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Clear Street bietet Pre-IPO-Zugang zu KI-Riesen Databricks

Der Fintech-Broker startet eine neue Plattform für akkreditierte Anleger – beginnend mit dem 188-Milliarden-Dollar-KI-Unternehmen Databricks.

1. August 2026 3 Min
Clear Street bietet Pre-IPO-Zugang zu KI-Riesen Databricks

Das Prime-Brokerage-Startup Clear Street bringt eine neue Plattform auf den Markt, die akkreditierten Anlegern den Zugang zu privaten Technologieunternehmen vor deren Börsengang ermöglichen soll. Den Auftakt macht der KI-Software-Gigant Databricks, der diesen Monat mit 188 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Wie CNBC zuerst berichtete, plant Clear Street, bis zum Jahresende bis zu 30 private Unternehmen auf der Plattform aufzunehmen.

„Das Ziel ist es, Hürden abzubauen und mehr Menschen die Möglichkeit zu geben, in mehr Produkte zu investieren", sagte Uri Cohen, CEO und Mitbegründer von Clear Street, in einem Interview. „Ein Großteil der Wertschöpfung fand in den privaten Märkten statt, und immer mehr Privatanleger und kleinere Investoren wollen daran teilhaben."

Der Hintergrund ist ein struktureller Wandel an den Kapitalmärkten: Immer mehr Startups bleiben länger privat, wodurch ein erheblicher Teil ihrer Wertschöpfung vor einem Börsengang (IPO) stattfindet. Dies hat die Nachfrage von vermögenden Anlegern nach einem Engagement bei Unternehmen wie Databricks, Anthropic und OpenAI deutlich angefacht.

Wettbewerb mit Goldman Sachs um private Marktanteile

Clear Street ist nicht allein in diesem Rennen. Erst vergangene Woche berichtete CNBC, dass Goldman Sachs eine neue Plattform geschaffen hat, um sein Angebot für wohlhabende Kunden und Family Offices zu erweitern, die direkte Beteiligungen an schnell wachsenden privaten Unternehmen anstreben. Der Wettbewerb um den lukrativen Pre-IPO-Markt an der Wall Street nimmt damit spürbar zu.

Clear Streets Plattform soll Anlegern ermöglichen, berechtigte Pre-IPO-Positionen zu finanzieren. Zudem führt das Unternehmen dedizierte Aktienanalysen für private Unternehmen ein, geleitet vom Analysten Owen Lau. CEO Cohen bezeichnete dies als Bemühen, eine Transparenz nach dem Vorbild der öffentlichen Märkte in die traditionell undurchsichtigen privaten Märkte zu bringen.

Die Zielgruppe der Plattform sind hauptsächlich Technologieunternehmen im Bewertungsbereich von 5 bis 20 Milliarden US-Dollar, die etwa sechs Monate bis zwei Jahre vor einem Börsengang stehen.

Komplexe Struktur: Databricks ist nicht direkt beteiligt

Die Mechanik der Deals offenbart jedoch eine wichtige Einschränkung: Databricks ist nicht direkt an der Transaktion beteiligt. Anleger erwerben keine direkt von Databricks ausgegebenen Aktien, sondern eine Beteiligung an einer Zweckgesellschaft (SPV), die wiederum eine Beteiligung an einem Drittfonds hält, dem die eigentlichen Aktien gehören. Für Databricks bleibt dieser externe Fonds der eingetragene Aktionär.

Ein Sprecher von Databricks erklärte in einer E-Mail, dass das Startup „keinerlei Engagement oder Beziehung zu Clear Street unterhält". Diese Distanzierung ist bemerkenswert, denn Anfang dieses Jahres gingen KI-Startups wie Anthropic bereits gegen unbefugte Zweitmarktübertragungen vor und erklärten nicht genehmigte SPVs sowie indirekte Aktienverkäufe für ungültig.

Cohen betonte jedoch, dass Clear Street als Vertragspartner hinter den Deals stehe: „Wenn es ein Risiko gibt, tragen wir es."

Clear Streets eigener Börsengang für 2027 geplant

Die Expansion in den privaten Markt erfolgt zu einem entscheidenden Zeitpunkt für Clear Street selbst. Das Unternehmen, das zuletzt in einer privaten Finanzierungsrunde Anfang dieses Jahres mit knapp 12 Milliarden US-Dollar bewertet wurde, hatte im Februar seine eigenen IPO-Pläne angesichts allgemeiner Marktvolatilität auf Eis gelegt.

Trotz des aufgeschobenen Börsengangs gibt sich Clear Street finanziell robust: Das Unternehmen ist Cashflow-positiv und hat seine Liquidität durch eine Anleiheemission mit Investment-Grade-Rating in Höhe von 400 Millionen US-Dollar gestärkt. Dies verschafft dem Unternehmen den nötigen Spielraum, seine Infrastruktur für den privaten Markt auszubauen.

„Wir befinden uns in einer Position der Stärke, daher wurde die Entscheidung für einen besseren Zeitpunkt zurückgestellt", sagte Cohen. „Wir werden definitiv eine Notierung im Jahr 2027 anstreben, abhängig von den Marktbedingungen."

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