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Chinas Ölimporte steigen trotz geopolitischer Risiken

Rabatte aus Iran und Russland füllen Lager statt Nachfrage anzukurbeln

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 Chinas Ölimporte steigen trotz geopolitischer Risiken

Chinas Rohölimporte bewegten sich in den ersten Monaten des Jahres erstmals wieder im positiven Bereich. Im April beliefen sich die Einfuhren auf 11,69 Millionen Barrel pro Tag und lagen damit zwar unter dem März-Wert von 12,1 Millionen Barrel, jedoch 7,5 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Für die ersten vier Monate insgesamt ergab sich ein durchschnittlicher Import von 11,83 Millionen Barrel pro Tag – ein leichter Anstieg von 0,5 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2024.

Ausschlaggebend für den Anstieg waren vor allem verstärkte Käufe von verbilligten Lieferungen aus Iran und Russland. Beide Länder stehen derzeit unter neuen US-Sanktionen. Aus Russland importierte China im April 1,38 Millionen Barrel pro Tag, im März waren es 1,22 Millionen Barrel. Diese Werte markieren die höchsten Mengen seit Oktober des Vorjahres. Die Einfuhren aus dem Iran erreichten im März mit 1,39 Millionen Barrel pro Tag einen Spitzenwert, gingen im April jedoch auf 743.000 Barrel pro Tag zurück.

Der Rückgang der iranischen Öleinfuhren dürfte auf die Verschärfung der US-Sanktionen zurückzuführen sein. Im März und April wurden zwei kleinere chinesische Raffinerien wegen Käufen von iranischem Rohöl mit Sanktionen belegt. Diese Maßnahmen hatten zur Folge, dass auch größere unabhängige Raffinerien von weiteren Käufen Abstand nahmen. Inwieweit sich chinesische Importeure künftig weiterhin zurückhalten oder Wege finden werden, die Beschränkungen zu umgehen, bleibt offen.

Ähnliche Entwicklungen zeigen sich auch im Handel mit russischem Öl. Nach der Einführung neuer US-Sanktionen im Januar fielen die chinesischen Seetransporte von russischem Rohöl im Februar auf den tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Danach stiegen sie wieder an, da chinesische Raffinerien offenbar Möglichkeiten fanden, mit den Sanktionen umzugehen.

Ein wesentlicher Teil der zusätzlichen Rohölimporte dürfte nicht direkt zur Verarbeitung, sondern in strategische oder kommerzielle Lager geflossen sein. Zwar veröffentlicht China keine offiziellen Zahlen zu Beständen, doch lassen sich anhand von Produktions- und Importdaten Rückschlüsse ziehen. Demnach lag der Rohölüberschuss im März bei 1,74 Millionen Barrel pro Tag – der höchste Stand seit Juni 2023. Im April setzte sich dieser Trend laut Analysten fort, wobei der durchschnittliche Lageraufbau bei über 1,1 Millionen Barrel pro Tag lag.

In Anbetracht der steigenden globalen Ölproduktion durch OPEC+ und einer eingetrübten Nachfrageentwicklung stellt sich die Frage, ob China weiterhin Rohöl zur Lagerung einkauft. Zwar haben Phasen niedriger Preise in der Vergangenheit zu höheren Importen geführt, doch angesichts der wirtschaftlichen Unsicherheiten könnten sich chinesische Raffinerien diesmal zurückhaltender zeigen.

ÖlRohölChinaImport

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