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Citi erwartet schnellere Zinserhöhungen der Bank of Korea

Inflationssorgen könnten die südkoreanische Zentralbank zu einem aggressiveren Straffungskurs zwingen als bislang erwartet.

Citi erwartet schnellere Zinserhöhungen der Bank of Korea

Die US-Großbank Citi hält an ihrer Prognose fest, dass die Bank of Korea die Leitzinsen in vier aufeinanderfolgenden Schritten anheben wird. Konkret erwartet Citi Zinserhöhungen von jeweils 25 Basispunkten im Juli 2026, Oktober 2026, Januar 2027 und April 2027. Am Ende dieses Zyklus würde der Leitzins bei 3,5 Prozent liegen.

Gleichzeitig betont Citi, dass die Risiken klar in Richtung eines schnelleren Straffungstempos tendieren. So hält das Institut aufeinanderfolgende Zinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte 2026 für möglich – und auch ein höher als erwarteter Endzins von bis zu 4,0 Prozent liegt laut Citi im Bereich des Möglichen.

Gouverneur Shin signalisiert geldpolitische Straffung

Rückendeckung für diese Einschätzung kommt von höchster Stelle: Bank-of-Korea-Gouverneur Shin betonte am Donnerstag laut dem südkoreanischen Nachrichtendienst Yonhap Infomax die Notwendigkeit einer rechtzeitigen geldpolitischen Straffung. Diese Aussage unterstreicht, dass die Zentralbank die Inflationsentwicklung mit wachsender Sorge beobachtet.

Citi weist zudem auf strukturelle Faktoren hin, die den Wirkungsgrad von Zinserhöhungen in Südkorea derzeit abschwächen. Die Kombination aus einer expansiven Fiskalpolitik und einem negativen Trend bei der Verschuldungsquote privater Haushalte führe dazu, dass Leitzinserhöhungen geringere Auswirkungen auf Wachstum, Inflation und finanzielle Ungleichgewichte hätten als im historischen Durchschnitt. Dies könnte die Zentralbank dazu veranlassen, stärker gegenzusteuern, um die gewünschte Wirkung zu erzielen.

Pressekonferenz am 17. Juni im Fokus

Ein wichtiger Termin steht bereits fest: Am 17. Juni findet eine Pressekonferenz zur Überprüfung der Inflationszielsteuerung statt. Laut Citi könnte Gouverneur Shin dabei Bedenken hinsichtlich einer länger anhaltenden hohen Inflation thematisieren. Für Marktteilnehmer dürfte dieses Event ein wichtiger Gradmesser für die künftige Ausrichtung der südkoreanischen Geldpolitik sein.

Für internationale Investoren und Beobachter ist die Entwicklung in Südkorea ein weiteres Indiz dafür, dass der globale Zinssenkungszyklus, der viele Notenbanken in den vergangenen Quartalen beschäftigt hat, nicht überall Einzug hält. Während etwa die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank Fed zuletzt über Lockerungen diskutierten, steuert die Bank of Korea offenbar in die entgegengesetzte Richtung – getrieben von hartnäckigem Inflationsdruck und strukturellen Besonderheiten der südkoreanischen Volkswirtschaft.

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