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CMA CGM übernimmt Betrieb zweier syrischer Trockenhäfen

Der französische Logistikkonzern CMA CGM baut sein Engagement in Syrien mit zwei neuen Trockenhäfen weiter aus.

CMA CGM übernimmt Betrieb zweier syrischer Trockenhäfen

Der französische Schifffahrts- und Logistikkonzern CMA CGM hat ein weiteres Abkommen in Syrien unterzeichnet. Syriens Generalbehörde für Grenzen und Zoll vereinbarte mit dem Konzern den Betrieb von zwei Trockenhäfen in den Freizonen von Adra und Aleppo, wie die syrische staatliche Nachrichtenagentur SANA am Dienstag berichtete. Die Vereinbarung umfasst das Management und den Betrieb der Trockenhäfen zur Unterstützung von Logistik und Handel.

Das Abkommen fiel zeitlich mit einem symbolisch bedeutsamen Ereignis zusammen: der Inbetriebnahme eines Test-Güterzugs, der den Hafen von Latakia – Syriens wichtigsten Seezugang – mit Adra verbindet. Diese Bahnverbindung war aufgrund des syrischen Bürgerkriegs 14 Jahre lang unterbrochen gewesen. Die Wiederaufnahme des Zugbetriebs unterstreicht den schrittweisen Wiederaufbau der syrischen Infrastruktur nach Jahren des Konflikts.

CMA CGM sichert sich langfristige Position in Syrien

Das neue Abkommen reiht sich in eine wachsende Präsenz von CMA CGM in Syrien ein. Bereits im Mai 2025 hatte sich der Konzern einen 30-jährigen Vertrag zur Modernisierung und zum Betrieb des Hafens von Latakia gesichert. Mit den nun hinzukommenden Trockenhäfen in Adra und Aleppo entsteht ein zusammenhängendes Logistiknetzwerk, das Seehafen und Binnenland miteinander verbindet.

Eine besondere Rolle spielt dabei Konzernchef Rodolphe Saadé. Der Franzose libanesischer Herkunft hat syrische Wurzeln und familiäre Bindungen zu dem Land. Dies dürfte das persönliche Engagement des Unternehmens in der Region zusätzlich erklären.

Politischer Wandel ebnet den Weg für Investitionen

Der geopolitische Hintergrund für diese Entwicklungen ist entscheidend. Nach dem Sturz von Machthaber Baschar al-Assad im Dezember 2024 hat die Europäische Union ihre Wirtschaftssanktionen gegenüber Syrien weitgehend aufgehoben. Am 11. Mai stellte die EU zudem die vollständige Anwendung ihres Kooperationsabkommens mit Syrien aus dem Jahr 1977 wieder her. Damit beendete sie eine teilweise Aussetzung, die 2011 aufgrund von Menschenrechtsverletzungen unter Assad verhängt worden war.

Diese politischen Veränderungen schaffen ein neues Investitionsklima für internationale Unternehmen in Syrien. CMA CGM gehört zu den ersten großen westlichen Konzernen, die sich mit langfristigen Verträgen in dem Land positionieren. Für deutsche Anleger und Logistikunternehmen ist die Entwicklung ein Signal, dass Syrien nach Jahren der internationalen Isolation schrittweise wieder in globale Handelsrouten integriert wird.

Trockenhäfen – auch Inland Container Depots genannt – fungieren als logistische Knotenpunkte im Landesinneren. Sie ermöglichen die Abfertigung, Lagerung und den Weitertransport von Containern fernab der eigentlichen Seehäfen und sind ein zentrales Element moderner Lieferketten.

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