CMA CGM durchquert als erstes Westschiff Straße von Hormus
Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM passierte erstmals seit Kriegsbeginn die kritische Meerenge – ein historisches Signal.
Ein Containerschiff der französischen Reederei CMA CGM hat die Straße von Hormus als erstes Schiff mit westlichem Bezug seit Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar durchquert. Dies berichtet Bloomberg News und wertet den Vorfall als vorsichtigen Schritt in Richtung einer Normalisierung des internationalen Schiffsverkehrs. Die Durchfahrt gilt als bedeutendes Signal für die globale Schifffahrt und die Rohstoffmärkte.
Die unter maltesischer Flagge fahrende „CMA CGM Kribi" segelte am Donnerstagnachmittag von Gewässern vor Dubai in östlicher Richtung. Das Schiff navigierte entlang der iranischen Küste durch den ausgewiesenen Korridor zwischen den Inseln Qeschm und Larak. Während der Passage signalisierte das Schiff aktiv seine französische Eigentümerschaft – ein bemerkenswerter Schritt angesichts der wochenlangen Unterbrechungen in der Region.
Das Schiff hatte seit Anfang März im Persischen Golf vor Anker gelegen, was den drastischen Rückgang des nicht-iranischen Schiffsverkehrs nach der Eskalation der Feindseligkeiten widerspiegelt. Es wird davon ausgegangen, dass CMA CGM – die weltweit drittgrößte Containerreederei im Mehrheitsbesitz der Familie Saadé – eng mit den iranischen Schifffahrtsbehörden zusammengearbeitet hat, um die sichere Durchfahrt zu ermöglichen. Das Schiff befindet sich mutmaßlich auf dem Weg nach Pointe-Noire in der Republik Kongo, als Teil einer Route, die Indien, den Persischen Golf und Afrika verbindet.
Strategische Bedeutung der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Rund 20 Prozent des globalen Ölangebots werden durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und Oman transportiert. Seit der Eskalation des Konflikts hat der Iran wiederholt Handelsschiffe mit Drohnen und Raketen angegriffen, was den westlichen Schiffsverkehr in der Region weitgehend zum Erliegen brachte. Die Unterbrechung hat die Öl- und Gaspreise kräftig in die Höhe getrieben und Sorgen über weitreichendere wirtschaftliche Folgen ausgelöst.
Die Entwicklung fällt in eine Zeit erheblicher politischer Spannungen innerhalb der westlichen Allianz. US-Präsident Donald Trump erklärte gegenüber NATO-Verbündeten, dass „der schwierige Teil erledigt" sei, und forderte sie auf, die Verantwortung für die Sicherung der Ölströme durch die Straße von Hormus zu übernehmen. In einer Ansprache am Mittwochabend sagte Trump, die Vereinigten Staaten stünden „sehr kurz" vor einem Ende des Krieges.
Trump vs. Macron: Transatlantischer Streit um den Iran-Kurs
Trump richtete konkrete Kritik an Frankreich und Präsident Emmanuel Macron, dem er eine unzureichende Unterstützung militärischer Maßnahmen gegen den Iran vorwarf. „Die Länder der Welt, die Öl durch die Straße von Hormus beziehen, müssen sich um diese Passage kümmern", sagte Trump. „Sie müssen sie schätzen. Sie müssen sie sich greifen und sie schätzen, sie können das problemlos tun."
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Zur AktienanalyseMacron wies die Kritik während eines Besuchs in Südkorea entschieden zurück und forderte einen konsistenteren und maßvolleren Ansatz in der Krisenpolitik. „Dies ist keine Show. Wir sprechen hier über Krieg und Frieden und das Leben von Männern und Frauen", sagte der französische Präsident. In einer offensichtlichen Anspielung auf Trumps wechselhafte Rhetorik fügte Macron hinzu: „Wenn man ernst genommen werden will, sagt man nicht jeden Tag das Gegenteil von dem, was man am Vortag gesagt hat."
Die NATO-Partner zeigen sich bislang zurückhaltend gegenüber direkten Interventionen zur Wiedereröffnung der Meerenge. Vor diesem Hintergrund könnte die Durchfahrt der „CMA CGM Kribi" als diplomatisches Signal Frankreichs gewertet werden – ein eigenständiger Weg zur Normalisierung der Handelsrouten, ohne auf militärische Eskalation zu setzen. Für die globalen Rohstoff- und Energiemärkte bleibt die weitere Entwicklung in der Straße von Hormus von entscheidender Bedeutung.


