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Chinesische Onlinehändler gewinnen rasant Marktanteile

Shein und Temu wachsen stark, EU prüft mögliche Verstöße gegen Regeln

Chinesische Onlinehändler gewinnen rasant Marktanteile

Chinesische Onlinehändler drängen mit Macht auf den deutschen Markt und gewinnen dort immer mehr Kunden. Während der Modeanbieter Shein inzwischen zu den größten Onlineshops des Landes zählt, konnte die Plattform Temu ihr Handelsvolumen innerhalb eines Jahres vervierfachen. Der Onlinehandel insgesamt hat nach einer Flaute erstmals seit 2021 wieder ein Umsatzwachstum erzielt. Laut einer Studie des Handelsforschungsinstituts EHI und der Datenplattform ECDB stiegen die Nettoumsätze der 1.000 größten Business-to-Consumer-Onlineshops im Jahr 2024 um 3,8 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro. Dabei profitieren vor allem die führenden Anbieter: Die zehn größten Shops legten um acht Prozent zu, während der Rest nur ein Plus von 1,3 Prozent verzeichnete.

Shein konnte seine Position deutlich verbessern und stieg vom 18. auf den 7. Rang der umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland. Der Umsatz des Modehändlers wuchs um 18 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Temu gelang bei den Marktplätzen der größte Sprung: Das Unternehmen vervierfachte sein Bruttohandelsvolumen nahezu auf 3,4 Milliarden Euro und rückte damit vom elften auf den fünften Platz vor. Auf Marktplätzen bieten verschiedene Händler ihre Produkte an, während klassische Onlineshops direkt an Endkunden verkaufen. Große Anbieter wie Amazon oder Otto kombinieren beide Vertriebswege.

Der Erfolg der chinesischen Plattformen basiert nach Einschätzung von EHI-Experten auf niedrigen Preisen, spielerischen Elementen und einer breiten Produktpalette. Damit treffen die Unternehmen den Geschmack vieler Verbraucher. Gleichzeitig verändern sich die Einkaufsgewohnheiten in Deutschland. Anbieter des täglichen Bedarfs gewinnen an Bedeutung, da Lebensmittel zunehmend online bestellt werden und das E-Rezept digitale Bestellungen in Apotheken erleichtert. Rewe und die Shop Apotheke gehören zu den Aufsteigern unter den großen Onlineshops und belegen die Plätze acht und neun. Amazon, Otto und Zalando führen die Rangliste weiterhin an, bei den Marktplätzen bleibt Amazon unangefochtener Spitzenreiter vor eBay, Otto und Zalando.

Der rasante Aufstieg von Temu und Shein ruft jedoch auch Kritiker auf den Plan. Verbraucherschützer, Handelsvertreter und Politiker bemängeln Qualitätsmängel, unzureichende Kontrollen und Wettbewerbsverzerrungen. Der Handelsverband Deutschland fordert rasches Handeln, um heimische Anbieter vor unfairem Wettbewerb zu schützen. Die EU-Kommission hat bereits Verfahren gegen beide Plattformen eingeleitet. Bei Temu geht es um den Verkauf nicht konformer Produkte, etwa von Babyspielzeug oder Elektronikartikeln. Shein wird vorgeworfen, Kunden mit unklaren Angaben zu täuschen. Beide Unternehmen betonen, sie arbeiteten mit den Behörden zusammen.

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