Citigroup und Goldman Sachs: Chefs treffen Chinas Behörden in Peking
Hochrangige US-Bankenchefs führten in Peking Gespräche mit chinesischen Regulatoren über Kapitalmärkte und grenzüberschreitende Finanzierung.

Jane Fraser, Vorstandsvorsitzende der Citigroup, hat in Peking Gespräche mit dem Vorsitzenden der chinesischen Wertpapieraufsichtsbehörde (CSRC) sowie dem Parteisekretär der chinesischen Hauptstadt geführt. Im Mittelpunkt der Treffen standen der Ausbau der Zusammenarbeit in den Bereichen Vermögensverwaltung und grenzüberschreitende Finanzierung. Dies berichteten staatlich unterstützte Medien am Samstag.
Fraser war Teil einer hochkarätigen US-Wirtschaftsdelegation, die Präsident Donald Trump bei seinem ersten China-Besuch seit 2017 begleitete. Neben der Citigroup-Chefin waren Vertreter von Unternehmen wie Apple, Meta, Boeing, Cargill und Goldman Sachs vor Ort. Die Zusammensetzung der Delegation unterstreicht, welche strategische Bedeutung der chinesische Markt für führende US-Konzerne trotz anhaltender geopolitischer Spannungen besitzt.
„Der Gipfel diente den teilnehmenden US-CEOs als entscheidendes Zeitfenster, um die Unternehmensdiplomatie zu stärken und ihre strategischen Forderungen direkt bei den obersten chinesischen Behörden zu platzieren", erklärte Alfredo Montufar-Helu, Managing Director bei Ankura China Advisors in Peking.
Chinesische Seite signalisiert Offenheit
Der Pekinger Parteisekretär Yin Li betonte laut der staatlich unterstützten Beijing Youth Daily, China begrüße es, wenn die Citigroup ihr Geschäft im Land weiter ausbaue und dabei helfe, mehr internationale Unternehmen und Investitionen anzuziehen. CSRC-Chef Wu Qing tauschte sich mit Fraser zudem über das globale Wirtschafts- und Finanzumfeld sowie die Öffnung der chinesischen Kapitalmärkte aus. Diese Signale werden von Marktbeobachtern als Einladung zur vertieften Zusammenarbeit gewertet.
Unabhängig davon traf David Solomon, Vorsitzender und CEO von Goldman Sachs, mit dem Vizegouverneur der chinesischen Zentralbank sowie dem Direktor der staatlichen Devisenbehörde zusammen. Die Devisenbehörde bestätigte das Treffen in einer offiziellen Erklärung, ohne weitere inhaltliche Details zu nennen. Auch dieses Gespräch steht im Kontext der Bemühungen beider Seiten, die Finanzbeziehungen trotz politischer Spannungen aufrechtzuerhalten.
Boeing-Deal als Symbol der Annäherung
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Zur AktienanalyseNeben den Bankengesprächen sorgte eine weitere Meldung für Aufsehen: Trump erklärte nach seiner Abreise aus Peking gegenüber Reportern an Bord der Air Force One, China habe dem Kauf von 200 Boeing-Jets zugestimmt. Darüber hinaus bestehe das Potenzial, dass der Auftrag auf bis zu 750 Flugzeuge ansteige. Sollten die Aufträge tatsächlich abgeschlossen werden, wäre dies das erste große China-Geschäft für Boeing seit fast einem Jahrzehnt.
Die Treffen in Peking finden vor dem Hintergrund erheblicher Spannungen zwischen den USA und China statt. Handel, künstliche Intelligenz und allgemeine geopolitische Rivalitäten belasten die Beziehungen beider Länder seit Jahren. Dennoch zeigen die Gespräche, dass Wirtschaftsakteure auf beiden Seiten ein starkes Interesse an stabilen Finanz- und Handelsbeziehungen haben – und dass Unternehmensführer zunehmend als Brückenbauer in der Diplomatie auftreten.


