Chipproduktion droht Engpass durch Kupfermangel
PwC warnt vor klimabedingten Risiken in allen wichtigen Förder- und Produktionsländern

Ein Drittel der weltweiten Halbleiterproduktion könnte bis 2035 durch Unterbrechungen in der Kupferversorgung gefährdet sein. Zu diesem Ergebnis kommt ein aktueller Bericht der Unternehmensberatung PricewaterhouseCoopers (PwC), der sich mit den klimabedingten Risiken für die Chipindustrie befasst. Das Risiko steige damit im Vergleich zum heutigen Stand um das Vierfache, so die Analyse, die sich an Führungskräfte aus Wirtschaft und Industrie richtet.
Insbesondere Dürren gelten als größte Bedrohung für die Versorgungsketten, da sie die wasserintensive Kupferverarbeitung erheblich einschränken können. Bereits heute leidet Chile – der weltweit größte Kupferproduzent – unter anhaltender Wasserknappheit, was sich negativ auf die Fördermengen auswirkt. PwC zufolge werden bis 2035 die meisten der 17 Länder, die Kupfer für die Chipproduktion liefern, einem zunehmenden Trockenheitsrisiko ausgesetzt sein.
Der Bericht weist darauf hin, dass die weltweite Halbleiterbranche in der Vergangenheit bereits empfindlich auf Lieferengpässe reagierte. Während der letzten globalen Chipkrise, ausgelöst durch pandemiebedingte Nachfragespitzen und Produktionsstillstände, gerieten weite Teile der Automobilindustrie ins Stocken. In den USA habe das laut PwC einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um einen Prozentpunkt verursacht, in Deutschland sogar um 2,4 Prozent.
Neben Chile sind auch wichtige Kupferförderländer wie China, Australien, Peru, Brasilien, die USA, die Demokratische Republik Kongo, Mexiko, Sambia und die Mongolei betroffen. Damit ist keiner der globalen Chipproduktionsstandorte von den Risiken ausgenommen. Kupfer wird für die Herstellung unzähliger feiner Leiterbahnen innerhalb von Mikrochips benötigt. Trotz laufender Forschung nach alternativen Materialien gibt es derzeit keinen vergleichbaren Ersatz in Bezug auf Preis-Leistungs-Verhältnis.
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Zur AktienanalyseOhne technologische Innovationen und Investitionen in eine sichere Wasserversorgung wird sich die Lage laut PwC weiter verschärfen. Bis 2050 seien je nach Land zwischen 42 und 58 Prozent der Kupferlieferungen für die Halbleiterbranche gefährdet – unabhängig davon, wie stark die weltweiten CO₂-Emissionen gesenkt werden. In Chile sind derzeit rund 25 Prozent der Kupferproduktion unterbrochen oder gefährdet. Diese Zahl könnte innerhalb eines Jahrzehnts auf 75 Prozent steigen und bis 2050 einen Wert zwischen 90 und 100 Prozent erreichen. Peru und Chile haben mit Effizienzsteigerungen im Bergbau und dem Bau von Entsalzungsanlagen reagiert, doch dieses Modell lässt sich nicht in allen Regionen umsetzen.


