihrer Kapazität gesunken, und politische Entscheidungsträger befürchten, dass sie ganz eingestellt werden könnten.

In einem solchen Szenario würde die deutsche Wirtschaftstätigkeit in diesem Jahr um 2,7 Prozent und im Jahr 2023 um 1,1 Prozent schrumpfen, schätzt die Commerzbank. Der IWF, der seine BIP-Prognose für Deutschland im vergangenen Monat gesenkt hat, rechnet für 2022 noch mit einem Anstieg des BIP um 1,2 Prozent und im nächsten Jahr um 0,8 Prozent. Commerzbank-Chef Manfred Knof sagte, er habe nach wie vor "ehrgeizige Gefühle", was die wirtschaftlichen Aussichten Deutschlands angehe.

Die deutsche Regierung bereitet sich auf Gasrationierungen in diesem Winter vor und versucht verzweifelt, andere Quellen zu finden, Energieeinsparungen zu fördern und die Gasspeicher des Landes aufzufüllen.

Die Commerzbank erklärte, die Auswirkungen der Verknappung würden sich schnell auf die deutsche Wirtschaft ausbreiten, da Erdgas nicht nur eine wichtige Energiequelle, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für andere Industriezweige ist.

Die Bank erklärte, dass die Chemie- und Kunststoffindustrie 1,1 Prozent ihres Kreditengagements ausmache. Andere Sektoren, die in hohem Maße von potenziellen Engpässen bei der Gasversorgung und steigenden Energiekosten betroffen sind - Versorgungsunternehmen, das Baugewerbe und die Papierindustrie - machen weitere 3,8 Prozent des Kreditportfolios der Bank von 384 Milliarden Euro aus.

Der Kreditgeber verwies auf die BASF, das nach Umsatz größte Chemieunternehmen der Welt, das erklärt hat, dass der riesige Produktionsstandort des Konzerns in Ludwigshafen stillgelegt werden müsste, falls die Gasversorgung unter 50 Prozent fallen sollte.

Global Player wie die BASF können jedoch dank ihrer Anlagen in Nord- und Südamerika, Asien und weniger betroffenen Teilen Europas mögliche Versorgungsengpässe vorübergehend abfedern, so die Commerzbank weiter.

Die Warnungen kamen zu einem Zeitpunkt, als die Commerzbank für das zweite Quartal eine Belastung von 228 Millionen Euro durch die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges in der Ukraine meldete.

Der Nettogewinn des Kreditinstituts fiel jedoch höher aus als erwartet, da höhere Zinssätze und gestiegene Provisionserträge die Quartalserträge um 30 Prozent auf 2,4 Mrd. Euro ansteigen ließen. Der Nettogewinn belief sich im Quartal auf 470 Mio. €, verglichen mit einem Verlust von 527 Mio. € im Vorjahr. Analysten hatten laut einer von der Bank veröffentlichten Umfrage im Durchschnitt mit einem Gewinn von 370 Mio. Euro gerechnet.

Die Aktien der Commerzbank, die in den letzten sechs Monaten um mehr als 20 Prozent gefallen sind, stiegen am Mittwochnachmittag in Frankfurt um 2,6 Prozent.

Anke Reingen, Analystin bei RBS Capital Markets, sagte, dass die Ergebnisse der Bank zwar positiv seien, dass aber der Ausblick auf die Gaspreise ein wesentlicher Überhang" für den Kreditgeber bleibe.

Die Commerzbank verzeichnete im Berichtsquartal einen Anstieg der notleidenden Kredite um 8,9 Prozent auf 1,53 Milliarden Euro und rechnet für das Gesamtjahr mit einer Belastung von 700 Millionen Euro aus der Risikovorsorge. Sollten die Gaslieferungen vollständig eingestellt werden, würde sich die Belastung auf bis zu 1,3 Mrd. € fast verdoppeln.

Der Konzern erklärte, er sei auf dem besten Weg, sein Gewinnziel für 2022 von mehr als 1 Milliarde Euro zu erreichen, falls es Deutschland gelingen sollte, eine durch die Gasverknappung ausgelöste Rezession zu vermeiden.

"Wir sind für die kommenden Herausforderungen gut gerüstet", sagte Finanzchefin Bettina Orlopp. Die harte Kernkapitalquote (Common Equity Tier 1) der Bank, ein wichtiger Maßstab für die Stärke ihrer Bilanz, stieg auf 13,7 Prozent, verglichen mit 13,5 Prozent im ersten Quartal.

CommerzbankGasGaspreiseDeutschland

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.