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Cinven steigt bei Fressnapf ein

Fressnapf will mit neuer Beteiligung in Europa aggressiv expandieren und weitere Konkurrenten übernehmen

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Cinven steigt bei Fressnapf ein

Der Finanzinvestor Cinven steigt beim Zoohändler Fressnapf ein. Zum ersten Mal in der 35-jährigen Firmengeschichte gibt Fressnapf-Gründer Torsten Toeller Anteile ab. Cinven, ein Private-Equity-Unternehmen, erwirbt einen Minderheitsanteil und bringt frisches Eigenkapital ein, mit dem Fressnapf in Europa weiter expandieren will. Toeller betont, dass das Ziel profitables Wachstum mit überschaubarem Risiko sei, wobei Cinven mit seiner Erfahrung entscheidend unterstützen könne.

Zugleich übernimmt Fressnapf die Anteile von Cinven am italienischen Marktführer Arcaplanet und wird damit alleiniger Eigner. Mit einem Umsatz von rund vier Milliarden Euro in 13 Ländern ist Fressnapf bereits der größte Tierbedarfshändler Europas. Doch das Unternehmen plant weitere Übernahmen, um diese Position auszubauen. Anfang des Jahres übernahm Fressnapf den niederländischen Händler Jumper mit 67 Läden. „Wir sehen noch großes Wachstumspotenzial in Europa“, so Toeller. Dabei stehe organisches Wachstum im Vordergrund, aber auch weitere Akquisitionen seien geplant. Neue Märkte in Osteuropa sowie in Spanien und Portugal sind mögliche Expansionsziele.

Die Beteiligungsfirma Cinven, die rund 45 Milliarden Euro verwaltet, strebt ehrgeizige Ziele an. Der Heimtiermarkt ist von der allgemeinen Kaufzurückhaltung nicht betroffen und hat durch die Corona-Pandemie einen Schub erhalten. Fast jeder zweite Haushalt in Europa besitzt mittlerweile ein Haustier. Die Verbraucher gaben im vergangenen Jahr 37,9 Milliarden Euro für ihre Haustiere aus, ein Plus von 4,1 Prozent in Westeuropa. In Osteuropa stieg der Umsatz um 8,8 Prozent auf 10,5 Milliarden Euro. Der genaue Anteil von Cinven an Fressnapf wurde nicht bekannt gegeben, dürfte aber unter 20 Prozent liegen.

Fressnapf wollte vor drei Jahren schon Arcaplanet in Italien übernehmen, was damals aufgrund von Zugangsbeschränkungen und Finanzierungsproblemen nicht möglich war. Cinven übernahm Arcaplanet und brachte Fressnapf als Minderheitseigner ein. Seitdem steigerte Arcaplanet seinen Umsatz um 30 Prozent auf rund 700 Millionen Euro und verdoppelte den E-Commerce-Umsatz. „Wir können das, was wir in Italien geschafft haben, nun für die ganze Gruppe wiederholen“, sagte Bruno Schick, Co-Managing Partner von Cinven.

Im E-Commerce liegt Fressnapf jedoch noch hinter dem reinen Onlinehändler Zooplus, der 2021 einen Umsatz von über zwei Milliarden Euro erzielte. Fressnapf hat seinen E-Commerce-Umsatz im letzten Jahr um 20 Prozent auf knapp 400 Millionen Euro gesteigert, bleibt aber hinter Zooplus zurück. Um die Kundenbindung zu stärken, bietet Fressnapf ein System an Services rund um den Verkauf von Tierbedarf, darunter Abo-Boxen, Video-Chats mit Tierärzten, Tierversicherungen und plant ein Netz an Tierfriseuren.

Peter Pritchard, ehemaliger CEO von Pets at Home, übernimmt interimistisch die Rolle des CEO bei Fressnapf, nachdem Johannes Steegmann das Unternehmen verlässt. Gründer Toeller zieht sich weiter aus dem operativen Geschäft zurück, bleibt jedoch Verwaltungsratsvorsitzender und behält die Mehrheit der Anteile.

Fressnapf Cinven Aktien

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