Chip-Aktien brechen ein: KI-Sorgen erschüttern Märkte weltweit
Nvidia, Samsung und SK Hynix verlieren massiv an Wert, während der südkoreanische Kospi zeitweise um 10% abstürzt.

Der globale Ausverkauf bei Chip- und KI-Aktien hat am Dienstag die Märkte in Asien und den USA erfasst. Besonders hart traf es Südkorea: Der Leitindex Kospi brach am Dienstagmorgen um bis zu 10% ein und musste vorübergehend für 20 Minuten ausgesetzt werden. Auslöser war ein sogenannter „Circuit Breaker" – ein Börsenmechanismus, der bei extremen Kursverlusten automatisch greift, um Panikverkäufe einzudämmen.
Angeführt wurde der Abwärtstrend von Technologieunternehmen. Samsung Electronics und SK Hynix, zwei der weltweit bedeutendsten Chiphersteller, verloren beide rund 12% ihres Wertes. Auch in den USA hatten die in New York notierten Aktien von SK Hynix am Montag bereits 7,5% nachgegeben – und lagen damit deutlich unter dem Emissionspreis von 149 US-Dollar, zu dem das Unternehmen erst am 9. Juli sein Börsendebüt an der Nasdaq gefeiert hatte.
Nvidia verliert Spitzenposition an Apple
Im Zentrum des Sturms steht Nvidia, der weltgrößte Hersteller von KI-Chips. Die Aktie des Unternehmens fiel am Montag in New York um 5% – ein Rückgang, der Konsequenzen hatte: Nvidia verlor dadurch seine Position als wertvollstes börsennotiertes Unternehmen der Welt an Apple. Der iPhone-Konzern hatte in diesem Jahr bereits rund 25% zugelegt und konnte so an Nvidia vorbeiziehen.
Ausgelöst wurde der Nvidia-Rückgang unter anderem durch einen Bericht des Wall Street Journal, wonach das Unternehmen in Gesprächen sei, rund 250 Milliarden US-Dollar für OpenAI im Rahmen eines massiven Rechenzentrumsprojekts bereitzustellen. Die BBC hat sowohl Nvidia als auch OpenAI um eine Stellungnahme gebeten. Auch Japans Nikkei 225, der ebenfalls stark von Technologiewerten geprägt ist, notierte am Dienstagmorgen fast 3,8% im Minus.
Kospi: Achtmal gestoppt in diesem Jahr
Der südkoreanische Kospi steht exemplarisch für die extreme Volatilität, die KI-Euphorie und anschließende Ernüchterung an den Märkten hinterlassen haben. Der Index hatte sich von Jahresbeginn bis Mitte Juni mehr als verdoppelt, seitdem jedoch rund ein Drittel seines Wertes eingebüßt. In diesem Jahr wurde der Handel bereits achtmal durch den Circuit-Breaker-Mechanismus unterbrochen – ein ungewöhnlich hoher Wert, der die Nervosität der Marktteilnehmer widerspiegelt.
Besonders auffällig: Der südkoreanische Markt hat in den vergangenen Monaten eine große Zahl von Privatanlegern angezogen, was die Volatilität zusätzlich verstärkt. Privatanleger reagieren häufig emotionaler auf Marktschwankungen als institutionelle Investoren, was Kursbewegungen in beide Richtungen verstärken kann.
Zweifel an KI-Rentabilität und chinesische Konkurrenz
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Zur AktienanalyseHinter dem Ausverkauf stecken grundlegende Fragen zur Wirtschaftlichkeit von KI. Da Regierungen und Unternehmen weltweit hunderte Milliarden US-Dollar in die Entwicklung von KI-Kapazitäten investieren, stellen einige Analysten infrage, ob die Technologie profitabel genug werden kann, um derartige Investitionen zu rechtfertigen.
Hinzu kommen Bedenken wegen wachsender Konkurrenz aus China. ChangXin Memory Technologies (CXMT), Chinas größter Speicherchiphersteller, feierte am Montag sein Börsendebüt in Shanghai – und legte dabei um fast 470% zu. Das Unternehmen produziert DRAM-Speicherchips, die in KI-Rechenzentren, Mobiltelefonen, PCs, Tablets und anderen Geräten eingesetzt werden. CXMT gab an, den Großteil der IPO-Erlöse in die Steigerung der Produktion sowie in Forschung und Entwicklung investieren zu wollen.
Der spektakuläre Börsenstart des chinesischen Unternehmens verdeutlicht, dass der globale Wettbewerb im Chip-Sektor intensiver wird – und dass westliche Anbieter wie Nvidia, Samsung und SK Hynix künftig mit stärkerem Gegenwind aus Asien rechnen müssen.


