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Clariant treibt Wasserstoffwirtschaft voran

Metallhaltige Spezialchemikalien und Katalysatoren: Schlüsselrolle für grünen Wasserstoff und E-Fuels in der Zukunft

Clariant treibt Wasserstoffwirtschaft voran

Der Schweizer Spezialchemiekonzern Clariant spielt eine entscheidende Rolle in der aufstrebenden Wasserstoffwirtschaft. Richard Haldimann, der Technologie-Vorstand des Unternehmens, kann sich über eine vielversprechende Zukunft freuen. Clariants Produkte, insbesondere Katalysatoren, sind unverzichtbar für die Herstellung von grünem Wasserstoff, Ammoniak und E-Fuels. Dies gilt, obwohl noch nicht feststeht, welche Technologien in der Zukunft für die Energieerzeugung mit grünem Wasserstoff verwendet werden.

Clariant, ein Vorreiter in der Herstellung von Katalysatoren, ist gut positioniert, um von der steigenden Nachfrage nach metallhaltigen Spezialchemikalien zu profitieren. Katalysatoren sind metallhaltige Substanzen, die chemische Reaktionen ermöglichen. In der Wasserstoff-Lieferkette werden Katalysatoren an nahezu jeder Stelle benötigt. Richard Haldimann betont das erhebliche Potenzial für das Katalysatoren-Geschäft von Clariant im Zusammenhang mit grünem Wasserstoff.

Die Katalysatoren von Clariant werden bereits seit Jahrzehnten in der chemischen Industrie eingesetzt und finden auch in der Energiewirtschaft immer mehr Anwendung. Die steigende Nachfrage aus beiden Sektoren wird voraussichtlich weiter anhalten und das Wachstum von Clariant vorantreiben.

Die Bedeutung von Wasserstoff in der Chemieindustrie ist bereits heute immens. Fast 100 Millionen Tonnen Wasserstoff werden jährlich verwendet, allerdings stammt dieser größtenteils aus fossilen Brennstoffen, was mit erheblichen Treibhausgasemissionen einhergeht. Um die Klimaziele zu erreichen, muss dieser Bedarf durch grünen Wasserstoff gedeckt werden, der durch Elektrolyse von Wasser unter Verwendung von grünem Strom hergestellt wird.

Ein Problem beim Transport von grünem Wasserstoff besteht darin, dass er sich nur bei extrem niedrigen Temperaturen verflüssigt. Eine alternative Methode ist die Umwandlung von Wasserstoff in Ammoniak, das vor Ort erzeugt wird und später in Wasserstoff und Stickstoff zurückverwandelt werden kann. Beide Prozesse erfordern Katalysatoren wie die von Clariant hergestellten, um die Effizienz zu maximieren und den Energieverlust zu minimieren.

Die Zukunft der Wasserstoffwirtschaft verspricht erhebliches Wachstum, da weltweit massive Investitionen in die Wasserstoffinfrastruktur angekündigt wurden. Experten schätzen, dass bis 2025 über zehn Gigawatt Elektrolysekapazität weltweit in Betrieb sein werden, und bis 2030 könnte diese Kapazität auf über 100 Gigawatt ansteigen. Dennoch sind weitaus höhere Kapazitäten erforderlich, um die Klimaziele zu erreichen. Die Internationale Energieagentur schätzt den Bedarf auf über 3000 Gigawatt, was darauf hinweist, dass die Wasserstoffwirtschaft noch am Anfang ihrer Entwicklung steht.

Clariant ist nicht das einzige Unternehmen, das in diesem Bereich aktiv ist. Auch Heraeus aus Hanau spielt eine wichtige Rolle, insbesondere in der PEM-Elektrolyse, bei der Katalysatoren aus seltenem Edelmetall wie Iridium benötigt werden. In Anbetracht des steigenden Bedarfs hat Heraeus jedoch kürzlich einen kostengünstigeren Katalysator auf Ruthenium-Basis entwickelt, um den Aufbau von Elektrolysekapazitäten wirtschaftlicher zu gestalten.

Die Chemiebranche setzt auch große Hoffnungen auf E-Fuels, synthetische Kraftstoffe, die aus grünem Wasserstoff und CO2 hergestellt werden. Diese könnten in Zukunft in der Schifffahrt eine Schlüsselrolle spielen. Um die Verfügbarkeit von CO2-neutralen Kraftstoffen zu erhöhen, sind erhebliche Investitionen in neue chemische Anlagen erforderlich, die ebenfalls auf spezielle Katalysatoren angewiesen sind.

Clariant hat bereits begonnen, die größte E-Methanol-Produktionsanlage in Dänemark mit metallhaltigen Spezialchemikalien zu beliefern. Diese Anlage wird jährlich 32.000 Tonnen E-Methanol produzieren und Unternehmen wie Maersk und Lego mit grünen Kraftstoffen und CO2-neutralen Rohstoffen versorgen.

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