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Chinas Industrie macht deutschen Unternehmen zunehmend Druck

Hohe Energiepreise, technologische Rückstände und Exportverluste schwächen den Industriestandort Deutschland

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Chinas Industrie macht deutschen Unternehmen zunehmend Druck

Die deutsche Industrie gerät zunehmend unter Druck durch die wirtschaftlich erstarkte Konkurrenz aus China. Während die Ausfuhren aus Deutschland im vergangenen Jahr um 1,7 Prozent auf etwa 1,65 Billionen Euro sanken, verzeichnete China ein Exportwachstum von 7,1 Prozent auf mehr als drei Billionen Euro. Experten sehen als Hauptursachen für diese Entwicklung unter anderem aggressive Preiskämpfe chinesischer Anbieter auf dem Heimatmarkt sowie strukturelle Überkapazitäten, die zunehmend auf die Weltmärkte drängen.

Bereits im achten Jahr in Folge konnte China seine Exporte steigern, während Deutschland einen Rückgang verbuchte. Diese Entwicklung schlägt sich auch in der Automobilindustrie nieder: Der Volkswagen-Konzern lieferte 2024 rund 1,5 Millionen Fahrzeuge weniger aus als noch sechs Jahre zuvor – ein erheblicher Rückgang, der vor allem auf schwächelnde Verkäufe in China zurückzuführen ist. Inzwischen dominieren chinesische Hersteller insbesondere im E-Auto-Segment, in dem deutsche Unternehmen wie Volkswagen stark an Boden verloren haben.

Die Veränderung ist auch auf Messen sichtbar. Während 2014 noch 500 chinesische Aussteller auf der Hannover Messe vertreten waren, waren es zuletzt mehr als doppelt so viele. Chinas Ziel, bis 2049 weltweit technologisch führend zu sein, scheint mit Blick auf Digitalisierung und künstliche Intelligenz nicht unrealistisch. Ökonomen betonen, dass chinesische Unternehmen in bestimmten Technologiebereichen bereits über das Leistungsniveau deutscher Firmen hinausgewachsen sind.

Chinas industrielle Stärke basiert unter anderem auf jahrzehntelanger Politik der Selbststärkung, bei der ausländische Unternehmen gezielt in das Land geholt wurden, um Know-how zu transferieren. Diese Strategie zeigt nun Wirkung. In Deutschland hingegen ist die Industrieproduktion seit Jahren rückläufig, auch wegen hoher Energiepreise. Diese Entwicklung gefährdet vor allem energieintensive Branchen wie die Grundstoffchemie sowie den Automobilsektor.

Gleichzeitig warnen Fachleute vor Risiken im chinesischen Modell. Die immense Verschuldung des Privatsektors, die mittlerweile mehr als 300 Prozent des Bruttoinlandsprodukts ausmacht, nährt Sorgen über mögliche Finanzkrisen. Chinesische Firmen setzen vielfach auf Skalierung, verzichten lange auf Gewinne und überschwemmen nach dem Aufbau überdimensionierter Kapazitäten den Weltmarkt mit günstigen Produkten. Besonders problematisch ist dies für deutsche Firmen, wenn chinesische Anbieter technologisch mithalten können und gleichzeitig deutlich günstiger produzieren.

Im Hintergrund dieser wirtschaftlichen Dynamiken steht ein größerer Konflikt. Der Systemwettbewerb zwischen China und dem Westen, insbesondere den USA, wird zunehmend vom technologischen Wettlauf entschieden. Handelszölle sind dabei nur ein Mittel, mit dem sich dieser Wettbewerb derzeit manifestiert.

DeutschlandIndustrieChinaWirtschaft

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