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Chinas Kreditvergabe bricht im Juli massiv ein

Schwache Nachfrage und saisonale Effekte drücken neue Yuan-Kredite auf nur 45 Milliarden Yuan – ein dramatischer Rückgang.

Chinas Kreditvergabe bricht im Juli massiv ein

Die Vergabe neuer Bankkredite in China ist im Juli voraussichtlich auf lediglich 45 Milliarden Yuan (rund 6,67 Milliarden US-Dollar) eingebrochen. Das ergibt eine Reuters-Umfrage unter 20 Ökonomen. Im Vergleich zum Juni, als noch 1,61 Billionen Yuan an neuen Krediten vergeben wurden, entspricht dies einem dramatischen Rückgang. Als Hauptursachen gelten eine anhaltend schwache Kreditnachfrage sowie sogenannte Vorzieheffekte zum Quartalsende im Juni.

Bereits im Juli des vergangenen Jahres hatte die chinesische Kreditvergabe überraschend nachgegeben – damals schrumpfte sie um 50 Milliarden Yuan. Der erneute Einbruch im Juli 2025 bestätigt damit ein wiederkehrendes saisonales Muster, das die strukturellen Schwächen der chinesischen Binnennachfrage widerspiegelt.

Privater Sektor hält sich zurück

Analysten von Citi Research warnen, dass die Kreditnachfrage des Privatsektors gedämpft bleiben könnte. „Die privaten Haushalte könnten im Juli den Schuldenabbau wieder aufgenommen haben", heißt es in einer Mitteilung des Instituts. Ein weiteres Warnsignal liefern die Zinssätze für Wechsel, die den gesamten Monat über nahe 0,5 Prozent verharrten. „Eine Erholung der Kreditnachfrage scheint in weiter Ferne zu liegen", so Citi Research.

Die People's Bank of China (PBOC), die chinesische Zentralbank, will die offiziellen Daten zu Krediten und Geldmenge voraussichtlich zwischen dem 10. und 15. August veröffentlichen. Auf einer Sitzung am 1. August bekräftigte die PBOC, die geldpolitischen Instrumente zeitnah anzupassen, die Liquidität ausreichend hoch zu halten und die Finanzinstitute zu einer ausgewogeneren Kreditvergabe anzuhalten.

Geldmengenwachstum verlangsamt sich leicht

Auch bei der Geldmenge zeichnet sich eine leichte Abschwächung ab. Die breiter gefasste Geldmenge M2 dürfte im Juli um 7,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen sein – etwas weniger als die 8,0 Prozent, die im Juni verzeichnet wurden. Das Volumen der ausstehenden Yuan-Kredite hingegen stieg im Juli schätzungsweise um 5,3 Prozent im Jahresvergleich, nach einem Wachstum von 5,2 Prozent im Juni.

Die gesamte Sozialfinanzierung – ein weit gefasstes Maß für Kredit und Liquidität in der chinesischen Volkswirtschaft – belief sich im Juli voraussichtlich auf 1,2 Billionen Yuan. Im Vormonat Juni hatte dieser Wert noch bei 3,36 Billionen Yuan gelegen. Im Vergleich zum Juli des Vorjahres (1,16 Billionen Yuan) entspricht dies jedoch einem moderaten Anstieg von rund 3,4 Prozent.

Moody's sieht stabile Kreditbedingungen in zweiter Jahreshälfte

Die Ratingagentur Moody's Ratings zeigte sich in einem Kommentar vom 31. Juli verhalten optimistisch. Die Kreditbedingungen in China dürften in der zweiten Jahreshälfte stabil bleiben, da fiskalische und geldpolitische Unterstützung, starke Exporte sowie technologischer Fortschritt die schwache Binnennachfrage ausgleichen könnten. Moody's wies jedoch darauf hin, dass das mittelfristige Wachstum von der Bewältigung struktureller Schwächen abhängt.

Zudem erklärte die Agentur, dass politisch gesteuerte Kredite an strategische Sektoren die verhaltene Kreditaufnahme des Privatsektors wahrscheinlich ausgleichen werden. Bankkredite dürften über die nächsten 12 bis 18 Monate der primäre Versorgungskanal für die chinesische Wirtschaft bleiben. Für deutsche Anleger mit Engagements in China oder in exportabhängigen Unternehmen bleibt die Entwicklung der chinesischen Kreditdynamik ein wichtiger Frühindikator für die gesamtwirtschaftliche Nachfrage.

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