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Chinas Kohleimporte erreichen neuen Höchststand

Hohe Lagerbestände, sinkende Preise und Handelskonflikte belasten die Zukunftsaussichten

Chinas Kohleimporte erreichen neuen Höchststand

Chinas Kohleimporte stiegen in den ersten beiden Monaten des Jahres um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf einen Rekordwert von 76,12 Millionen Tonnen. Dies geht aus den am Freitag veröffentlichten offiziellen Daten hervor. Die chinesischen Zollbehörden fassen die Zahlen für Januar und Februar zusammen, um Verzerrungen durch das chinesische Neujahrsfest zu vermeiden. Im Vorjahreszeitraum beliefen sich die Importe auf 74,52 Millionen Tonnen.

Analysten weisen darauf hin, dass die Importzuwächse in den kommenden Monaten geringer ausfallen könnten. Im Januar und Februar waren die heimischen Kohlepreise erheblich gesunken, wodurch sich die Profitabilität von Importen verringerte. Gleichzeitig lagen die Lagerbestände an den Häfen auf hohem Niveau. Laut einem Analysten von Galaxy Futures in Shanghai dürfte sich dies dämpfend auf die Importaktivität in den Monaten März und April auswirken.

Zusätzlichen Druck auf die Kohleimporte erzeugen Forderungen von zwei bedeutenden Branchenverbänden, die zu Einschränkungen der Importe, insbesondere von minderwertiger Kohle, aufgerufen haben. Ein überangebot auf dem Markt und ein vergleichsweise milder Winter haben die Nachfrage und die Inlandspreise gedrückt. Der große Kohlekonzern Shenhua Energy hat daher seine Spot-Importe ausgesetzt, um den heimischen Absatz angesichts hoher Lagerbestände an den Häfen zu schützen.

Ein weiteres Hindernis für die Importentwicklung ist die Entscheidung Indonesiens, ab dem 1. März einen staatlich festgelegten Referenzpreis für internationale Kohletransaktionen zu verwenden. Laut Analysten von Guosheng Securities liegt dieser Preis je nach Kohlequalität zwischen 1,50 und 14 US-Dollar höher als der üblich verwendete ICI-Index. Diese Maßnahme könnte die Kosten für chinesische Importe verteuern und dazu führen, dass chinesische Abnehmer verstärkt auf heimische Kohle zurückgreifen.

Branchenexperten der China Coal Transportation and Distribution Association prognostizieren, dass die Kohleimporte im Gesamtjahr um 1,9 Prozent auf 525 Millionen Tonnen zurückgehen werden. Dies wäre ein Rückgang gegenüber dem Rekordhoch des Vorjahres. Noch stärker dürfte der Rückgang bei Importen von thermischer Kohle ausfallen, die um 4,9 Prozent auf 385 Millionen Tonnen zurückgehen könnten. Als Ursachen werden die Abwertung des Yuan und die sich verengenden Gewinnspannen bei Importgeschäften genannt.

Ein weiterer Einflussfaktor auf Chinas Kohleimporte sind die von der Regierung verhängten Zölle in Höhe von 15 Prozent auf Kohlelieferungen aus den USA. Dieser Schritt steht im Zusammenhang mit den anhaltenden Handelskonflikten zwischen den beiden Wirtschaftsmächten. Die Auswirkungen auf die Gesamtimporte dürften jedoch begrenzt bleiben, da Kohle aus den USA nur einen kleinen Anteil an den gesamten Einfuhren hat und möglicherweise durch Lieferungen aus anderen Ländern ersetzt werden kann. Der inländische Kohleverbrauch in China war 2024 um 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

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