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Chinesischer Konzern Dreame prüft Werk in Brandenburg

Geplant sind Luxus-E-Autos ab 2027, doch Experten äußern Zweifel an den Vorhaben

Chinesischer Konzern Dreame prüft Werk in Brandenburg

Der chinesische Elektrokonzern Dreame, bisher vor allem für Staubsauger und Haushaltsgeräte bekannt, erwägt den Einstieg in die Automobilbranche und prüft den Bau einer Fabrik in Brandenburg. Die Landesregierung bestätigte entsprechende Kontakte zu dem Unternehmen. Ministerpräsident Dietmar Woidke erklärte nach einer Kabinettssitzung, es gebe Gespräche, konkrete Angaben zu möglichen Standorten oder Zeitplänen machte er jedoch nicht. Ziel könnte eine Produktionsstätte in unmittelbarer Nähe zur Tesla-Fabrik in Grünheide sein.

Dreame wurde 2017 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Suzhou bei Shanghai. Firmenchef Yu Hao hält rund ein Drittel der Anteile und sprach sich für eine Produktion in Deutschland aus. Als Gründe nannte das Unternehmen die hohe technologische Kompetenz, die Produktionsstandards und die gut ausgebaute Lieferkette. Ein Team von fast 1.000 Mitarbeitern sei bereits zusammengestellt, um künftig Luxus-Elektroautos zu bauen. Erste Fahrzeuge sollen ab 2027 gefertigt werden, und zwar in Deutschland. Die Tochter Dreame Auto ist bislang weitgehend unbekannt, während die Marke für Staubsauger und Mähroboter in Europa bereits etabliert ist.

Die Überlegungen, eine Fabrik in Europa zu errichten, hängen auch mit den aktuellen Marktbedingungen in China zusammen. Der E-Auto-Sektor dort gilt als überhitzt, seit die Regierung E-Mobilität mit Subventionen massiv gefördert hat. In der Folge entstanden hunderte Start-ups, von denen viele dem Preisdruck bereits nicht standgehalten haben. Experten gehen davon aus, dass die Zahl der Hersteller in den kommenden Jahren deutlich sinken wird. Zudem verhängte die Europäische Union Ausgleichszölle auf in China produzierte Elektroautos, um europäische Hersteller zu schützen. Mit einem Standort in Deutschland könnte Dreame diese Hürden umgehen und direkt vom europäischen Markt profitieren.

Beobachter verweisen darauf, dass Dreame nicht das erste chinesische Unternehmen wäre, das diesen Schritt geht. Der Elektronikhersteller Xiaomi etwa brachte in China bereits einen erfolgreichen Elektro-Sportwagen auf den Markt. Auch andere Firmen planen eigene Werke in Europa. Brandenburg könnte dabei von bestehenden Strukturen profitieren, die durch Tesla und Zulieferer aufgebaut wurden, und Dreame die Möglichkeit bieten, Logistikkosten zu reduzieren.

Die Landesregierung bleibt in ihren Äußerungen jedoch zurückhaltend und betont, man kommentiere keine laufenden Gespräche zu möglichen Ansiedlungen. Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer äußerte Zweifel an den Plänen und verwies auf die Erfahrung, dass chinesische Unternehmen oft ehrgeizige Ankündigungen machten, deren Umsetzung später weit hinter den Erwartungen zurückbleibe. Eine Bürgerinitiative kritisierte zudem die Idee einer weiteren Fabrik in der Region und verwies auf die Umweltdebatten, die bereits das Tesla-Werk begleiteten.

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