Citi erwartet stabile Ölpreise trotz drohender Überangebots-Risiken
Geopolitische Spannungen und US-Sanktionen gegen Russland stützen Brent-Öl über 60 Dollar pro Barrel.

Die US-Investmentbank Citi rechnet trotz erwarteter Überangebots-Risiken mit anhaltend hohen Ölpreisen. Als Hauptgründe nennen die Analysten zunehmende geopolitische Spannungen, verschärfte US-Sanktionen gegen russisches Öl und eine robuste chinesische Nachfrage. Zu Jahresbeginn hatten Marktteilnehmer noch mit einem deutlichen Überangebot gerechnet.
Die Citi sieht bei einer weiteren geopolitischen Eskalation Potenzial für einen Anstieg auf ihr kurzfristiges Kursziel von 70 Dollar je Barrel. Produktionsausfälle in Kasachstan, extreme Kälte in den USA und die Verschärfung der US-Beschränkungen für russische Ölkäufe hätten die Preise über der Marke von 60 Dollar stabilisiert. Am Mittwoch erreichte Öl den höchsten Stand seit Ende September.
Besonders die Iran-Krise belastet die Märkte. US-Präsident Donald Trump forderte Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren und ein Atomabkommen zu schließen. Andernfalls drohte er mit weitaus schwereren Angriffen als bisher. Der Iran reagierte mit Vergeltungsdrohungen gegen die USA, Israel und deren Verbündete.
Iran-Risiko erhöht Risikoprämie
Die Citi beziffert die zusätzliche Risikoprämie durch mögliche Iran-Angriffe auf 3 bis 4 Dollar pro Barrel. Bei einer weiteren Zuspitzung könnte diese Prämie noch deutlich steigen. Das bullische Preisszenario der Bank von 72 Dollar und das kurzfristige Ziel von 70 Dollar spiegeln genau ein solches Eskalationsszenario wider.
Auch China trägt zur Preisstabilität bei. Die Analysten verweisen auf anhaltende lagerbestandsgetriebene Importe aus dem Reich der Mitte. Citi schätzt die offensichtlichen Rohöllagerbestandsaufbauten für 2025 auf durchschnittlich rund 0,7 Millionen Barrel pro Tag.
OPEC+ pausiert Produktionserhöhung
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Zur AktienanalyseDie OPEC+ wird bei ihrem Treffen am Sonntag voraussichtlich ihre Pause bei der Erhöhung der Ölfördermengen für März beibehalten. Dies bestätigten drei OPEC+-Delegierte gegenüber Reuters. Auch der Produktionsrückgang in Kasachstan stützt die Preise zusätzlich.
Selbst wenn die OPEC+ ab April die Produktionssteigerungen wieder aufnehmen sollte, könnten strengere Beschränkungen für russische Ölkäufe – insbesondere durch Indien – die verfügbare Ölmenge deutlich reduzieren. Ein schwacher US-Dollar bietet den Ölpreisen zusätzliche Unterstützung und macht den Rohstoff für Käufer mit anderen Währungen attraktiver.


