Coles lagert bis zu 1.000 Stellen an Accenture aus
Der australische Supermarktriese überträgt Verwaltungsfunktionen an den IT-Dienstleister, um Kosten zu senken.

Der australische Einzelhandelsriese Coles plant, im Zuge eines umfassenden Sparprogramms bestimmte Unternehmensfunktionen an das IT-Beratungsunternehmen Accenture auszulagern. Laut Berichten lokaler australischer Medien sollen dabei Teams von Accenture sowohl in Australien als auch im Ausland die betroffenen Aufgaben übernehmen.
Coles bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass die geplante Umstrukturierung darauf abzielt, die Betriebskosten zu senken. Als Hauptgrund nannte das Unternehmen den wachsenden Wettbewerbsdruck im australischen Einzelhandelssektor – insbesondere durch E-Commerce-Unternehmen, die zunehmend Marktanteile von etablierten Supermarktketten beanspruchen.
Bis zu 1.000 Stellen könnten nach Indien verlagert werden
Die australische Wirtschaftszeitung „Australian Financial Review" berichtete am Freitag, dass Coles im Rahmen der Vereinbarung mit Accenture bis zu 1.000 Stellen nach Indien verlagern könnte. Dies würde einen erheblichen Einschnitt in die Unternehmensstruktur des Konzerns darstellen und unterstreicht den Ernst der Sparmaßnahmen.
Betroffene Mitarbeiter sollen laut Unternehmensangaben nicht entlassen, sondern auf andere Positionen innerhalb von Coles versetzt werden. Das Unternehmen betont damit, dass die Auslagerung nicht zwangsläufig mit einem Stellenabbau verbunden ist, sondern vielmehr eine interne Umverteilung von Ressourcen darstellt.
Wettbewerb durch E-Commerce setzt Coles unter Druck
Coles gehört neben Woolworths zu den beiden dominierenden Supermarktketten in Australien. Beide Unternehmen sehen sich zunehmend mit Konkurrenz durch Online-Händler konfrontiert, die traditionelle Geschäftsmodelle des stationären Einzelhandels herausfordern. Der Kostendruck zwingt etablierte Akteure wie Coles dazu, ihre Strukturen effizienter zu gestalten und Ausgaben gezielt zu reduzieren.
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Zur AktienanalyseDie Entscheidung, Verwaltungsfunktionen an einen externen Dienstleister wie Accenture auszulagern, ist im internationalen Einzelhandel keine Seltenheit. Viele große Konzerne setzen auf sogenanntes Business Process Outsourcing (BPO), um Kernkompetenzen zu stärken und gleichzeitig Kosten in unterstützenden Bereichen zu senken. Accenture ist als globales Beratungs- und Technologieunternehmen ein häufig gewählter Partner für solche Transformationsprojekte.
Für Anleger, die Coles-Aktien im Blick haben, könnte die Maßnahme mittelfristig positive Auswirkungen auf die Margen des Unternehmens haben. Kurzfristig dürfte die Nachricht jedoch die Diskussion über die Wettbewerbsfähigkeit des australischen Einzelhandels neu entfachen – und die Frage aufwerfen, ob ähnliche Schritte auch bei Konkurrent Woolworths folgen könnten.


