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CMA will Aldi und Lidl in Großbritannien stärker regulieren

Britische Wettbewerbsbehörde plant, Immobilienklauseln auf die Discounter auszuweiten und so fairen Wettbewerb zu sichern.

7. August 2026 2 Min
CMA will Aldi und Lidl in Großbritannien stärker regulieren

Die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (Competition and Markets Authority, CMA) will Aldi und Lidl künftig denselben Immobilienregeln unterwerfen wie etablierte Supermarktketten. Konkret geht es um sogenannte „Controlled Land Orders" – Vorschriften, die verhindern sollen, dass große Lebensmittelhändler durch gezielte Grundstückskäufe oder -pachtverträge die Ansiedlung von Konkurrenten in ihrer Nähe blockieren. Die CMA gab ihre Absicht am Freitag bekannt und eröffnete eine Konsultationsphase bis zum 7. September.

Die Regelung wurde ursprünglich 2010 eingeführt, um das sogenannte „Land Banking" einzudämmen – eine Praxis, bei der große Supermarktketten während des Expansionsbooms der 2000er Jahre Grundstücke aufkauften, ohne sie zu bebauen, oder Flächen an Nicht-Lebensmittelhändler vermieteten, um Wettbewerber fernzuhalten. Derzeit gilt die Verordnung für sieben Einzelhändler: Asda, Co-op, Marks and Spencer, Morrisons, J Sainsbury, Tesco und Waitrose. Aldi und Lidl waren bislang ausgenommen.

Wachsende Marktmacht der Discounter

Der Vorstoß der CMA kommt nicht von ungefähr: Laut Daten von Worldpanel halten Aldi und Lidl mittlerweile gemeinsam rund 21 Prozent des britischen Lebensmittelmarktes. Die Behörde stellte zudem fest, dass beide Discounter inzwischen zu den fünf größten Einzelhändlern im 215 Milliarden Pfund schweren britischen Lebensmittelmarkt zählen. Damit haben sie eine Größenordnung erreicht, die eine Gleichbehandlung mit den traditionellen Supermarktketten rechtfertigt.

Ausgelöst wurde das Verfahren durch Forderungen von Sainsbury's, Morrisons und Iceland, die Anfang des Jahres beim Regulator vorstellig wurden. Sainsbury's argumentierte, die uneingeschränkte Expansion der Discounter verschaffe diesen einen Wettbewerbsvorteil bei der Gestaltung lokaler Märkte. Morrisons verwies darauf, dass immer mehr Kunden ihren gesamten Wocheneinkauf bei Aldi oder Lidl erledigen. Iceland betonte, die ursprüngliche Begründung für die Ausnahme der Discounter – ihr Angebot unterscheide sich wesentlich von herkömmlichen Supermärkten – sei nicht mehr zeitgemäß, da sich diese Lücke längst geschlossen habe.

CMA-Exekutivdirektorin Juliette Enser begründete den Schritt mit dem Schutz der Verbraucher: „Es geht darum, den Käufern die Wahl zu lassen, wo sie ihr Geld ausgeben, und faire Wettbewerbsbedingungen für alle großen Supermärkte zu schaffen." Sie ergänzte: „Wir möchten, dass jeder beim Lebensmitteleinkauf die beste Auswahl an Supermärkten und Preisen hat."

Aldi und Lidl sehen Wachstumspläne unberührt

Beide Discounter reagierten gelassen auf die Ankündigung. Aldi erklärte, die vorläufige Entscheidung der CMA habe keine Auswirkungen auf die langfristigen Wachstumspläne im gesamten Vereinigten Königreich. Das Unternehmen halte an seinem Ziel fest, hunderte neue Filialen im ganzen Land zu eröffnen. Lidl betonte seinerseits, den Wettbewerb auf dem Markt stets begrüßt zu haben, und zeigte sich überzeugt, dass ein etwaiges Ergebnis die eigene Dynamik und das Wachstum nicht beeinträchtigen werde.

Für deutsche Anleger und Beobachter ist der Fall besonders relevant, da sowohl Aldi als auch Lidl deutsche Unternehmen sind – Aldi mit Wurzeln in Essen und Mülheim an der Ruhr, Lidl als Teil der Schwarz-Gruppe mit Sitz in Neckarsulm. Beide Konzerne haben in den vergangenen Jahren massiv in ihre britische Präsenz investiert und gelten als Treiber des Preisdrucks im gesamten europäischen Lebensmitteleinzelhandel. Die Entscheidung der CMA könnte Signalwirkung für andere europäische Regulierungsbehörden haben, die ähnliche Marktentwicklungen beobachten.

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