CNN-Gründer Ted Turner stirbt im Alter von 87 Jahren
Der Medienunternehmer und Philanthrop hinterlässt ein Lebenswerk, das die globale Nachrichtenlandschaft für immer veränderte.

Ted Turner, einer der einflussreichsten Medienunternehmer der amerikanischen Geschichte, ist tot. Der Gründer des Nachrichtensenders CNN starb im Alter von 87 Jahren. Dies berichtete CNN am Mittwoch unter Berufung auf eine Pressemitteilung von Turner Enterprises. Bereits im September 2018 hatte Turner öffentlich gemacht, dass er an Lewy-Körper-Demenz leidet – einer degenerativen Nervenerkrankung.
Robert Edward Turner III wurde am 19. November 1938 in Cincinnati geboren und zog im Alter von neun Jahren mit seiner Familie in den amerikanischen Süden. Auf Militärschulen entwickelte er früh seine Leidenschaften für Debattieren und Segeln. An der Brown University in Rhode Island schrieb er sich für klassische Altertumswissenschaften ein – sehr zum Missfallen seines Vaters, der Betriebswirtschaft bevorzugt hätte. Sein Studium schloss Turner nie ab.
Vom Plakatwerbungs-Erbe zum Medienimperium
Den Grundstein für sein Vermögen legte Turner im Familienunternehmen. Mit nur 24 Jahren übernahm er die Leitung des väterlichen Plakatwerbegeschäfts in Savannah, Georgia, nachdem sein Vater Suizid begangen hatte. Das Unternehmen wurde zunächst verkauft, um Schulden zu begleichen – doch Turner kämpfte in einer familieninternen Auseinandersetzung erfolgreich darum, die Firma zurückzukaufen und führte sie anschließend zum Erfolg.
1970 kaufte Turner gegen den ausdrücklichen Rat seiner Berater für 2,5 Millionen Dollar einen angeschlagenen UHF-Fernsehsender in Atlanta, der heute unter dem Namen WTBS bekannt ist. Nach einem schwierigen Start gelang es ihm, den Sender mit kostengünstigem 24-Stunden-Programm in die Gewinnzone zu führen. Dieser mutige Schritt legte das Fundament für ein Medienimperium, das die amerikanische Fernsehlandschaft nachhaltig prägen sollte.
Sein Gespür für Chancen trieb Turner weiter voran. Er baute sein Turner Broadcasting System zu einer riesigen, wegweisenden Fernsehgruppe aus, deren Sender sich auf Nachrichten, Sport, Wiederholungen und alte Filme spezialisierten. Hinzu kam der Kauf des Filmstudios MGM/UA. Den vorläufigen Höhepunkt seiner Unternehmerlaufbahn markierte die Fusion von Turner Broadcasting System mit Time Warner im Jahr 1996. Als Hauptaktionär und Leiter der Kabelnetzsparte des neuen Konzerns hatte Turner jedoch Schwierigkeiten, sich in ein Konzernsystem einzufügen – nach Jahrzehnten als sein eigener Chef. Schließlich verlor er die Kontrolle über seine Sender.
Sportler, Segler und Philanthrop
Turner war weit mehr als nur ein Medienunternehmer. In den 1970er Jahren besaß er das Baseballteam Atlanta Braves sowie die Atlanta Hawks aus der National Basketball Association. Als Segler steuerte er seine Yacht „Courageous" zum Sieg beim renommierten America's Cup. 1986 rief er die Goodwill Games ins Leben, einen olympiaähnlichen internationalen Sportwettbewerb, und kaufte 1988 eine Wrestling-Organisation, die weiteren TV-Content lieferte.
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Zur AktienanalyseZu den prägenden Persönlichkeiten in seinem Leben zählte auch die Oscar-Preisträgerin Jane Fonda. Turner war für seinen schelmischen Charakter bekannt – Spitznamen wie „Mouth of the South", „Captain Outrageous" und „Terrible Ted" spiegeln seine ungestüme Persönlichkeit wider. Sein eigenes Selbstbild fasste er einmal treffend zusammen: „Wenn ich nur ein wenig Bescheidenheit hätte, wäre ich perfekt."
Sein Engagement ging weit über die Geschäftswelt hinaus. Turner wurde einer der größten Landbesitzer in den Vereinigten Staaten und zählte zu den weltweit führenden Umweltschützern. Als bedeutender Philanthrop spendete er eine Milliarde Dollar an die Vereinten Nationen. Die Sorge vor einem Atomkrieg bewog ihn 2001 zur Mitgründung der Nuclear Threat Initiative. Das Magazin Forbes schätzte sein Vermögen zuletzt auf 2,8 Milliarden Dollar.

