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Chinas Inflation: Verbraucherpreise schwach, Erzeugerpreise auf Vierjahreshoch

Im Juni stiegen Chinas Verbraucherpreise langsamer als erwartet, während der Erzeugerpreisindex das stärkste Wachstum seit Juli 2022 verzeichnete.

Chinas Inflation: Verbraucherpreise schwach, Erzeugerpreise auf Vierjahreshoch

Chinas Volkswirtschaft sendet im Juni widersprüchliche Inflationssignale: Die Verbraucherpreise stiegen schwächer als erwartet, während die Erzeugerinflation auf ein fast Vierjahreshoch kletterte. Das Nationale Statistikamt veröffentlichte am Donnerstag Daten, die das zweigeteilte Bild der chinesischen Wirtschaft einmal mehr unterstreichen.

Der Verbraucherpreisindex (CPI) legte im Juni im Jahresvergleich um lediglich 1,0 % zu – nach 1,2 % im Mai. Ökonomen hatten in einer Reuters-Umfrage im Schnitt ein Wachstum von 1,1 % erwartet. Auch die Kernrate, die volatile Lebensmittel- und Energiepreise ausschließt, verlangsamte sich leicht auf 1,0 % nach 1,1 % im Vormonat. Die Lebensmittelpreise sanken im Jahresvergleich um 1,6 %, nach einem Minus von 1,7 % im Mai.

Erzeugerpreise auf höchstem Stand seit fast vier Jahren

Ein ganz anderes Bild zeigt sich auf Großhandelsebene: Der Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Juni um 4,1 % gegenüber dem Vorjahr – im Einklang mit den Prognosen der Ökonomen und über dem Mai-Wert von 3,9 %. Laut LSEG-Daten markiert dies das stärkste Wachstum seit Juli 2022. Auf Monatsbasis gab der PPI allerdings um 0,3 % nach.

Zum Vergleich: Im Juni des Vorjahres hatten die Erzeugerpreise noch ein Minus von 3,6 % im Jahresvergleich verzeichnet – der stärkste Rückgang seit fast zwei Jahren. Damals zog sich ein verschärfender Preiskrieg durch die chinesische Wirtschaft. Erst im März dieses Jahres kehrten die Erzeugerpreise auf den Wachstumspfad zurück, als steigende Inputkosten infolge des Nahostkonflikts dazu beitrugen, eine der längsten Deflationsphasen Chinas seit Jahrzehnten zu beenden.

Neben höheren Rohstoffkosten durch kriegsbedingte Lieferunterbrechungen trieb auch die wachsende Nachfrage nach Rechenleistung für künstliche Intelligenz die Großhandelspreise nach oben. Dies erhöhte insbesondere die Preise für technische Ausrüstung und Halbleiter. Chinas Industrietätigkeit weitete sich im Juni schneller als erwartet aus, wobei Experten die externe Nachfrage – unter anderem nach KI-bezogener Technologie – als treibende Kraft nannten.

Schwache Verbraucherstimmung belastet Inlandsnachfrage

Die gedämpfte Verbraucherinflation spiegelt die anhaltende Schwäche der Inlandsnachfrage wider. Neo Wang, China-Stratege bei Evercore ISI, beschreibt das zweigeteilte Wachstum – robuste Exporte gegenüber schwachem Konsum und einem kriselnden Immobilienmarkt – als ein „definierendes langfristiges Merkmal der chinesischen Wirtschaft". Die Verbraucherstimmung bleibe gedämpft, da die Haushalte weiterhin mit dem negativen Vermögenseffekt aus dem anhaltenden Abschwung am Immobilienmarkt zu kämpfen hätten, so Wang.

Angesichts dieser Gemengelage erwarten Beobachter keine großen neuen Konjunkturprogramme aus Peking. Gabriel Wildau, Geschäftsführer bei Teneo, sagte: „Die politischen Entscheidungsträger werden wahrscheinlich von größeren neuen Konjunkturprogrammen absehen, es sei denn, die Verlangsamung hält über den Konflikt hinaus an." Wildau verweist auf eine wichtige politische Sitzung des 24-köpfigen Politbüros der Kommunistischen Partei Ende Juli als „die nächste Gelegenheit, die politischen Impulse zu verstärken".

IWF hebt Wachstumsprognose für China an

Trotz der schwachen Verbrauchernachfrage bleibt der Internationale Währungsfonds (IWF) optimistisch für Chinas Wirtschaft. Am Mittwoch hob der IWF seine Wachstumsprognose für China von 4,4 % auf 4,6 % an – und prognostiziert damit, dass China das globale Wachstum von lediglich 3,0 % deutlich übertreffen wird. Als Begründung nannte der IWF Chinas robuste High-Tech-Produktion, starke Exportleistung sowie vorgezogene Investitionen in die öffentliche Infrastruktur.

China selbst hat für dieses Jahr ein moderates Wachstumsziel von 4,5 % bis 5 % ausgegeben. Die aktuellen Inflationsdaten zeigen, dass die Volksrepublik dieses Ziel vor allem durch Exportstärke und Industrieproduktion ansteuert – während die Binnennachfrage weiterhin auf sich warten lässt.

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