ANZEIGE

CO2-Abscheidung in Zement- und Kalkindustrie: Pilotprojekte ebnen den Weg

Weltweit testen Zement- und Kalkhersteller CO2-Abscheidungstechnologien im industriellen Maßstab – ein struktureller Wandel zeichnet sich ab.

•• 4 Min
CO2-Abscheidung in Zement- und Kalkindustrie: Pilotprojekte ebnen den Weg

Die CO2-Abscheidungstechnologie gewinnt in der Zement- und Kalkindustrie massiv an Bedeutung. Eine wachsende Zahl von Pilotprojekten in Europa, Nordamerika und Teilen des asiatisch-pazifischen Raums signalisiert einen strukturellen Wandel im Umgang der Branche mit ihrem Emissionsprofil. Der Sektor gilt seit langem als einer der am schwersten zu dekarbonisierenden Bereiche der Weltwirtschaft.

Der Druck von Regulierungsbehörden, Investoren und Abnehmern, glaubwürdige Wege zur Dekarbonisierung aufzuzeigen, war noch nie so groß wie heute. Besonders herausfordernd: Ein erheblicher Teil der Emissionen ist nicht auf die Verbrennung fossiler Brennstoffe zurückzuführen, sondern entsteht prozessbedingt. Bei der sogenannten Kalzinierung zerfällt Kalkstein (Calciumcarbonat) in Calciumoxid und CO₂ – eine chemische Reaktion, die sich durch Effizienzsteigerungen oder Brennstoffwechsel allein nicht vermeiden lässt. Damit bleibt die CO2-Abscheidung der wohl wichtigste Hebel, der dem Sektor zur Verfügung steht.

Vier Technologien im Praxistest

Zement- und Kalkhersteller haben inzwischen den Schritt von theoretischen Studien hin zu Pilot- und Demonstrationsanlagen im industriellen Maßstab vollzogen. Diese Projekte liefern Leistungsdaten unter echten Industriebedingungen – und nicht mehr nur in kontrollierten Laborumgebungen. Mehrere unterschiedliche Ansätze werden dabei parallel erprobt, da sich bisher keine einzelne Technologie im kommerziellen Maßstab klar durchgesetzt hat:

Aminwäsche nach der Verbrennung (Post-combustion amine scrubbing)

– ein relativ ausgereiftes chemisches Absorptionsverfahren aus der Gas- und Energiewirtschaft. Es ermöglicht hohe Abscheidungsraten, ist jedoch im Betrieb energieintensiv. -

Oxyfuel-Verbrennung

– herkömmliche Luft wird durch sauerstoffangereicherte Ströme ersetzt, um ein konzentriertes CO₂-Abgas zu erzeugen, das leichter zu trennen und zu komprimieren ist. -

Calcium Looping

– ein Verfahren, das für Kalk- und Zementwerke besonders relevant ist, da es dieselbe Chemie auf Calciumbasis nutzt wie die Kernproduktion. Dies ermöglicht potenziell eine Wärmeintegration und verringert den Energieverlust. -

Direkte Trennung

– ein aufstrebender Ansatz, der CO₂ direkt aus der Kalzinierungsreaktion abscheidet, bevor es sich mit Verbrennungsgasen vermischt.

Jede Technologie hat ihr eigenes Kostenprofil, spezifische Infrastrukturanforderungen und eine unterschiedliche Komplexität bei der Integration. Die Pilotprogramme liefern die Vergleichsdaten, die letztlich die Investitionsentscheidungen für den großindustriellen Einsatz leiten werden.

Standortfaktoren spielen dabei eine entscheidende Rolle. Die Nähe zu CO₂-Speichern oder Industrieclustern mit gemeinsamer Transportinfrastruktur kann die Projektwirtschaftlichkeit erheblich verändern. Anlagen in der Nähe von Hafenanlagen oder bestehenden Pipelinenetzen sind generell besser positioniert, während abgelegenere Betriebe mit höheren Kosten für die CO₂-Abnahme und dauerhafte Entsorgung konfrontiert sind.

Regulierung und Marktdruck als Beschleuniger

Das Geschäftsmodell für die CO₂-Abscheidung hat sich mit der Weiterentwicklung der CO₂-Preismechanismen in mehreren wichtigen Märkten erheblich gewandelt. Steigende CO₂-Kosten im Rahmen von Compliance-Systemen verbessern die Wirtschaftlichkeit der Abscheidung – noch bevor das Potenzial zur Generierung und zum Verkauf von CO₂-Zertifikaten oder verifizierten Entnahmeeinheiten berücksichtigt wird. Für Kalkproduzenten, die Sektoren wie Stahl, Wasseraufbereitung und Landwirtschaft beliefern, fordern Kunden bereits kohlenstoffärmere Produktqualitäten ein.

Staatliche Förderprogramme haben ebenfalls eine messbare Rolle dabei gespielt, Pilotprojekte auf den Weg zu bringen. Zuschüsse und Darlehensgarantien für die industrielle Dekarbonisierung haben Betreibern geholfen, das Anfangsinvestitionsrisiko der ersten Anlagen dieser Art abzufedern. Ohne diese öffentlichen Co-Investitionen hätte ein Großteil der aktuellen Pilotprojekte den Betriebsstatus nicht erreicht.

Hohe Hürden auf dem Weg zur Skalierung

Trotz der echten Dynamik ist der Weg vom Pilotprojekt zum kommerziellen Einsatz weder einfach noch gesichert. Der mit den meisten aktuellen Abscheidungstechnologien verbundene Energieverlust bleibt ein erhebliches Problem – insbesondere für Betriebe in Regionen, in denen kohlenstoffarmer Strom teuer oder unzuverlässig ist. Der Betrieb einer Abscheidungseinheit verbraucht erhebliche zusätzliche Energie, was einen Teil des Emissionsvorteils zunichtemachen kann, sofern diese Energie nicht aus sauberen Quellen stammt.

Der Kapitalbedarf ist beträchtlich, und viele steinbruchnahe Zement- und Kalkwerke arbeiten mit Margen, die große Investitionen ohne langfristige Ertragssicherheit schwer verkraftbar machen. Das Fehlen einer ausgereiften CO₂-Transport- und Lagerinfrastruktur in vielen Regionen setzt Abscheidungsprojekte zudem einem Abnahmerisiko aus. CO₂ abzuscheiden ist nur ein Teil der Herausforderung – es braucht auch einen verlässlichen Ort für die dauerhafte Lagerung.

Hinzu kommt die betriebliche Komplexität: Die Integration eines chemischen oder thermochemischen Abscheidungsprozesses in eine bestehende Industrieanlage erfordert Fähigkeiten, die historisch gesehen nicht Teil des Anforderungsprofils in der Gewinnung und Verarbeitung waren. Investitionen in Ausbildung und Organisation müssen Betreiber parallel zur physischen Infrastruktur planen.

Wenn die laufenden Pilotprojekte ausgereift sind und mehrjährige Betriebsdaten liefern, nähert sich der Zement- und Kalksektor einem Wendepunkt. Die Diskussion wird sich von der technischen Machbarkeit hin zur Investitionszusage im großen Maßstab verschieben. Die Ergebnisse der aktuellen Projekte werden die Entscheidungen zur Kapitalallokation in der gesamten Branche bis weit in das nächste Jahrzehnt hinein prägen.

Co2-AbscheidungZementindustrieKalkindustrieDekarbonisierungCarbon CaptureCalcium LoopingIndustrielle EmissionenKlimaschutz Industrie

Meistgelesene News

  1. Galeria-Insolvenz: Schicksal von 12.000 Jobs hängt an BA-Entscheidung
  2. Gaming und Wetten: Krypto-Klage, GTA 6 und Aktivisten-Investor im Fokus
  3. SpaceX-Aktie: Könnte eine Investition von 5.000 Dollar Millionär machen?
  4. Take-Two-Aktie vor GTA-6-Release: Chance oder Risikofalle?
  5. Rheinmetall-Aktie legt 3 Prozent zu – Morgan Stanley beflügelt Rüstungssektor

Disclaimer


Wichtiger Hinweis auf bestehende Interessenkonflikte:

Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass im Rahmen dieser Publikation Interessenkonflikte bestehen:

1. Die Stock Market Media Ltd. und ihr nahestehende Personen besitzen Aktien der hier empfohlenen Gesellschaften und beabsichtigen, diese im Rahmen und zu jedem Zeitpunkt dieser Empfehlung zu verkaufen. Hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

2. Der Herausgeber dieser Publikation, sowie die verantwortlichen Redakteure erhalten für die Erstellung eine finanzielle Vergütung. Auch hierin besteht ein eindeutiger und konkreter Interessenkonflikt.

3. Beachten Sie auch die weitergehenden Ausführungen zu bestehenden Interessenkonflikten im nachfolgenden Disclaimer, u.a. unter Ziff. 2.

Wichtige Informationen und Pflichtmitteilungen gemäß Wertpapierhandelsgesetz (WpHG) sowie gemäß Finanzanlageverordnung (FinAnV).

Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit als Ersteller von Anlagestrategieempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 34 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 oder von Anlageempfehlungen im Sinne des Artikels 3 Absatz 1 Nummer 35 der Verordnung (EU) Nr. 596/2014, (bisher „Finanzanalysen“) der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht („BaFin“) gemäß WpHG angezeigt. Die Pflichten der Stock Market Media Ltd. regeln sich primär nach den §§ 85, 86 WpHG, der Verordnung (EU) Nr. 596/2014 und der Delegierten Verordnung (EU) 2016/958.

Angaben über den/die Ersteller dieser Publikation:
Verantwortlich für die Erstellung der Texte und Inhalte dieser Publikation ist Herr Roberto Gonçalves de Albuquerque, als Analyst und Chefredakteur. Herausgeber ist die Stock Market Media Ltd., 405 Kings Road, Flat 600, London; SW10 0BB, Vereinigtes Königreich, vertreten durch den Director Roberto Gonçalves de Albuquerque.

Wichtige Hinweise zur Erstellung dieser Veröffentlichung:
Diese Veröffentlichung enthält sowohl Tatsachen und Fakten zu den besprochenen Unternehmen, als auch rein subjektive Werturteile, Interpretationen, Schätzungen, Hochrechnungen, Vorhersagen und Preisziele. Diese versuchen wir, möglichst transparent voneinander abzugrenzen, um irreführende Angaben zu vermeiden. Recherche, Aufbereitung und Formulierung erfolgen dabei unter Einsatz gängiger digitaler und KI-gestützter Hilfsmittel; die inhaltliche Prüfung und die redaktionelle Verantwortung liegen bei uns. Die wesentlichen Grundlagen und Maßstäbe unserer Werturteile und Bewertungen, der besprochenen Aktien, basieren auf folgender Vorgehensweise:

Beurteilung und Bewertung von Unternehmen nach herkömmlichen Bewertungsmethoden (grundlegender Bewertungsansatz)

  • Einschätzung des Potentials der zukünftigen Unternehmensentwicklung (Wachstumsansatz) und Hochrechnung auf das entsprechende Bewertungspotential (Kurs-Potential-Analyse) sowie einer möglichen Unternehmens-Aktien-Bewertung aufgrund potentieller Gewinnerwartungen (KGV Hochrechnung)
  • Einschätzung des von uns erwarteten Best-Case-Szenarios im absoluten Erfolgsfall des Unternehmens (Blue-Sky-Potential-Ansatz)
  • Effekt der von uns erwarteten, gesteigerten Bekanntheit der empfohlenen Aktie auf den Aktienkurs durch einen starken Anstieg der Nachfrage am Markt (insbesondere maßgeblich bei marktengen oder neu bzw. erstmals empfohlenen Aktien) aufgrund der von uns oder Dritten veröffentlichten Publikationen (meistens Kaufempfehlungen), (Multiplikator- / Momentum-Effekt, Hype), dadurch überproportional steigende Rendite/Aktienkurs bei entsprechend steigendem Risiko
  • Technische Analyse des Aktienkurses gemäß gängiger Analyse-Methoden, meist zur Voraussage von Kurs-Signalen (Kauf- oder Verkaufssignal, Ausbruch der Aktie, Festlegung von Kurszielen, Unterstützungs- oder Widerstandsbereichen, erwarteten Mindestbewegungen oder Mindest-Gegenbewegungen, Voraussage von Signalpunkten (wenn-dann), etc.), größtenteils auf der erwarteten Massenpsychologie aufbauend. (technischer Ansatz).

Herkömmliche Bewertungsansätze sind bei jungen oder noch umsatzlosen Unternehmen oft schlecht sinnvoll anwendbar. Daher stützen wir uns bei der Bewertung von solchen Unternehmen tendenziell auf die von uns errechnete Potential-Analyse, sowie die Einschätzung der Nachfrage nach solchen Aktien am Kapitalmarkt. Letztendlich entscheidet der Markt über den Aktienkurs eines Unternehmens. Entsteht durch umfangreiche Empfehlungen einer Aktie, eine exzessive Nachfrage nach dieser, ist es möglich, dass der Aktienkurs bei einem hohen Handelsvolumen überdurchschnittlich steigt. Dies führt zwar zu extremen Gewinnmöglichkeit, erhöht jedoch entsprechend das Risiko einer Blasenbildung mit entsprechendem Kursrückgang. Durch die gesteigerte Volatilität der Aktie in solchen Situationen ergeben sich überdurchschnittliche Gewinn- und Verlustmöglichkeiten, sowohl in beide Handelsrichtungen als auch bei wiederkehrenden Gegenbewegungen. Auch solche Marktentwicklungen sind ein wichtiger Teil unserer Handelsempfehlungen und Bewertungsansätze.

Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

Hinweis zu Informationsquellen:
Die Zuverlässigkeit von Informationsquellen wird von uns vor deren Verwendung ausführlich geprüft und von uns entsprechend ihrer Glaubwürdigkeit und Bedeutung subjektiv bewertet. Dabei entscheiden wir nach eigenen Maßstäben, welche Quellen wir für relevant, zu konservativ oder zu optimistisch halten. Letztendlich legen wir unsere Empfehlungen aufgrund unserer persönlichen Einschätzungen fest. Bei der Informationsbeschaffung greifen wir auf zahlreiche öffentlich zugängliche Quellen zurück wie z.B. Pressemitteilungen, Ad-Hoc-Mitteilungen, Unternehmensmeldungen, Firmenpräsentationen, Publikationen und Artikeln zum besprochenen Unternehmen, gängige Finanzmedien im In- und Ausland sowie auf Unternehmens- oder Branchen-Analysen Dritter.

In unseren Publikationen werden ausschließlich öffentlich verfügbare Informationen und Quellen, sowie vom Unternehmen selbst verbreitete Informationen verwendet.

Hinweis zu bestehenden Interessenkonflikten:
Wir weisen hiermit darauf hin, dass Gesellschafter, Redakteure, Mitarbeiter sowie Personen bzw. Unternehmen die an der Erstellung dieser Veröffentlichung beteiligt sind, sowie Auftraggeber (Dritte) der Publikation von Stock Market Media Ltd. zum Zeitpunkt dieser Veröffentlichung direkt oder indirekt Anteile an Wertpapieren, welche im Rahmen der jeweiligen Publikation besprochen werden, halten. und daher an einer Kurs- und/oder Umsatzsteigerung, d.h. auch einer erhöhten Handelsliquidität interessiert sind, da die Absicht besteht, in unmittelbarem Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung diese Wertpapiere zu verkaufen und an steigenden Kursen und Umsätzen zu partizipieren. Ein Kurszuwachs der Aktien der vorgestellten Unternehmen kann zu einem Vermögenszuwachs bei diesen Personen führen. Durch die Besprechung des Unternehmens können jedenfalls der Aktienkurs des Unternehmens erheblich beeinflusst werden. Insbesondere wird auch durch Wertpapiertransaktionen der Aktienkurs der besprochenen Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Dies gilt insbesondere, wenn es sich um Unternehmen handelt deren Aktien keine breite Marktkapitalisierung haben und bei denen nur ein enger Markt besteht. Hier können auch nur geringe Auftragsvolumen erhebliche Auswirkungen auf die Kurse haben. Sie sind aber auch daran interessiert, dass der Kurs des besprochenen Unternehmens sinkt, wenn sie deren Aktien günstiger erwerben wollen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Stock Market Media Ltd. und seine Mitarbeiter werden zudem für die Vorbereitung, elektronische Verbreitung und Veröffentlichung dieser Publikation sowie für andere Dienstleitungen entgeltlich entlohnt. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Diese Vergütung kann durch das Unternehmen über das die Stock Market Media Ltd. Informationen veröffentlicht, durch mit diesen Unternehmen verbundene Dritte oder sonstige Dritte, die ein Interesse in Bezug auf die im Zusammenhang mit dieser Veröffentlichung besprochenen Unternehmen verfolgen, erfolgen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen. Dieser wird zunächst dadurch begründet, dass die Stock Market Media Ltd. im Interesse ihres Auftraggebers ihre Ausführungen vornehmen könnte. Die Stock Market Media Ltd. und/oder mit ihr verbundene Unternehmen haben mit der gegenständlichen Gesellschaft bzw. mit deren Aktionären eine kostenpflichtige Vereinbarung zur Erstellung der redaktionellen Besprechung getroffen. Dies begründet laut Gesetz einen Interessenskonflikt, auf den wir hiermit ausdrücklich hinweisen.

Hinweis zur Handhabe der internen Organisationspflichten:
Aufgrund der geringen Unternehmensgröße des Herausgebers, ist eine interne Kontrolle der Compliance Prozesse der an dieser Publikation mitwirkenden Mitarbeiter und sonstigen Beteiligten überschaubar.

Verantwortliche Aufsichtsbehörde:
Die Stock Market Media Ltd. hat ihre Tätigkeit gemäß § 86 WpHG bei der BaFin angezeigt.