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Chinas Infrastruktur-Wachstum

Die unerwarteten Herausforderungen und Anpassungen in Chinas Entwicklungspolitik für Infrastrukturprojekte

Chinas Infrastruktur-Wachstum

China, ein Land, das jahrelang auf rasanten Ausbau seiner Infrastruktur setzte, steht nun vor der Frage, ob diese überdimensioniert ist. Obwohl das Hochgeschwindigkeitszugnetz beeindruckend ist und 70 Prozent der weltweiten Hochgeschwindigkeitszüge in China verkehren, beträgt der Anteil am globalen Bruttoinlandsprodukt nur 17 Prozent. Dieses Missverhältnis alarmiert Wirtschaftsforscher wie Michael Pettis von der Peking-Universität, der darauf hinweist, dass eine übermäßige Infrastruktur zwar beeindruckend sein mag, aber die Kosten für ihre Erhaltung und Wartung übersteigen kann.

Pettis zieht das Beispiel der Provinz Guizhou heran, die, obwohl relativ arm, massive Investitionen in Brücken und Straßen getätigt hat. Dieses Muster könnte sich auf ganz China übertragen lassen, da das Land weiterhin plant, neue Hochgeschwindigkeitszüge in einem Ausmaß zu bauen, das Deutschland, Spanien, Frankreich und Japan zusammen übertrifft.

Das Hauptproblem, so Pettis, sei die Nachhaltigkeit. Chinas Investitionsquote liegt bei 44 Prozent des BIP, während hochinvestierende Länder normalerweise bei 33 Prozent liegen. Um die Wirtschaft anzukurbeln, müsse China jedoch den privaten Konsum fördern, was steigende Löhne erfordert. Aber höhere Löhne könnten Arbeitsplätze kosten, da weniger in Bauprojekte investiert wird.

Die chinesische Führung steht also vor einer enormen Herausforderung, die Wirtschaft zu steuern und gleichzeitig das Übermaß an Infrastruktur abzubauen. Reduzierte Investitionen könnten das Wirtschaftswachstum negativ beeinflussen. Insgesamt steht China vor der Aufgabe, das richtige Gleichgewicht zwischen Investitionen, privatem Konsum und Wirtschaftswachstum zu finden, während es versucht, die Auswirkungen seiner überdimensionierten Infrastruktur zu bewältigen.

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