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Chinas Lieferdienste unter Druck

Prekäre Arbeitsbedingungen und der Kampf ums Überleben in der E-Commerce-Industrie

Chinas Lieferdienste unter Druck

China hat sich in den letzten Jahren zu einem führenden E-Commerce-Markt entwickelt, was jedoch auf Kosten vieler Menschen geschieht. Der Film „Upstream“ von Regisseur Xu Zheng beleuchtet die prekären Arbeitsbedingungen in Chinas Lieferbranche und sorgt in den sozialen Medien für hitzige Diskussionen. Im Mittelpunkt des Films steht ein Lieferfahrer, der unter extremen Bedingungen arbeitet, um seine Existenz zu sichern. Die Szene, in der ein blutender Lieferant eine Bestellung in einem Restaurant überreicht, verdeutlicht die Opfer, die diese Arbeiter täglich bringen müssen. Die Zustellbranche in China wird von Algorithmen und unerfüllbaren Zeitplänen dominiert, was die Fahrer dazu zwingt, ihre Gesundheit und Sicherheit zu riskieren.

China ist weltweit führend im E-Commerce, und die Zahl der Bestellungen, die täglich online aufgegeben werden, ist enorm. In den chinesischen Großstädten prägen Lieferfahrer, die auf Elektrorollern unterwegs sind, das Straßenbild. Laut Berichten in sozialen Medien verdienen diese Fahrer, die oft zehn Stunden am Tag arbeiten und kaum freie Tage haben, durchschnittlich 7000 Yuan im Monat, was etwa 880 Euro entspricht. Die Hauptfigur des Films, Gao Zhilei, ist ein Mann mittleren Alters, der nach dem Verlust seines Jobs in der Computerbranche und seinem Ersparten aufgrund der Arztrechnungen seines kranken Vaters gezwungen ist, als Lieferfahrer zu arbeiten.

Die Lieferbranche wird von Unternehmen wie Meituan dominiert, die zusammen mit Konkurrenten wie Ele.me etwa zehn Millionen Lieferanten in China beschäftigen. Diese Firmen, die von großen Tech-Giganten wie Tencent und Alibaba unterstützt werden, sind allgegenwärtig im chinesischen Alltag. Die Bequemlichkeit, die diese Dienste bieten, ist unbestreitbar, doch sie basiert auf der Ausbeutung der Arbeiter, die für geringe Löhne und unter schwierigen Bedingungen arbeiten.

Die schwierige Lage auf dem chinesischen Arbeitsmarkt zwingt viele Menschen, auch gut ausgebildete Hochschulabsolventen, dazu, in Niedriglohnjobs wie der Lieferbranche zu arbeiten. Die Jugendarbeitslosigkeit ist zuletzt auf 17,1 Prozent gestiegen, was den Druck auf junge Menschen erhöht, solche Jobs anzunehmen. „Upstream“ beleuchtet nicht nur die Lieferbranche, sondern auch die Herausforderungen, mit denen die Arbeiter in anderen Niedriglohnsektoren konfrontiert sind. Der Film zeigt, wie die Algorithmen der Lieferunternehmen die Fahrer dazu zwingen, Verkehrsregeln zu missachten, was immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen führt.

Ein aktueller Vorfall in Hangzhou, bei dem ein junger Lieferant beim Ausliefern einer Bestellung versehentlich einen Zaun beschädigte, sorgt für Aufregung in den sozialen Medien. Das Video des Vorfalls, in dem der Lieferant vor einem Wachmann auf die Knie ging, da er die geforderte Entschädigung nicht bezahlen konnte, löste wütende Reaktionen aus. Der Film „Upstream“ wird als Beispiel dafür gesehen, wie wenig sich in der chinesischen Arbeitswelt tatsächlich ändert, trotz der wachsenden Aufmerksamkeit für die schwierigen Arbeitsbedingungen.

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