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Chinas Luftverschmutzung: Dramatischer Rückgang und besorgnisreicher Rebound

China reduzierte seinen Feinstaub-PM2,5-Ausstoß seit 2013 um fast 60 Prozent – doch 2025 droht ein gefährlicher Rückschlag.

Chinas Luftverschmutzung: Dramatischer Rückgang und besorgnisreicher Rebound

China hat in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Kampf gegen die Luftverschmutzung geführt. Seit dem Höchststand im Jahr 2013 – dem Jahr der berüchtigten „Airpocalypse" – sanken die Feinstaubwerte (PM2,5) bis Ende des vergangenen Jahres um fast 60 Prozent. Gleichzeitig gingen die Krankenhauseinweisungen aufgrund dieser Verschmutzung um 30 Prozent zurück. Als weltweit größter Emittent von Treibhausgasen ist Chinas Fortschritt ein entscheidender Faktor im globalen Kampf gegen den Klimawandel.

Die Feinstaubpartikel PM2,5 – benannt nach ihrem Durchmesser von 2,5 Mikrometern – sind 30-mal kleiner als ein menschliches Haar. Sie können tief in die Lunge eindringen und in die Blutbahn gelangen, wodurch Organe im gesamten Körper geschädigt werden. Die Partikel stammen hauptsächlich aus Fahrzeugabgasen und Industrieemissionen und gelten als eine der gefährlichsten Formen der Luftverschmutzung weltweit.

Ein Großteil der Verbesserung geht auf Pekinger Richtlinien zur Luftreinhaltung zurück, die Chinas Bestreben vorantrieben, weltweit führend bei erneuerbaren Energiequellen zu werden. Dennoch bleibt die anhaltende Abhängigkeit von Kohle eine zentrale Herausforderung: Mehr als die Hälfte der chinesischen Stromerzeugung basiert weiterhin auf dem schmutzigsten fossilen Brennstoff.

Alarmierender Rebound in Nordchina

In den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres stiegen die PM2,5-Werte in sechs nordchinesischen Städten laut Daten des Centre for Research on Energy and Clean Air (CREA) um durchschnittlich 11 Prozent. Der unabhängige Thinktank mit Sitz in Helsinki forscht zu Energie und Luftverschmutzung. Gleichzeitig verlangsamten sich die Verbesserungen in anderen Teilen des Landes spürbar.

Der Anstieg wird mit einer Kombination aus stagnierender Wetterlage, steigender Kohleproduktion und einer starken Nachfrage der energieintensiven Chemieindustrie in Verbindung gebracht. Letztere erhielt politische Unterstützung, da Peking versucht, Lieferketten zu lokalisieren. Zudem fiel der Anstieg mit dem Krieg im Nahen Osten zusammen, was den Bezug billigerer, aber umweltbelastenderer Energie förderte.

Yanzhong Huang, Senior Fellow für globale Gesundheit beim Council on Foreign Relations, bringt die Lage auf den Punkt: „Chinas Umwelt-Autoritarismus hat den Vorteil, die Luftqualität drastisch verbessern zu können. Aber die steigende Luftverschmutzung in einigen chinesischen Städten unterstreicht die Fragilität der Erfolge bei der Schadstoffkontrolle."

Regionale Unterschiede und Millionen Betroffene

Analysen der Daten aus 31 Provinzhauptstädten zeigen deutliche regionale Unterschiede. Der industrielle Nordosten – der einige der höchsten Verschmutzungswerte aufwies – verzeichnete im letzten Jahrzehnt den größten Erfolg bei der Senkung von PM2,5. Auch der Süden des Landes erzielte Verbesserungen, wenn auch von einem niedrigeren Ausgangsniveau aus.

Trotz der erzielten Fortschritte liegen viele der bevölkerungsreichsten Städte Chinas immer noch über dem von Peking festgelegten nationalen Schwellenwert für Feinstaubbelastung. Besonders betroffen ist die Region um Harbin in der Provinz Heilongjiang im äußersten Nordosten, wo sich die Lage zuletzt sogar verschlechtert hat. Demgegenüber verzeichneten die nordchinesische Tiefebene und die Region Xinjiang im Nordwesten die größten Verbesserungen.

Zwischen 2015 und 2025 hat sich die Verteilung der von Luftverschmutzung betroffenen Bevölkerung massiv verschoben: Deutlich weniger Menschen sind heute hohen Feinstaubwerten ausgesetzt als noch vor zehn Jahren. Dennoch bleibt die Kohleabhängigkeit das größte strukturelle Hindernis – China erzeugt noch immer 50 Prozent seiner Energie durch die Verbrennung dieses fossilen Brennstoffs. Solange sich daran nichts ändert, bleiben die bisherigen Erfolge fragil.

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