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Chinas steigende Eisenerzimporte trotz Stahlkrise

Wachstum durch australisches und brasilianisches Angebot, Rückgang der Stahlnachfrage erwartet

Chinas steigende Eisenerzimporte trotz Stahlkrise

China erwartet 2025 einen neuen Höchststand bei den Eisenerzimporten, trotz einer anhaltenden Schwäche in der Stahlbranche, die durch die Immobilienkrise belastet wird. Prognosen zufolge könnten die Einfuhren zwischen 10 und 40 Millionen Tonnen zunehmen und bis zu 1,27 Milliarden Tonnen erreichen, was ein erneutes Rekordniveau darstellen würde. Dies ergibt sich aus einer Umfrage unter Analysten und Händlern.

Der Anstieg der Importe wird hauptsächlich auf ein wachsendes Angebot der Hauptlieferanten Australien und Brasilien zurückgeführt. Diese Länder versuchen, ihre Produktion vor der Inbetriebnahme des Simandou-Eisenerzprojekts zu maximieren, das den Markt später im Jahr mit zusätzlichem Angebot überschwemmen könnte. Die Preise für Eisenerz werden für 2025 auf einen Bereich zwischen 75 und 120 US-Dollar pro Tonne geschätzt, während sie 2024 noch zwischen 88 und 144 US-Dollar lagen.

China, das mehr als zwei Drittel des weltweiten seegestützten Eisenerzhandels abnimmt, importierte in den ersten elf Monaten des Jahres 2024 insgesamt 1,124 Milliarden Tonnen. Dies entspricht einem Anstieg von 4,3 % im Vergleich zum Vorjahr, obwohl die Rohstahlproduktion im gleichen Zeitraum um 2,7 % zurückging. Analysten gehen davon aus, dass die Lagerbestände an chinesischen Häfen bis 2025 auf 170 Millionen Tonnen anwachsen könnten, nach bereits deutlichen Zuwächsen im Jahr 2024.

Australien wird seine Produktion 2025 voraussichtlich um 20 Millionen Tonnen steigern, wobei Projekte wie Rio Tintos Western Range und Fortescues Iron Bridge eine Rolle spielen. Brasiliens führender Bergbaukonzern Vale plant, die Produktion auf bis zu 335 Millionen Tonnen zu erhöhen, während sie 2024 etwa 328 Millionen Tonnen betrug.

Dennoch gibt es Unsicherheiten, die die Importe bremsen könnten. Analysten heben mögliche Abwertungen des Yuan sowie Chinas Bemühungen hervor, den Anteil der Stahlproduktion aus Elektrolichtbogenöfen auf 15 % zu steigern. Diese Öfen verwenden vorwiegend Schrottmaterial, was den Bedarf an neuem Eisenerz verringern könnte.

Die Stahlbranche sieht sich weiterhin rückläufiger Nachfrage gegenüber. Für 2025 wird ein Rückgang von 1,5 % erwartet, nachdem die Nachfrage 2024 bereits um 4,4 % gesunken war. Trotz staatlicher Konjunkturmaßnahmen wird der Rückgang in der Immobilienbranche voraussichtlich nicht vollständig ausgeglichen, auch wenn positive Impulse aus der Automobil- und Haushaltsgeräteindustrie zu erwarten sind.

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