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Chip-Aktien im Ausverkauf, Netflix enttäuscht und Trumps sinkende Beliebtheitswerte

Technologiewerte unter Druck, Netflix bricht nachbörslich ein und US-Amerikaner werden wirtschaftspessimistischer – die wichtigsten Marktthemen im Überblick.

Chip-Aktien im Ausverkauf, Netflix enttäuscht und Trumps sinkende Beliebtheitswerte

Die Technologiebörse Nasdaq steht unter erheblichem Druck: Die Futures auf den Nasdaq-100 fielen im vorbörslichen Handel um bis zu 2%, nachdem bereits die Vortragssitzung schwach verlaufen war. Besonders der Chipsektor geriet in den Fokus der Anleger – und das mit deutlichen Kursverlusten.

Der VanEck Semiconductor ETF (SMH) verlor in dieser Woche bis zum Börsenschluss am Donnerstag fast 7% und steuert damit auf einen seiner stärksten wöchentlichen Rückgänge des vergangenen Jahres zu. Auslöser war eine erhöhte Ausgabenprognose von Taiwan Semiconductor, die einen breiten Ausverkauf im Chipsektor auslöste.

Chip-Riesen verlieren mehr als 5%

Namhafte Chiphersteller wie Arm Holdings, Micron Technology und Advanced Micro Devices verloren in der Donnerstagssitzung jeweils mehr als 5%. Die Probleme im Technologiesektor beschränkten sich dabei nicht nur auf die Hardware-Branche.

Auch die Aktien von Alphabet, der Muttergesellschaft von Google, fielen um 4%. Grund dafür war ein Bericht, wonach das Unternehmen die Veröffentlichung seines neuen Modells für künstliche Intelligenz verschiebt. Damit geriet der gesamte Tech-Sektor von zwei Seiten unter Druck – sowohl bei Halbleitern als auch bei KI-Software.

Der Dow Jones Industrial Average konnte sich einem Teil der Turbulenzen entziehen, unter anderem dank Kursgewinnen von UnitedHealth nach Vorlage der Quartalszahlen. Dennoch steuern alle drei großen US-Hauptindizes auf eine negative Woche zu.

Netflix enttäuscht mit Gewinnprognose

Auch der Streaming-Riese Netflix sorgte für Schlagzeilen: Die Ergebnisse für das zweite Quartal entsprachen zwar in etwa den Erwartungen der Wall Street, doch eine enttäuschende Gewinnprognose ließ die Aktie im nachbörslichen Handel um mehr als 11% einbrechen.

Netflix gab zudem bekannt, die Häufigkeit seiner „What We Watched"-Engagement-Berichte zu reduzieren. Diese Kennzahl hatte zuletzt Aufmerksamkeit erregt, nachdem Berichte auf rückläufige Zuschauerzahlen bei Serien nach der ersten Staffel hindeuteten. Das Unternehmen bezeichnete das Engagement mit seinen Inhalten dennoch als „gesund".

Netflix hatte die Abonnementpreise Anfang des Jahres angehoben. Das Unternehmen erklärte, dass die Ergebnisse dieser Preiserhöhungen den eigenen Erwartungen und früheren Preisanpassungen entsprächen.

Trumps Wirtschaftskurs verliert Rückhalt

Auf politischer Ebene zeigt eine neue Umfrage von CNBC – der sogenannte All-America Economic Survey – wachsenden Pessimismus in der US-Bevölkerung. Etwa 60% der Befragten beurteilen die aktuelle Wirtschaftslage und die Zukunftsaussichten negativ – der höchste Wert seit Ende 2023.

Etwa der gleiche Prozentsatz missbilligt die Art und Weise, wie Präsident Donald Trump die Wirtschaft führt. Die Netto-Zustimmungsrate des Präsidenten liegt laut der Umfrage bei 40%. Interessant ist zudem, dass die Befragten eher einen demokratisch-sozialistischen Kandidaten unterstützen würden als einen von Trump unterstützten oder einen Kandidaten, der mit der „Make America Great Again"-Bewegung in Verbindung steht – obwohl der Sozialismus in den USA nach wie vor weniger populär ist als der Kapitalismus.

Prognosemärkte unter regulatorischem Druck

Ein weiteres Thema bewegt die Finanzwelt: Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket boomen – und ziehen damit zunehmend die Aufmerksamkeit der Regulierungsbehörden auf sich. Rechtsexperten erwarten, dass neben der Commodity Futures Trading Commission (CFTC) künftig auch die US-Börsenaufsicht SEC eine Rolle bei der Aufsicht über diese Plattformen spielen wird.

Ein Sprecher von Polymarket erklärte gegenüber CNBC, dass man mit der CFTC und der SEC über Definitionsrahmen für Angebote auf Prognosemärkten im Austausch stehe. Kalshi lehnte eine Stellungnahme ab. Zusätzlich untersucht die CFTC den langjährigen Teleprompter-Bediener von Trump, nachdem dieser angeblich bei Kalshi Wetten auf Aussagen des Präsidenten platziert haben soll. Die Pressesprecherin des Weißen Hauses, Karoline Leavitt, teilte mit, dass der Betreffende unbezahlt beurlaubt wurde.

Digitale Einzelhandelskriminalität auf dem Vormarsch

Abseits der Märkte warnen Experten vor einer neuen Welle organisierter Einzelhandelskriminalität. Laut Polizei ermöglichen digitale Diebstahlsformen wie Tap-to-Pay-Systeme und App-Betrug chinesischen Banden, bis zu 1 Milliarde US-Dollar pro Jahr einzunehmen. Anstatt Waren aus Regalen zu stehlen, nutzen die Täter gestohlene Kreditkarten und digitale Zahlungssysteme, um Geschenkkarten zu kaufen.

Experten erklären, dass Einzelhändler gezielt ins Visier genommen werden, da diese nicht über das gleiche Sicherheitsniveau wie Banken verfügen, ihre Systeme jedoch dennoch sensible Informationen enthalten. CNBC identifizierte in den USA rund ein Dutzend Kriminalfälle, die mit digitalen Formen des Einzelhandelsdiebstahls in Verbindung stehen.

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