Chinas Immobilienmarkt im Umbruch
Staatliche Eingriffe, Schuldenkrise und die wachsende Bedeutung des Mietmarkts

Die Immobilienkrise in China hält weiterhin an, auch wenn sich einige Indikatoren leicht verbessern. Seit fünf Jahren kämpft die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit fallenden Häuserpreisen, was die Zurückhaltung potenzieller Käufer verstärkt. Trotz reger Bautätigkeit wie beim Wohnprojekt "Hongqiao Prime" in Shanghai bleibt die Unsicherheit groß. Viele Bauprojekte sind lange geplant, aber ob sie sich wirtschaftlich lohnen, ist fraglich. Der Projektentwickler Greenland musste bereits vor zwei Jahren Anleihen verlängern, da finanzielle Mittel fehlten.
Ein leichter Rückgang der Immobilienpreise zeigt sich in den neuesten Statistiken. Im Dezember 2024 sank der Preis für neue Eigenheime in 70 Städten um 0,08 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Gebrauchte Immobilien verzeichneten einen Rückgang um 0,31 Prozent, was eine geringere Abnahme als im November darstellt. Dennoch bleibt die Lage angespannt, da große Bauträger weiterhin mit hohen Schulden und Insolvenzanträgen kämpfen. Jüngst wurden Liquidationsanträge für Shimao und Sunac gestellt, während die finanzielle Situation von Vanke zunehmend Besorgnis erregt.
Die chinesische Regierung verfolgt eine Strategie der gezielten Verlangsamung der Krise, um die Wirtschaft auf andere Sektoren wie erneuerbare Energien, Elektrofahrzeuge und Batterietechnologien umzulenken. Experten sprechen von einem "Entzug", der zwar schmerzhaft für die Mittelschicht ist, jedoch als notwendig betrachtet wird. Trotz finanzieller Erleichterungen und staatlicher Eingriffe bleibt das Wirtschaftswachstum gedämpft. Die Regierung versucht, die negativen Auswirkungen abzufedern, insbesondere für Bürger, die Immobilien als Altersvorsorge erworben haben.
Ein im Mai 2024 eingeführtes staatliches Ankaufprogramm soll überschüssige Wohnungen in Sozialwohnungen umwandeln. Zusätzlich wurden die Kreditbedingungen gelockert und Kaufrestriktionen für Auswärtige aufgehoben, um die Nachfrage zu stimulieren. Dennoch bleibt der Mietmarkt für viele eine attraktivere Option, solange die Preise weiter fallen.
In den großen Städten zeigt sich eine leichte Stabilisierung, da das Überangebot schrumpft und weniger neue Bauprojekte realisiert werden. Laut John Lam von der UBS könnte sich der Markt bis Mitte 2026 stabilisieren, falls die Regierung auf dem Nationalen Volkskongress im März weitere fiskalische Anreize schafft. Er rechnet für das laufende Jahr mit einem Rückgang der Immobilienpreise und Verkäufe um zehn Prozent.
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Zur AktienanalyseWährend sich in den Metropolen erste Entspannungstendenzen zeigen, bleiben kleinere Städte problematisch. Investoren meiden diese zunehmend, wodurch sich die wirtschaftliche Kluft zwischen Stadt und Land weiter vertieft. Wie die chinesische Regierung langfristig mit dem Immobiliensektor verfahren will, bleibt unklar.


