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Chinesische Propaganda nutzt ChatGPT gegen Trumps Zölle und KI-Politik

OpenAI deckt auf: Chinesische Propagandisten missbrauchen ChatGPT für Einflussoperationen gegen US-Handelspolitik und Rechenzentren.

Chinesische Propaganda nutzt ChatGPT gegen Trumps Zölle und KI-Politik

Chinesische Propagandisten haben den Flaggschiff-Chatbot von OpenAI, ChatGPT, genutzt, um Widerstand gegen die Zölle von Donald Trump zu schüren und in amerikanische Debatten über Rechenzentren und Künstliche Intelligenz einzugreifen. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht von OpenAI hervor. Die Operationen reichen demnach bis Ende 2025 und Anfang 2026 zurück.

OpenAI betonte, dass die Bemühungen offenbar kaum oder gar keine Wirkung erzielten. Dennoch wertet das Unternehmen die Vorfälle als deutliches Zeichen dafür, wie zentral generative KI für digitale Einflusskampagnen geworden ist – selbst für solche, die sich gegen KI-Unternehmen selbst richten. Die chinesische Botschaft in Washington reagierte nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Karikaturen und Slogans gegen Trump auf X veröffentlicht

Konkret ertappte OpenAI eine Gruppe chinesischsprachiger Nutzer dabei, wie sie ChatGPT einsetzten, um Slogans und Karikaturen zu entwerfen, die Trumps Handels- und Technologiepolitik kritisierten. Diese Inhalte wurden anschließend auf der Plattform X veröffentlicht. Die Karikaturen zeigten Trump in störenden Rollen auf der Weltbühne – etwa wie er mit einem Hammer gegen eine Wand mit der Aufschrift „Global Future" schlug oder eine Leiter absägte, auf der er selbst stand.

Dieselbe Gruppe nutzte ChatGPT außerdem, um chinesische Kommentare für Kommentarspalten chinesischsprachiger Artikel zu verfassen sowie Inhalte auf Italienisch und Japanisch zu erstellen. Der Eigentümer von X, xAI, reagierte ebenfalls nicht auf eine Anfrage zur Stellungnahme.

Zweite Gruppe zielte auf Debatte über Rechenzentren

OpenAI identifizierte zudem eine weitere Nutzergruppe, die das Unternehmen zu einem chinesischen Technologieunternehmen zurückverfolgte, das für die Regierung tätig ist. Den Namen der Firma nannte OpenAI nicht. Diese Gruppe versuchte, in die laufenden amerikanischen Debatten über KI und Rechenzentren einzugreifen – ein hochsensibles Thema in den USA, wo mehr als ein Dutzend Bundesstaaten Beschränkungen für den Bau von Rechenzentren erlassen haben oder prüfen.

Beispielkarikaturen, die OpenAI veröffentlichte, stellten die KI-Branche als gierige Profiteure dar, deren Stromverbrauch den einfachen Bürgern schaden würde. Ben Nimmo, ein leitender Ermittler bei OpenAI, erklärte gegenüber Journalisten, die Operationen schienen darauf ausgerichtet gewesen zu sein, „eine legitime Debatte über amerikanische KI und die allgemeine amerikanische Technologiepolitik zu manipulieren". Er fügte hinzu: „Unter diesen Umständen ist es besonders ironisch, dass sie versucht haben, dafür amerikanische KI zu nutzen."

KI-generierte Propaganda auf dem Vormarsch

Obwohl die Einflussoperationen keine nennenswerte Wirkung erzielten, verdeutlicht der Fall, wie allgegenwärtig KI-generierte Inhalte in der modernen Propaganda geworden sind. Selbst Kampagnen, die der KI-Branche kritisch gegenüberstehen, greifen inzwischen auf deren Werkzeuge zurück. Erst vergangene Woche berichtete das Fachmagazin 404 Media, dass digitale Content-Farmen KI-generierte Bilder nutzten, um Memes gegen Rechenzentren zu erstellen.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Technologiesektors unterstreicht der Vorfall die wachsende geopolitische Dimension rund um KI-Plattformen. Die Frage, wer generative KI-Systeme für welche Zwecke einsetzt, dürfte regulatorische und sicherheitspolitische Debatten weltweit weiter befeuern.

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