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Chinas Tourismus unter Druck: Preiskampf trübt Konsumhoffnungen

Der chinesische Inlandstourismus schwächt sich schneller ab als erwartet und belastet damit einen der letzten Lichtblicke der Konsumwirtschaft.

Chinas Tourismus unter Druck: Preiskampf trübt Konsumhoffnungen

Chinas Inlandstourismusmarkt gerät unter erheblichen Druck. Hilton China meldete vergangene Woche, dass der Erlös pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) in diesem Jahr nun im niedrigen einstelligen Bereich sinken dürfte – eine deutliche Verschlechterung gegenüber den Erwartungen zu Jahresbeginn, als man noch von einer Stagnation ausgegangen war. Der RevPAR der Hotelgruppe drehte von einem Wachstum von 1,3 % im ersten Quartal auf einen Rückgang von 2,2 % im zweiten Quartal.

Laut Daten von Smith Travel Research, die Goldman Sachs am Dienstag zitierte, brach der RevPAR von Hotels in ganz China bis Ende Juli im Vergleich zum Vorjahr um 6 % ein – nachdem er im Juni bereits um 1 % gesunken war. Im Frühjahr hatte der Wert noch leicht zugelegt. Verantwortlich dafür sind laut dem Goldman-Bericht ein Rückgang der Belegungsrate um drei Prozentpunkte sowie ein Rückgang der durchschnittlichen Tagesraten um 1 % gegenüber dem Vorjahr.

Preiskampf in den beliebtesten Reiseregionen

Der Preisdruck ist in den drei meistbesuchten chinesischen Reiseregionen dieses Sommers – Shanghai, Xinjiang und Yunnan – besonders spürbar. Daten von Trip.com zeigen, dass ein Wochenendaufenthalt im August in China zwischen 40 Yuan (rund 5 Euro) und 18.000 Yuan (rund 2.450 Euro) pro Nacht kosten kann. Die Medianpreise lagen dabei bei lediglich 192 Yuan (ca. 26 Euro) in Kaschgar (Xinjiang), 373 Yuan (ca. 51 Euro) in Dali (Yunnan) und 595 Yuan (ca. 82 Euro) in Shanghai.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht den Wettbewerb: Eine Übernachtung am Wochenende im August in einem Hilton-Resort in Dali kostet 173 US-Dollar. Andere auf Trip.com empfohlene Optionen sind jedoch für weniger als die Hälfte erhältlich – eine davon liegt bei rund 50 US-Dollar. Obwohl Premium-Zimmer die Durchschnittswerte nach oben treiben, sind günstige Angebote in großem Umfang verfügbar.

Gary Ng, Senior Economist bei Natixis, stellte fest, dass es seit dem dritten Quartal 2025 einen „starken Rückgang der Pro-Kopf-Ausgaben" im Tourismus gegeben habe. Der Abschwung spiegelt wider, wie der Tourismusboom nach der Pandemie nach drei Jahren inmitten einer allgemeinen Verlangsamung der chinesischen Wirtschaft nachlässt.

Schwache Konsumzahlen belasten die gesamte Wirtschaft

Der Tourismussektor steht nicht allein mit seinen Problemen. Chinas Einzelhandelsumsätze sind seit der Pandemie schleppend geblieben, wobei die Ausgaben im Mai gegenüber dem Vorjahr sogar zurückgingen. Auch die Verbraucherpreise blieben gedämpft: Im Juni stieg der Verbraucherpreisindex lediglich um 1 % gegenüber dem Vorjahr – weniger als erwartet. Der Teilindex für Reisen sank im Juni im Vergleich zum Vormonat um 0,6 %, wie das Nationale Statistikamt Chinas mitteilte. Chefstatistiker Dong Liquan wies zudem auf starke Preisrückgänge bei Hotelraten und Flugpreisen hin.

Einreisetourismus als Hoffnungsschimmer

Während die Stimmung beim Inlandstourismus trübe bleibt, entwickelt sich der Einreisetourismus zu einem positiven Gegengewicht. Dank der chinesischen Visafreiheitspolitik für eine wachsende Zahl von Ländern – darunter auch europäische Staaten – kommen zunehmend Besucher aus Volkswirtschaften mit deutlich höherem Pro-Kopf-Einkommen ins Land.

Der gehobene US-Hotelbetreiber Hyatt meldete für das vergangene Quartal einen Anstieg der Besucher aus den USA nach China um 18 % und aus Europa um 24 %. Der RevPAR von Hyatt in Greater China stieg im zweiten Quartal im Jahresvergleich um 7,2 %, wobei das Unternehmen „Leisure Luxury" – also Freizeit im Luxussegment – als wesentlichen Treiber nannte.

Allerdings bleibt der Einfluss ausländischer Besucher begrenzt. Nach Schätzungen von Natixis machen sie lediglich 12 % bis 13 % der gesamten Tourismusausgaben in China aus. Das Premiumsegment bietet zwar ein positiveres Bild, kann den breiten Abschwung im Inlandstourismus jedoch nicht vollständig kompensieren.

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