Chinesische Robotaxi-Firmen expandieren trotz Iran-Krieg in die VAE
Didi, WeRide, Pony.ai und Baidu treiben ihre Robotaxi-Pläne in den Vereinigten Arabischen Emiraten trotz des anhaltenden Iran-Krieges voran.

Mindestens drei chinesische Unternehmen für autonomes Fahren intensivieren ihre Expansion im Nahen Osten – ungeachtet des anhaltenden Iran-Krieges. Der chinesische Fahrdienstvermittler Didi gab am Mittwoch bekannt, noch in diesem Jahr seinen ersten Robotaxi-Test im Ausland in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) starten zu wollen. Die Ankündigung erfolgte auf einem Forum für wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den VAE und China in Peking.
Zhang Bo, Mitbegründer von Didi und Leiter der Sparte für autonomes Fahren, machte die Pläne öffentlich. Der Zeitpunkt ist dabei kein Zufall: Der Kronprinz von Abu Dhabi, Scheich Khaled bin Mohamed bin Zayed Al Nahyan, traf am Dienstag im Rahmen eines dreitägigen Staatsbesuchs den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Peking. Die Ankündigung unterstreicht die wachsende wirtschaftliche Verflechtung zwischen China und den Golfstaaten.
Chinesische Anbieter drängen gemeinsam in den Markt
Didis Pläne reihen sich in eine breitere Offensive chinesischer Technologieunternehmen im Nahen Osten ein. Das in Guangzhou ansässige Unternehmen WeRide hat bereits Anfang des Monats einen vollständig fahrerlosen, kostenpflichtigen Robotaxi-Dienst in den Dubaier Stadtteilen Jumeirah und Umm Suqeim gestartet. Fahrgäste können die Fahrzeuge dabei über die bekannte App des US-Unternehmens Uber buchen.
Auch Pony.ai strebt den kommerziellen Betrieb im Emirat an. Das Unternehmen hatte bereits im September die Genehmigung der Dubaier Straßen- und Verkehrsbehörde erhalten, autonomes Fahren vor Ort zu testen. CEO James Peng erklärte Ende März gegenüber CNBC, dass der Krieg den Antrag auf eine kommerzielle Lizenz in Dubai nicht beeinträchtigt habe und er den Konflikt als kurzfristig betrachte.
Darüber hinaus gab Apollo Go, die Robotaxi-Sparte des chinesischen Technologieriesen Baidu, am 1. April bekannt, dass Einwohner und Besucher in Dubai vollständig fahrerlose Fahrten über ihre App buchen können. Das Medienbüro von Dubai teilte mit, dass die Einführung mit 50 Fahrzeugen beginne – für die kommenden Jahre seien mehr als 1.000 Robotaxis geplant.
Naher Osten als strategischer Einführungsmarkt
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Zur AktienanalyseDie Expansion in die VAE ist Teil einer globalen Wachstumsstrategie chinesischer Robotaxi-Anbieter, die sich in den vergangenen zwei Jahren deutlich beschleunigt hat. Der Nahe Osten hat sich dabei als früher Einführungsmarkt etabliert, gefolgt von ersten Tests in Europa. Die regulatorischen Rahmenbedingungen und die Bereitschaft der Behörden in Dubai, neue Technologien zuzulassen, machen die Region besonders attraktiv.
Während chinesische Unternehmen den Nahen Osten erschließen, konzentriert sich der US-amerikanische Wettbewerber Waymo – unterstützt vom Google-Mutterkonzern Alphabet – auf andere Märkte. Waymo hat seine Flotten in weiteren Teilen der USA ausgerollt und Tests in London sowie Japan begonnen. Der globale Wettbewerb um die Führungsposition im Bereich autonomes Fahren gewinnt damit zunehmend an Dynamik.


