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Citi nennt Top-Aktien für Chinas 295-Milliarden-KI-Infrastrukturplan

China plant ein 2-Billionen-Yuan-Rechenzentrum-Netz – Citi identifiziert die größten Profiteure der Lokalisierungsstrategie.

Citi nennt Top-Aktien für Chinas 295-Milliarden-KI-Infrastrukturplan

Die chinesische Regierung plant Berichten zufolge, in den nächsten fünf Jahren rund 2 Billionen Yuan (umgerechnet etwa 295 Milliarden US-Dollar) in den Aufbau eines landesweiten Rechenzentrumsnetzwerks zu investieren. Die US-Großbank Citi hat diesen Plan als einen „monumentalen Katalysator für Chinas digitale Infrastruktur" bezeichnet und einen Korb von Aktien identifiziert, die nach Einschätzung der Analysten zu den Hauptprofiteuren gehören werden.

Die Initiative steht unter der Leitung der NDRC (Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission) und wird primär von großen staatlichen Betreibern umgesetzt. Ein zentrales Element des Plans ist die Vorschrift, dass mindestens 80 Prozent der eingesetzten KI-Chips aus heimischer Produktion stammen müssen – ein klares Signal zur technologischen Abkopplung von westlichen Lieferketten.

Rekordaufträge bei Rechenzentrumsbetreibern

Im Bereich der Rechenzentren verweist Citi auf GDS und VNET als direkte Profiteure. Beide Unternehmen verzeichnen bereits eine positive Dynamik: GDS meldete im ersten Quartal 2026 neue Buchungen von rund 200 Megawatt, während VNET Neuaufträge über mehr als 500 Megawatt unterzeichnete – beides Rekordwerte im Großkundengeschäft. Laut Citi werden diese Trends direkt durch die beschleunigte Nachfrage unterstützt, die der staatliche Plan voraussichtlich generieren wird.

Bei angenommenen Gesamtkosten von etwa 200 Millionen Yuan pro Megawatt schätzt Citi, dass der Plan eine neue KI-Rechenzentrumskapazität von rund 10 Gigawatt über fünf Jahre impliziert – das entspricht etwa 2 Gigawatt pro Jahr. Zum Vergleich: Chinas derzeit geschätzte installierte KI-taugliche Kapazität liegt bei rund 20 Gigawatt. Der Plan würde diese Basis damit um rund 50 Prozent erweitern – ein enormer Wachstumsschub für die gesamte Branche.

Lokalisierung der Lieferkette als Investmentthema

Besonders profitieren sollen laut Citi jene Unternehmen, die das lokalisierte KI-Server-Ökosystem bedienen. Die Bank nennt explizit IEIT, Lenovo und ZTE als „Hauptprofiteure und Stellvertreter für das lokalisierte KI-Server-Ökosystem". Die Vorgabe für heimische Chips werde die Nachfrage nach KI-Servern in deren Servergeschäften ankurbeln – einem Bereich, der derzeit noch durch Lieferengpässe begrenzt ist.

Die Liste der von Citi favorisierten Titel wird durch zwei weitere Unternehmen ergänzt: Accelink, ein führender heimischer Hersteller von optischen Transceivern, sowie Chinasoft, das als ITS- und ISV-Partner von Huawei positioniert ist. Beide Unternehmen sind tief in die Infrastruktur eingebettet, die für den Betrieb und die Vernetzung großer KI-Rechenzentren benötigt wird.

Überblick: Die von Citi genannten Profiteure

  • **GDS

** – Rechenzentrumsbetreiber, Rekordnachfrage im Q1 2026

  • **

VNET

** – Rechenzentrumsbetreiber, Neuaufträge über 500 MW

  • **

IEIT

** – KI-Server-Ökosystem, Lokalisierungsprofiteur

  • **

Lenovo

** – KI-Server-Ökosystem, Lokalisierungsprofiteur

  • **

ZTE

** – KI-Server-Ökosystem, Lokalisierungsprofiteur

  • **

Accelink

** – Optische Transceiver, heimischer Hersteller

  • **

Chinasoft** – ITS/ISV-Partner von Huawei

Für deutsche Anleger ist das Thema relevant, da chinesische Technologieaktien zunehmend im Fokus globaler Investoren stehen. Die staatlich gesteuerte Lokalisierungsstrategie schafft dabei strukturelle Wachstumstreiber, die unabhängig von geopolitischen Spannungen mit dem Westen wirken – und gezielt jene Unternehmen begünstigen, die auf heimische Technologie setzen.

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