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Chinas Zentralbank verteidigt Renminbi-Politik mit ungewöhnlich scharfem Ton

Die People's Bank of China weist Vorwürfe der Währungsmanipulation in einem ungewöhnlich gereizten Positionspapier energisch zurück.

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Chinas Zentralbank verteidigt Renminbi-Politik mit ungewöhnlich scharfem Ton

China hat offensichtlich genug von dem langjährigen Vorwurf, es halte seine Währung künstlich niedrig, um Exporte anzukurbeln. Die People's Bank of China (PBoC) veröffentlichte kurz vor Handelsgesprächen mit der EU ein ungewöhnlich scharfes Positionspapier zu ihrer Renminbi-Politik. Der Ton des Dokuments überrascht Beobachter – in der normalerweise quälend höflichen Praxis der globalen Währungsdiplomatie ist ein solcher Schlagabtausch selten.

Der offshore gehandelte Renminbi (CNH) ist seit Anfang 2025 um mehr als 9 Prozent gegenüber dem US-Dollar gestiegen. Gegenüber dem Euro bewegt er sich im selben Zeitraum in etwa auf gleichbleibendem Niveau, hat jedoch seit einem Tiefstand Mitte des vergangenen Jahres rund 12 Prozent zugelegt. Dennoch fordert der Rest der Welt – allen voran die EU – eine noch stärkere Aufwertung.

Die Europäische Union verzeichnet gegenüber China ein Handelsbilanzdefizit von rund 1 Milliarde Euro pro Tag. Sander Tordoir, Chefökonom am Centre for European Reform, brachte die europäische Kritik auf den Punkt: „Berlin ist offiziell nicht mehr naiv gegenüber dem Handels- und industriepolitischen Krieg, den China gegen seine Industrie führt, und auch nicht gegenüber der Währungsmanipulation, die diesen noch verstärkt."

Die wichtigsten Argumente der PBoC

In ihrem Positionspapier führt die chinesische Zentralbank mehrere Kernargumente ins Feld. Zunächst weist sie die Schuldzuweisungen anderer Länder scharf zurück: „Den Rückgang der eigenen industriellen Wettbewerbsfähigkeit, die geschwächte Haushaltsdisziplin und komplizierte strukturelle Probleme einfach den Wechselkursen anderer zuzuschreiben, ist nichts anderes als die Verantwortung für Anpassungen auf andere zu schieben."

Darüber hinaus betont die PBoC, dass Chinas Handelswachstum auf echter industrieller Wettbewerbsfähigkeit beruhe: „China hat weder die Notwendigkeit noch die Absicht, Wettbewerbsvorteile durch Währungsabwertung zu erlangen." Zur Frage der Bewertung des Renminbi verweist die Zentralbank auf den von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich berechneten nominalen effektiven Wechselkurs, der seit der Reform des Wechselkurssystems im Jahr 2005 um über 50 Prozent aufgewertet habe – der reale effektive Wechselkurs sei um 35 Prozent gestiegen.

Schließlich argumentiert die PBoC, dass eine gezielte Steuerung des Wechselkurses ohnehin kaum möglich sei: „Im Jahr 2025 lag das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen auf dem globalen Devisenmarkt bei fast 10 Billionen US-Dollar. Von keiner Zentralbank kann erwartet werden, dass sie den zugrunde liegenden Trend eines Wechselkurses beeinflusst."

Kritik aus dem Westen bleibt bestehen

Mansoor Mohi-uddin von der Bank of Singapore ordnet das Papier als historisch ein: „Dies ist das erste Mal, dass die PBoC eine so explizite Erklärung abgegeben hat. Es ist eine energische Verteidigung ihres Wechselkursmanagements." Für ihn sind die zentralen Botschaften klar: Die Währung sei nicht für den Handelsüberschuss verantwortlich, und die Zentralbank beabsichtige, den Wechselkurs so zu steuern, dass er zur Erreichung der jährlichen Regierungsziele für Inflation und Wachstum beitrage.

Kritischer äußert sich Mark Sobel, ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums und heute Chefökonom beim Think-Tank OMFIF. In einem Blogbeitrag schreibt er, das Papier lasse „zu wünschen übrig". Die Andeutung, dass die Unterbewertung des Renminbi kein wesentlicher Faktor für Chinas massive Leistungsbilanzüberschüsse sei, strapaziere die Glaubwürdigkeit. Sobel räumt zwar ein, dass die USA mit ihrer Fiskalpolitik ebenfalls eine Mitverantwortung trügen, kritisiert aber: „Der Renminbi wird immer noch stark gesteuert, und die Behörden haben Maßnahmen ergriffen, um eine Aufwertung zu verlangsamen."

Das Positionspapier der PBoC markiert damit einen neuen Ton in der globalen Währungsdiplomatie. Ob es die westliche Kritik verstummen lässt, ist jedoch mehr als fraglich – die Debatte über globale Handelsungleichgewichte und die Rolle des Renminbi dürfte in den kommenden Monaten weiter an Schärfe gewinnen.

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