Citi und BlackRocks HPS starten Private-Credit-Programm für Europa
Citigroup und HPS Investment Partners wollen gemeinsam bis zu 15 Milliarden Euro in europäische Direktkredite investieren.

Citigroup Inc. und HPS Investment Partners, die Private-Credit-Sparte von BlackRock Inc., haben am Montag eine weitreichende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet. Das gemeinsame Programm mit dem Namen „Citi/HPS Private Capital Program" zielt auf ein Finanzierungsvolumen von bis zu 15 Milliarden Euro – umgerechnet rund 17,5 Milliarden US-Dollar – über die nächsten fünf Jahre ab.
Im Fokus der Initiative stehen Schuldtitel unterhalb des Investment-Grade-Bereichs für Unternehmens- und Private-Equity-Kunden. Geografisch richtet sich das Programm zunächst auf Kontinentaleuropa und Großbritannien aus. Perspektivisch soll die Zusammenarbeit auch auf Transaktionen im Nahen Osten ausgeweitet werden.
Die beiden Partner werden sowohl bei vorrangigen als auch bei nachrangigen Kreditoptionen kooperieren. Damit decken sie ein breites Spektrum der Kapitalstruktur ab – von besicherten Erstrangdarlehen bis hin zu risikoreicheren, aber renditestarken nachrangigen Finanzierungen.
Klare Rollenverteilung zwischen Bank und Kreditmanager
John McAuley, Co-Leiter des Bereichs Global Debt Capital Markets bei Citigroup, erläuterte die Arbeitsteilung im Interview mit Bloomberg: „Es ist das Kapital von HPS, ihre Kreditentscheidung und letztlich ihr Darlehen, aber wir steuern die Akquisition und Strukturierung bei und entscheiden dann gemeinsam, ob ein Geschäft zustande kommt."
Diese klare Rollenverteilung ist charakteristisch für das neue Modell der Zusammenarbeit zwischen Banken und Private-Credit-Managern. Citigroup bringt dabei sein Netzwerk aus Bankern, Kundenbeziehungen und Finanzierungsexpertise ein, während HPS das Kapital und die Kreditkompetenz beisteuert.
Das europäische Programm baut auf einer Strategie auf, die Citigroup bereits vor zwei Jahren erstmals in den USA eingeführt hat. Die Ausweitung auf Europa unterstreicht den Erfolg des Modells und die wachsende Bedeutung des Private-Credit-Marktes auf dem alten Kontinent.
Struktureller Wandel im Kreditmarkt
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Zur AktienanalyseDie Kooperation spiegelt einen tiefgreifenden Strukturwandel in der Finanzbranche wider. Traditionelle Banken knüpfen zunehmend Verbindungen zu Private-Credit-Firmen, um Gebühreneinnahmen zu sichern – ohne dabei angesichts höherer Eigenkapitalanforderungen zusätzliche Bilanzkapazitäten beanspruchen zu müssen. Strengere Regulierungen nach der Finanzkrise haben Banken dazu gezwungen, ihre Kreditvergabe selektiver zu gestalten.
Auf der anderen Seite stehen Private-Credit-Firmen wie HPS unter Druck, Rekordsummen an Anlegerkapital zu investieren und neue Deal-Flows zu erschließen. Der Zugang zum Kundennetzwerk einer Großbank wie Citigroup bietet dabei einen erheblichen Wettbewerbsvorteil. Für Unternehmenskunden und Private-Equity-Investoren entsteht so ein attraktiver Zugang zu flexiblen Finanzierungslösungen jenseits des klassischen Kapitalmarkts.
Private Credit – also direkte Kreditvergabe durch nicht-bankliche Investoren – hat sich in den vergangenen Jahren zu einer der am schnellsten wachsenden Anlageklassen weltweit entwickelt. Gerade in Europa, wo der Markt im Vergleich zu den USA noch weniger entwickelt ist, sehen Branchenexperten erhebliches Wachstumspotenzial. Das neue Programm von Citi und HPS dürfte diesen Trend weiter beschleunigen.


