Chinas strategische Metalle als Druckmittel
Wie Exportkontrollen die US-Wirtschaft im Handelsstreit treffen

China hat als Reaktion auf die von Donald Trump verhängten Strafzölle auf chinesische Waren Exportkontrollen für 25 strategische Mineralien verschärft. Diese Maßnahme betrifft Metalle wie Wolfram, Tellur, Bismut, Molybdän und Indium, die für verschiedene Hightech-Anwendungen von zentraler Bedeutung sind. China begründet die Exportbeschränkungen mit der Notwendigkeit, die nationale Sicherheit und wirtschaftliche Interessen zu schützen.
Wolfram, das aufgrund seines hohen Schmelzpunkts und seiner Dichte für Anwendungen in der Energie- und Lichttechnik sowie in der Luft- und Raumfahrt unverzichtbar ist, wird in den USA seit 2015 nicht mehr kommerziell abgebaut. Die Abhängigkeit von Importen ist entsprechend hoch, wobei 27 Prozent des Bedarfs aus China stammen. China fördert rund 83 Prozent der weltweiten Wolframproduktion und kontrolliert etwa die Hälfte der globalen Reserven.
Auch beim Schwermetall Bismut sind die USA stark von Importen aus China abhängig. Zwei Drittel des US-Bedarfs werden in der Pharmaindustrie verwendet, weitere Anwendungsgebiete sind Kosmetikprodukte und spezielle Legierungen. Die USA haben die eigene Produktion von primär raffiniertem Bismut bereits 1997 eingestellt, während China etwa 80 Prozent der Weltproduktion kontrolliert.
Im Fall von Molybdän, das für hitzebeständige Stahl-Legierungen und Katalysatoren verwendet wird, ist die Abhängigkeit der USA weniger ausgeprägt. Die USA produzieren etwa 13 Prozent der weltweiten Molybdänkonzentratmenge und verfügen über ausreichende Reserven, um den Bedarf in naher Zukunft zu decken. Dennoch könnte die Verfügbarkeit langfristig durch das Erschöpfen von Kupferminen beeinträchtigt werden.
Tellur, das in der Solarindustrie und für thermoelektrische Geräte von Bedeutung ist, wird überwiegend als Nebenprodukt der Kupferraffination gewonnen. China hat seine Produktion in den letzten Jahren erheblich gesteigert und ist der weltweit führende Hersteller von raffiniertem Tellur. Die USA halten sich mit genauen Angaben zu Produktion und Lagerbeständen bedeckt.
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Zur AktienanalyseIndium, ein weiches, silbrig-glänzendes Metall, ist für die Herstellung von Flachbildschirmen und anderen elektronischen Geräten essenziell. China dominiert mit 70 Prozent der Weltproduktion und ist der Hauptlieferant für die USA. Da Indium hauptsächlich als Nebenprodukt der Zinkproduktion gewonnen wird, gestaltet sich die Versorgungslage komplex.
Für Anleger sind Investitionen in diese Metalle schwierig, da sie meist als Beiprodukte anderer Metalle gefördert werden und nicht an großen Rohstoffbörsen gehandelt werden. Eine Möglichkeit bietet der ETF VanEck Rare Earth and Strategic Metals, der Aktien von Unternehmen enthält, die sich auf seltene Erden und strategische Metalle spezialisiert haben.

