Chinas Kupferimporte steigen im zweiten Quartal deutlich an
Starke Nachfrage aus Stromnetz und Elektroauto-Sektor sowie geringere Inlandsproduktion treiben Chinas Kupferimporte im Q2 an.

Chinas Importe von raffiniertem Kupfer dürften im zweiten Quartal 2025 deutlich zulegen. Analysten und Händler verweisen auf eine robuste Nachfrage sowie eine vorübergehend sinkende Inlandsproduktion durch Wartungsarbeiten in chinesischen Schmelzhütten. Das Reich der Mitte ist der weltweit größte Verbraucher des Industriemetalls, das in Stromleitungen und für die Verkabelung von Elektrofahrzeugen unverzichtbar ist.
Die Kupfernachfrage hat laut Marktbeobachtern zuletzt spürbar an Dynamik gewonnen. Treiber sind vor allem expandierende Investitionen in das chinesische Stromnetz sowie wachsende Verkaufszahlen bei Elektroautos. Die chinesischen Investitionen in das Stromnetz stiegen von Januar bis März um beeindruckende 37 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie staatliche Medien im April berichteten.
Rekordpreise und sinkende Lagerbestände
Höhere chinesische Importe könnten die Referenzpreise weiter stützen. Am Freitag kletterten die Kupferpreise auf den höchsten Stand seit dem 29. Januar, als sie einen Rekordwert von 14.527,50 US-Dollar erreicht hatten. Gleichzeitig meldete die Shanghai Futures Exchange, dass die Kupfervorräte gegenüber der Vorwoche um 5,6 Prozent auf 181.333 Tonnen gesunken sind – den niedrigsten Stand seit Januar.
Nicholas Snowdon, Leiter der Metall- und Bergbauforschung beim Energiehandelshaus Mercuria, brachte die Lage auf der LME-Woche-Konferenz in Hongkong auf den Punkt: „China kehrte mit einer robusten und weniger preissensiblen Nachfrage aus dem Neujahrsfest zurück, was den größten und schnellsten Abbau der Onshore-Lagerbestände auslöste. Die Kathodenimporte werden künftig steigen." Er ergänzte: „Die wiedererstarkte Nachfrage wird durch den hohen Bedarf aus den Elektrifizierungssektoren getrieben, insbesondere im Bereich des Stromnetzes."
Aprilimporte auf höchstem Stand seit September
Erste Anzeichen für den Importanstieg sind bereits in den Zolldaten sichtbar. Chinas Einfuhren von raffiniertem Kupfer stiegen im April gegenüber März um 9 Prozent auf 452.000 Tonnen – der höchste Stand seit September. Li Ye, stellvertretende Geschäftsführerin beim Händler Eagle Metal, bestätigte diesen Trend am Rande der LME-Woche-Konferenz: „Die Aufträge aus der nachgelagerten Industrie haben seit März angezogen."
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Zur AktienanalyseLi Ye unterstrich die Dynamik mit einem eindrücklichen Vergleich: „Allein das Volumen des letzten Monats ist höher als die Gesamtsumme der ersten drei Monate." Die Importe im April seien im Vergleich zum März um einen dreistelligen Prozentsatz gestiegen, fügte sie hinzu.
Auf der Angebotsseite dürfte das inländische Angebot an raffiniertem Kupfer im zweiten Quartal unter Druck geraten. Analysten des Beratungsunternehmens Shanghai Metals Market prognostizieren, dass planmäßige Wartungsarbeiten in den Schmelzhütten die Produktion von raffiniertem Metall in diesem Quartal merklich verringern werden. Die Kombination aus steigender Nachfrage und sinkendem Inlandsangebot dürfte Chinas Importbedarf in den kommenden Monaten weiter befeuern – mit potenziell spürbaren Auswirkungen auf die globalen Kupferpreise.


