CMA CGM Schiff durchquert erstmals Straße von Hormus seit Kriegsbeginn
Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM passierte am 2. April die blockierte Meerenge – ein diplomatisches Signal.
Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM hat die Straße von Hormus durchquert – als erstes Schiff in französischem Besitz seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar. Die unter maltesischer Flagge fahrende „Kribi" passierte die strategisch bedeutsame Meerenge am 2. April und sorgte damit für Aufsehen in der internationalen Schifffahrts- und Diplomatieszene.
Die Umstände der Durchfahrt sind noch nicht vollständig geklärt. Wie das Schiff die sichere Passage sicherte, blieb zunächst unklar. CMA CGM reagierte nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme, und auch das Büro von Präsident Emmanuel Macron antwortete nicht unmittelbar auf die Frage, ob die französische Regierung die Durchfahrt diplomatisch vermittelt habe.
Signalwirkung durch AIS-Daten
Schifffahrtsdaten des Datenanbieters LSEG liefern jedoch einen aufschlussreichen Hinweis: Das Schiff änderte am Donnerstag sein Ziel im Automatischen Identifikationssystem (AIS) auf „Owner France", bevor es in die iranischen Hoheitsgewässer einfuhr. Dieser Schritt sollte den iranischen Behörden offenbar die Nationalität des Eigentümers signalisieren. Eine ähnliche Taktik haben bereits mehrere chinesische Schiffe angewandt, die die Meerenge passierten und dabei „Chinese owner & crew" als Ziel angaben – ein Mittel, um in Konfliktzonen Neutralität zu betonen.
Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt. Vor ihrer faktischen Schließung durch den Krieg verlief durch sie etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssigerdgaslieferungen (LNG). Ihre Blockade hat erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte, die Düngemittelversorgung und den internationalen Handel – mit direkten Folgen auch für europäische Verbraucher und Unternehmen.
Macron setzt auf Diplomatie statt Militär
Bemerkenswert ist der Zeitpunkt der Durchfahrt: Die „Kribi" passierte die Meerenge genau an dem Tag, an dem Frankreichs Präsident Emmanuel Macron öffentlich erklärte, eine Militäroperation zur Öffnung der Straße sei unrealistisch. „Diese Meerenge muss wieder geöffnet werden, da sie von strategischer Bedeutung für Energieströme, Düngemittel und den internationalen Handel ist. Dies kann jedoch nur in Absprache mit dem Iran geschehen", sagte Macron.
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Zur AktienanalyseFrankreich verfolgt in diesem Konflikt einen dezidiert diplomatischen Kurs. Macron arbeitet mit europäischen und anderen Verbündeten daran, eine Koalition aufzubauen, die die freie Durchfahrt durch die Straße von Hormus garantieren soll, sobald die Feindseligkeiten eingestellt sind. Parallel dazu haben französische Diplomaten in der vergangenen Woche aktiv daran gearbeitet, eine Resolution im UN-Sicherheitsrat abzuschwächen, die ein gewaltsames Vorgehen in der Meerenge ermöglicht hätte.
Die ursprüngliche Route der „Kribi" führte laut AIS-Daten nach Pointe-Noire in der Republik Kongo. Das Schiff fährt derzeit südlich entlang der Küste von Oman. Die erfolgreiche Durchfahrt könnte als erster Testfall für künftige diplomatische Lösungen zur Wiedereröffnung der Meerenge gewertet werden – und zeigt, dass individuelle Schifffahrtsrouten zunehmend zum Instrument geopolitischer Kommunikation werden.


