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Chip-Aktien weltweit unter Druck: KOSPI-Crash und Iran-Krise belasten

Massive Verluste bei Halbleiterwerten: KOSPI bricht über 6% ein, US-Chips fallen bis zu 6%, geopolitische Spannungen verschärfen die Lage.

Chip-Aktien weltweit unter Druck: KOSPI-Crash und Iran-Krise belasten

Globale Halbleiteraktien haben am Freitag deutlich nachgegeben. Auslöser waren ein massiver Ausverkauf an der südkoreanischen Börse sowie wachsende geopolitische Unsicherheit durch festgefahrene Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran.

Besonders hart traf es US-amerikanische Chip-Schwergewichte: Micron verlor bis 10:44 Uhr ET knapp 5%, Nvidia gab 3,5% nach und Broadcom büßte 3% ein. AMD und Intel verzeichneten mit Rückgängen von 3,7% beziehungsweise 6% noch deutlichere Verluste. Der niederländische Chipausrüster ASML sank ebenfalls um 4,5%.

Südkoreas KOSPI im freien Fall

Der südkoreanische Leitindex KOSPI brach um mehr als 6% ein und fiel damit von seinem Rekordhoch über 8.000 Punkten zurück. Im Zentrum des Ausverkaufs standen Samsung Electronics und SK Hynix – die beiden nach Marktkapitalisierung größten Werte im Index. Samsung Electronics verlor 8,6%, nachdem die Gewerkschaft ihre Pläne für einen 18-tägigen Streik ab dem 21. Mai bekräftigt hatte. SK Hynix stürzte um 7,7% ab.

Laut Manulife Investment Management machen die beiden Unternehmen zusammen einen Rekordanteil von 42,2% am KOSPI aus – ein Umstand, der die Hebelwirkung ihrer Kursbewegungen auf den Gesamtindex erheblich verstärkt. Der angekündigte Streik bei Samsung verunsicherte zudem die Stimmung in der globalen Chip-Lieferkette spürbar.

Auch europäische Halbleiterunternehmen blieben nicht verschont. ASML verlor 4,6%, ASM International 4,2% und BE Semiconductor 2,7%.

UBS warnt vor Überhitzung im KI-Handel

Zusätzlichen Druck auf die Branche übte ein neuer Bericht der UBS aus. Die Schweizer Großbank warnte, dass der boomende Handel mit Künstlicher Intelligenz in überhitztes Terrain eintreten könnte – trotz Rekordrentabilität und anhaltender Anlegerbegeisterung. In ihrem „HOLT Global Viewpoint"-Bericht stellten die UBS-Analysten fest, dass KI-Aktien, insbesondere Halbleiterunternehmen, zur dominierenden Kraft hinter den jüngsten Marktgewinnen geworden sind.

Die Bank bezeichnete den Anstieg der US-Aktienkurse im April als ein „Ereignis mit einer Standardabweichung von 2,8" über die vergangenen 25 Jahre – eine nach historischen Maßstäben ungewöhnlich extreme Bewegung. Daten zur Anlegerpositionierung zeigen zudem, dass Mega-Cap-Technologieaktien mittlerweile stark überlaufene Trades sind.

Gleichzeitig wies die UBS auf die wachsende Dominanz asiatischer Halbleiterunternehmen hin. Sowohl TSMC als auch Samsung haben die Marke von einer Billion US-Dollar Marktkapitalisierung überschritten. Für KI-bezogene Unternehmen außerhalb der USA werden bis 2027 Rekordgewinne prognostiziert.

Für Nvidia prognostiziert die UBS einen außergewöhnlichen CFROI (Cash Flow Return on Investment) von 82% – und warnt zugleich, dass eine solche Rentabilität historisch kaum aufrechtzuerhalten ist. Laut dem Bericht haben lediglich 0,02% der weltweiten Unternehmen über ein Jahrzehnt hinweg einen CFROI von über 50% gehalten.

Geopolitik als weiterer Belastungsfaktor

Im Hintergrund verfolgten die Märkte den zweiten Tag der Gipfelgespräche zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Beide Staatschefs einigten sich auf die Notwendigkeit, die Straße von Hormus offen zu halten – einen strategisch wichtigen Schifffahrtsweg, den der Iran nach den am 28. Februar begonnenen US-israelischen Angriffen faktisch gesperrt hatte, was zu erheblichen Störungen der weltweiten Energieversorgung führte.

Trump erklärte am Donnerstag, seine Geduld mit dem Iran gehe zu Ende. Berichte über die Beschlagnahme eines Schiffes vor den Vereinigten Arabischen Emiraten durch iranisches Personal hatten die Spannungen weiter verschärft. Die USA hatten ihre Angriffe auf den Iran zwar eingestellt, jedoch eine Blockade über die Häfen des Landes verhängt. Die Verhandlungen zur Beilegung des Konflikts stocken, da der Iran sich weigert, sein Atomprogramm aufzugeben oder seine Bestände an angereichertem Uran abzugeben.

Die Kombination aus dem KOSPI-Ausverkauf, dem UBS-Warnbericht und der anhaltenden geopolitischen Unsicherheit sorgte damit für einen breiten und deutlichen Rücksetzer im globalen Halbleitersektor – einem der zuletzt stärksten Wachstumssegmente an den internationalen Kapitalmärkten.

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