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Citi prognostiziert USD/JPY-Anstieg auf 165 nach BoJ-Sitzung

Die US-Großbank Citi erwartet eine deutliche Yen-Abwertung – politischer Druck auf die Bank of Japan als Haupttreiber.

Citi prognostiziert USD/JPY-Anstieg auf 165 nach BoJ-Sitzung

Die Citigroup erwartet, dass die Bank of Japan (BoJ) ihren Leitzins bei der kommenden Sitzung unverändert lassen wird. Im Fokus der Märkte dürfte jedoch die anschließende Pressekonferenz von Notenbankgouverneur Kazuo Ueda stehen. Citi stuft das Ereignisrisiko der Sitzung als tendenziell negativ für den japanischen Yen ein.

Laut Einschätzung der US-Bank werden sich die Fragen auf der Pressekonferenz voraussichtlich um die Unabhängigkeit der Zentralbank drehen. Hintergrund ist der Entwurf des Wirtschaftsplans der japanischen Regierung, der Andeutungen über politischen Druck auf die BoJ enthält. Dies versetzt Gouverneur Ueda in eine schwierige Lage.

Rechtliche Grenzen schränken Uedas Spielraum ein

Citi weist darauf hin, dass die Einhaltung des Bank-of-Japan-Gesetzes es für Ueda schwierig machen würde, sich den Absichten der Regierung entschieden entgegenzustellen und gleichzeitig die Unabhängigkeit der Zentralbank zu verteidigen. Diese rechtliche Zwickmühle könnte die Handlungsfähigkeit des Notenbankchefs erheblich einschränken und Signale an die Märkte senden, dass geldpolitische Entscheidungen künftig stärker unter politischem Einfluss stehen könnten.

Für den Devisenmarkt ist dies von erheblicher Bedeutung: Eine Zentralbank, deren Unabhängigkeit in Frage gestellt wird, verliert typischerweise an Glaubwürdigkeit – was sich direkt auf die Stärke der jeweiligen Währung auswirkt. Der japanische Yen steht bereits seit geraumer Zeit unter Druck, da die BoJ im globalen Vergleich eine der lockersten Geldpolitiken verfolgt.

Interventionszögern als weiterer Belastungsfaktor

Neben dem politischen Druck identifiziert Citi einen zweiten wesentlichen Belastungsfaktor für den Yen: das offensichtliche Zögern der japanischen Regierung und des Finanzministeriums bei der Interventionspolitik zur Stützung der Währung. In der Vergangenheit hatte Japan mehrfach am Devisenmarkt interveniert, um einen zu starken Yen-Verfall zu bremsen. Die aktuelle Zurückhaltung der Behörden sendet jedoch ein Signal der Passivität an die Märkte.

Die Kombination aus Sorgen über politischen Druck auf die Zentralbank und der Unsicherheit über die Interventionspolitik bildet laut Citi die Grundlage für ihre Prognose einer weiteren Yen-Abwertung. Das Institut sieht konkretes Potenzial für einen Anstieg des USD/JPY-Wechselkurses auf rund 165 Yen pro US-Dollar in naher Zukunft.

Bedeutung für deutsche Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung des Yen aus mehreren Gründen relevant. Zum einen sind viele exportorientierte japanische Unternehmen, die in deutschen Depots vertreten sind, direkt vom Wechselkurs betroffen. Zum anderen können Yen-Schwäche-Phasen Chancen für währungsgesicherte Japan-Investments bieten oder bestehende Positionen belasten, je nach Absicherungsstrategie.

Ein USD/JPY-Kurs von 165 würde zudem historisch betrachtet ein sehr hohes Niveau darstellen und die Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen der japanischen Behörden weiter anheizen. Anleger sollten die BoJ-Sitzung und die anschließende Pressekonferenz von Gouverneur Ueda daher aufmerksam verfolgen.

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