Chinas Rohölimporte sinken zu Jahresbeginn deutlich
US-Sanktionen, Hafensperren und steigende Frachtkosten belasten die Energieversorgung

Chinas Rohölimporte sind in den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 um 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken. Laut Daten der chinesischen Zollbehörde beliefen sich die Einfuhren im Januar und Februar auf insgesamt 83,85 Millionen Tonnen, was durchschnittlich 10,38 Millionen Barrel pro Tag entspricht. Im Vorjahr waren es noch 10,74 Millionen Barrel pro Tag gewesen. Der Rückgang steht im Zusammenhang mit verschärften US-Sanktionen gegen Schiffe, die russisches und iranisches Öl transportieren, sowie einem Einfuhrverbot in chinesischen Häfen, das den Rohölfluss in das Land erschwert hat.
Um die Auswirkungen des einwöchigen Neujahrsfests, das in diesem Jahr Ende Januar stattfand, auszugleichen, veröffentlicht China kombinierte Importdaten für Januar und Februar. Die Öllieferungen wurden insbesondere durch eine unerwartete Maßnahme der Shandong Port Group beeinträchtigt, die Anfang Januar ein Verbot für sanktionierte Tanker ausgesprochen hatte. Die Provinz Shandong ist das Zentrum der unabhängigen Raffinerien, die als Hauptabnehmer von russischem und iranischem Öl gelten. Diese Restriktionen führten gemeinsam mit steigenden Frachtraten zu höheren Rohölpreisen und erhöhten damit die Kosten für kleinere Raffinerien, die bereits unter geringen oder negativen Gewinnspannen litten.
Einige neuere Terminals außerhalb von Shandong, darunter zwei privat betriebene Anlagen, übernahmen einen Teil der sanktionierten Tanker, jedoch nur in geringem Umfang. Trotz der aktuellen Einschränkungen wird ein Anstieg der chinesischen Rohölimporte im März und April erwartet. Höhere Frachtraten locken zunehmend nicht sanktionierte Tanker an, die russisches und iranisches Öl transportieren. Zudem haben chinesische Raffinerien ihre Käufe von alternativen Rohölsorten ausgeweitet, um die Versorgung sicherzustellen.
Neben dem Rückgang der Rohölimporte verzeichnete China auch einen Rückgang bei den Ausfuhren von raffinierten Ölprodukten. Diese umfassten unter anderem Diesel, Benzin, Flugzeugtreibstoff und Schiffstreibstoff. Die Exporte sanken um 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und beliefen sich auf 7,21 Millionen Tonnen. Ebenso gingen die Importe von Erdgas, einschließlich Pipeline-Gas und verflüssigtem Erdgas (LNG), zurück. Im Januar und Februar wurden 20,31 Millionen Tonnen eingeführt, was einem Rückgang von 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
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Zur AktienanalyseLaut Daten von LSEG beliefen sich die LNG-Anlandungen in China in den ersten beiden Monaten des Jahres auf 10,85 Millionen Tonnen, verglichen mit 13,2 Millionen Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die anhaltenden Handelsbeschränkungen und die Entwicklung der Frachtkosten dürften die Dynamik der chinesischen Energieimporte in den kommenden Monaten weiterhin beeinflussen.


