Chinas Robotik-Hersteller setzen auf internationale Expansion
Mit Kampfpreisen und Qualität versuchen sie, neue Märkte zu erobern und Vertrauen aufzubauen

Chinesische Roboterhersteller stehen vor neuen Herausforderungen, nachdem der heimische Markt zuletzt Schwächen gezeigt hat. Auf der Industriemesse CIIF in Shanghai präsentieren sich Unternehmen wie Kuka, das inzwischen zum chinesischen Midea-Konzern gehört, selbstbewusst, während prominente Persönlichkeiten wie Tischtennisprofi Timo Boll Messebesucher unterhalten. Dennoch sind die Aussichten für die Robotik-Branche in China derzeit durch eine schwache Konjunktur getrübt. Der Absatz von Industrierobotern ging im zweiten Quartal 2024 um 15 Prozent zurück, insbesondere in Sektoren wie der Automobil-, Batterie- und Photovoltaikindustrie.
In Reaktion auf die sinkende Nachfrage auf dem heimischen Markt richten viele chinesische Robotik-Anbieter ihren Fokus verstärkt auf internationale Märkte. Hersteller drängen mit Kampfpreisen und neuen Qualitätsversprechen nach Europa, Nordamerika und andere asiatische Märkte. Während in China der Marktanteil ausländischer Hersteller von 66,7 Prozent auf 56,2 Prozent gesunken ist, gelingt es den einheimischen Firmen, ihre Position zu stärken. Die Robotik gilt als eine der Schlüsselbranchen in der Strategie von Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping, und auch staatliche Konjunkturhilfen sollen die Branche unterstützen.
Auf der Messe in Shanghai betonen Vertreter wie Hank Chou von Aubo, dass der internationale Markt von zentraler Bedeutung für das Wachstum ist. Trotz eines „harten Preiskampfs“ in China will man sich durch Qualität und Service differenzieren. Viele Unternehmen, wie etwa Seer Robotics, schauen dabei auch auf aufstrebende Märkte wie Indien, wo der Absatz von Robotern zuletzt deutlich gestiegen ist. Auch Estun, einer der größten Roboterhersteller Chinas, hat seine Präsenz in Europa ausgebaut und präsentiert auf der Messe humanoide Roboter, die mehr Aufmerksamkeit erregen als die klassischen Industrieroboter.
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Zur AktienanalyseDie Konkurrenz auf dem internationalen Markt bleibt jedoch hoch, und viele chinesische Anbieter kämpfen noch um das Vertrauen der Kunden, insbesondere in Ländern wie den USA. Dennoch sind Branchenexperten wie Georg Stieler optimistisch, dass die internationale Expansion der chinesischen Roboterhersteller rasch voranschreiten wird. Die Präsenz auf internationalen Messen wie der CIIF spielt dabei eine wichtige Rolle, um neue Kunden zu gewinnen und den Ruf der chinesischen Robotik weltweit zu stärken.


